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Studie der Uni Kassel zeigt, was Corona-Impfgegnern fehlt

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Von: Katja Rudolph

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Eine Helferin bereitet eine Spritze mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus vor.
Eine Helferin bereitet eine Spritze mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus vor. © Sven Hoppe/dpa

Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Uni Kassel zur Impfbereitschaft gegen Corona zeigt, dass es starke regionale Unterschiede beim Anteil Impfunwilliger gibt.

Kassel – Eine neue Studie der Universität Kassel zeigt, dass es beim Anteil der Impfunwilligen starke regionale Unterschieden gibt. Dabei gibt es auch einen deutlichen Zusammenhang mit der Parteipräferenz: Gut 37 Prozent der befragten Impfgegner sind AfD-Wähler, 12,8 Prozent Nicht-Wähler.

Das geht aus einer Kurzstudie hervor, die das Fachgebiet Empirische Wirtschaftsforschung unter der Leitung von Andreas Ziegler mit Wissenschaftlern der SRH Hochschule Heidelberg und der Uni Göteburg vorgelegt hat. Mehr als 2600 Erwachsene bundesweit wurden dafür im September online befragt.

Demnach war der Anteil der Impfunwilligen in Sachsen-Anhalt (27,4 Prozent) und Sachsen (23,5 Prozent) am höchsten. Hessen hatte mit 6,9 Prozent eine der niedrigsten Impfgegner-Quoten. Dabei zeigt sich auch ein klarer Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen von Corona: In den Bundesländern mit überdurchschnittlich vielen Impfgegnern sind die aktuellen Coronainzidenzen auch am höchsten. Sachsen ist mit einer Inzidenz von über 1000 derzeit Negativ-Spitzenreiter.

Corona-Impfung abgelehnt: Studie der Uni Kassel zeigt, dass Gegnern Vertrauen fehlt

Eine wichtige Erkenntnis der Studie sei auch, dass Vertrauen eine große Rolle für die Impfbereitschaft spielt, sagt der Wirtschaftsforscher Ziegler. So zeigte sich, dass unter den Geimpften das Vertrauen in Ärzte, Wissenschaftler, die Ständige Impfkommission (Stiko) und die Weltgesundheitsorganisation sowie die Bundesregierung deutlich höher ist als bei Impfunwilligen.

„Wenn Menschen kein Vertrauen haben, werden auch Appelle von solchen Institutionen und Personengruppen wenig Wirkung entfalten“, befürchtet Ziegler. Daher sei es jetzt umso wichtiger, dass die Stiko und die Bundesregierung verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen.

Andreas Ziegler
Prof. Dr. Andreas Ziegler © Privat

Wer das Impfen gegen Corona ablehnt: Bereitschaft zur Booster-Impfung bei rund 75 Prozent

Die Bereitschaft zur Booster-Impfung lag zum Zeitpunkt der Befragung unter den Geimpften und Impfwilligen bei rund 75 Prozent. Dieser Wert dürfte zwischenzeitlich gestiegen sein, vermuten die Forscher. Ihrer Studie zufolge spielt dabei auch die globale Impfgerechtigkeit eine Rolle. Eine Mehrheit auch derjenigen, die bereit zum Boostern sind, sieht zunächst einen Impfvorrang für die Menschen im Rest der Welt.

Während es zwischen Männern und Frauen der Studie zufolge keinen signifikanten Unterschied bei der eigenen Impfbereitschaft gibt, zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied bei der Einstellung zur Impfung von Kindern. Unter Männern lag die Zustimmung zur Impfung unter 12-Jähriger bei 60,9 Prozent, während dies nur 44,7 Prozent der Frauen befürworteten. Für die Impfung von 12- bis 17-Jährigen lag die Zustimmung der Frauen bei 58,2 Prozent (Männer: 73,2 Prozent).

Etwa 16 Millionen Menschen in Deutschland haben bisher ihre Impfung gegen das Coronavirus auffrischen lassen. Wie gut der Booster wirkt, zeigen nun Studien.

Corona-Studie zu Impfbereitschaft: Das sind die interessantesten Erkenntnisse

(Katja Rudolph)

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