Bestatter und Friedhofsverwaltung in Kassel

Beerdigungen in Zeiten von Corona: Regeln für den letzten Abschied

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Er fordert, Trauergemeinden so klein wie möglich zu halten: Bestatter Helmuth Brehm nutzt neben Handschuhen nun auch Desinfektionsspray.

Bestatter und Friedhofsverwaltung in Kassel stellen wegen des Coronavirus neue Regeln und Vorgaben für den letzten Abschied auf. 

  • Soziale Interaktion sollten zuZeiten des Coronavirus vermieden werden.
  • Für Beerdigungen gibt es deshalb neue Vorgaben und Regeln.
  • Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Kassel in unserem News-Ticker.

Kassel – Der Abschied von den geliebten Menschen ist unter normalen Umständen schon keine leichte Aufgabe. In Zeiten von Corona wird diese zur besonderen Herausforderung. Friedhofsverwaltung und Bestatter weisen auf die besonderen Sicherheitsmaßnahmen hin, die ab sofort auf Kassels Friedhöfen gelten.

Während Trauungen und Taufen verschiebbar seien, gelte dies für Beerdigungen nicht, sagt Helmuth Brehm, Bestatter aus Kassel. Umso wichtiger sei die Einhaltung strenger Vorgaben. Wie viele Menschen an Beerdigungen teilnehmen dürfen, ändere sich in diesen Tagen permanent. Aktuell gelte noch die Obergrenze von 100 Personen.

Corona in Kassel: Neue Regeln für Beerdigungen

Brehm ist sich aber sicher, dass dies auch in Hessen – wie etwa in Österreich – in den nächsten Tagen noch auf den engsten Familienkreis begrenzt werde. „Ich hoffe nicht, dass ich in ein paar Tagen trauernde Menschen an der Kapelle abweisen muss“, sagt Brehm.

Aber auch sonst gelten wegen des Coronavirus neue, erweiterte Regeln. So wird ab sofort neben dem Kondolenzbuch auch eine Adressliste liegen, auf der sich alle Teilnehmer namentlich eintragen müssen. Dies soll gewährleisten, dass Infektionsketten zurückverfolgbar sind. „Nur wer sich dort einträgt, wird in die Kapelle gelassen“, sagt der Bestatter aus Kassel. Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass die Kugelschreiber zum Ausfüllen nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Statt Liederbücher auszuteilen, sollten Pfarrer Liedblätter ausgeben, die anschließend weggeworfen werden können. „Wir Bestatter tragen ja ohnehin Handschuhe.“ In der Kapelle werden die Stühle in größerem Abstand stehen. „Auf persönliches Kondolieren durch Händedruck oder Umarmung sollte man ohnehin verzichten.“

Trotz Corona: Bestatter und Friedhofsverwaltung in Kassel arbeiten weiter

Brehm appelliert an alle Trauernden, genau zu überlegen, ob eine persönliche Teilnahme an einer Beerdigung unerlässlich ist. Viele Bestatter böten Online-Gedenkportale an. Auf das anschließende übliche Kaffeetrinken solle zudem ebenfalls verzichtet werden. Brehm versteht nicht, warum nicht auch die Bestatter zu den systemrelevanten Berufsgruppen zählten, für die etwa eine Not-Betreuung in den Kindergärten gewährleistet ist. „Wir erledigen hier eine unerlässliche Arbeit.“

Weil dies so ist, hat auch die Kasseler Friedhofsverwaltung Maßnahmen ergriffen. „Wir arbeiten nur noch mit halber Mannschaft“, sagt Jürgen Werner, stellvertretender Leiter. So gebe es für den Notfall eine Ersatzmannschaft. Denn eines ist klar: Die Arbeit auf den Friedhöfen wird während der Corona-Krise weitergehen. Werner und Brehm hoffen aber, dass die Zahl der Corona-Toten sich in Grenzen halten wird.

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