Corona-Tests nur nach Anmeldung

Wegen Corona: Besuchsverbot am Klinikum Kassel - „Ein bedrückendes Gefühl“

War zu einer Nachuntersuchung im Klinikum Kassel: Dieter Lauterbach aus Edermünde wurde von seiner Frau begleitet. Die Wartezeiten seien dieser Tage länger und die Vorsicht sei größer als sonst. 
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War zu einer Nachuntersuchung im Klinikum Kassel: Dieter Lauterbach aus Edermünde wurde von seiner Frau begleitet. Die Wartezeiten seien dieser Tage länger und die Vorsicht sei größer als sonst. 

Von Pandemie-Panik ist am Mittwochmittag am Corona-Testzentrum am Klinikum Kassel nichts zu spüren – dennoch sind augenscheinlich alle vorsichtig.

  • Das Coronavirus hat Kassel im Griff.
  • Das Klinikum Kassel hat wegen der Pandemie ein Besuchsverbot erlassen.
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Zwei Kontrollmänner, die die Einfahrt im Blick haben, tragen Schutzmasken. Der Weg zum Testcenter dient auch als Zufahrt zur Notaufnahme und zum Mitarbeiterparkplatz. Es ist nicht viel los – am Montag sah das noch ganz anders aus, schildert eine HNA-Leserin per Mail: Lange Wartezeiten um 9 Uhr und eine Vertröstung auf 10.30 Uhr, dann aber noch mehr Autos – um die 100, berichtet die Leserin, und kein Platz mehr auf dem Parkdeck. Der Security-Mann habe ihr geraten, nach Homberg zu fahren, da gebe es noch Kapazitäten – dort hätten etwa 20 Autos gewartet.

Zurück am Corona-Testzentrum in Kassel: Eine Frau aus Fritzlar kommt mit ihrem Mann vom Gelände, sie trägt eine Schutzmaske und Handschuhe. Sie sei gerade getestet worden, weil einer ihrer Kollegen im Skiurlaub in Österreich war – nun habe sie Grippesymptome. Ihr Hausarzt habe ihr bereits geraten, zwei Wochen lang zu Hause zu bleiben, mit dem Test wolle sie nun abklären, ob sie infiziert ist. „Es ging auch ohne Termin“, sagt die Frau – vielleicht, weil sie kurz vor Schluss da war, vermutet sie. 

Corona in Kassel: Testzentren in Kassel sind nur für Menschen mit Symptomen gedacht

Das Corona-Testzentrum hat von montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet, berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH). Hessenweit würden pro Tag rund 1200 Tests gemacht. Die Testcenter seien nur für Personen mit Symptomen gedacht, betont KV-Sprecher Karl Roth: „Das sind keine walk-ins für Selbsteinweiser.“

Die Frau aus Fritzlar wartet jetzt das Ergebnis ab – ihr sei gesagt worden, dass wenn sich innerhalb von zwei Tagen niemand bei ihr meldet, das Testergebnis negativ ist. Die Handschuhe und den Mundschutz trage sie aus freien Stücken – „ich möchte niemanden anstecken“.

Eine Familie geht in Richtung Testzentrum und kommt kurz danach zurück – die Kinder seien in Venedig gewesen und die Mutter wollte sie testen lassen, was jedoch nicht gegangen sei, weil es keine Symptome gebe. Das kann sie nicht verstehen.

Klinikum Kassel: Wegen Corona für Besucher gesperrt

Am Eingang des Klinikums herrscht ebenfalls kein großer Andrang. Patienten finden dort einen Lageplan, wie man zum Corona-Testzentrum gelangt, und den Hinweis, dass man sich ohne Termin nicht testen lassen könne – diese sind unter Telefonnummer 116117 zu vereinbaren. Außerdem gilt im Klinikum seit gestern ein absolutes Besuchsverbot – Ausnahmen gelten laut einem Schild für Eltern minderjähriger Kinder und in Einzelfällen nach Absprache. Wer ins Klinikum möchte, muss sich am Eingang bei zwei Sicherheitspersonen registrieren.

Dieter Lauterbach und seine Frau kommen nach einer Untersuchung in der chirurgischen Ambulanz aus der Klinik – es sei schon mehr los als sonst, sagen sie. „Die wollten mich erst nicht reinlassen“, sagt Christa Lauterbach. Die Vorsicht sei größer als sonst, „aber das ist auch gut so“, sagt Dieter Lauterbach. Seine Nachuntersuchung sei dringend nötig gewesen – zu Zeiten wie diesen in einem Krankenhaus zu sein, beschreibt er als „bedrückendes Gefühl“.

Wichtiger Hinweis: Man kann sich am Klinikum Kassel nicht einfach testen lassen. Immer wieder beschweren sich Menschen, die nach eigenem Empfinden typische Symptome zeigen, dass ihnen ein Test verweigert würde. Das Gesundheitsamt Region Kassel meldet einen weiterhin großen Andrang von Menschen, die sich beim Testzentrum am Klinikum Kassel auch ohne ärztliche Anordnung testen lassen wollen. Das sei aber nur möglich, wenn das vorgeschriebene Procedere eingehalten wird, betont Gesundheitsamts-Leiterin Dr. Karin Müller: Erster Kontakt sei immer der Hausarzt, den man telefonisch über den Verdacht informieren sollte. Anlaufstelle Nummer zwei sei der ärztliche Bereitschaftsdienst, als Drittes könne dann das Gesundheitsamt einbezogen werden. „Eine dieser drei Instanzen trifft die Entscheidung, ob ein Patient getestet wird“, betont Müller.

Der Leiter der Corona-Station am Klinikum Kassel erzählt über die aktuelle Situation auf den Isolationsstationen und beantwortet Fragen zum Virus.

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