Abstand auf der Kirchenbank

Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte ab 1. Mai wieder erlaubt: Das sagen die Kirchen

Leere Kirchen gehören bald wieder der Vergangenheit an.
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Leere Kirchen gehören bald wieder der Vergangenheit an.

Mit Lücken in den Kirchenbänken, Desinfektionsmittel am Eingang und ohne gemeinschaftlichen Gesang: So können Gottesdienste ab dem 1. Mai wieder stattfinden.

  • Das Coronavirus breitet sich weiter in der Region Kassel aus
  • Nun treten die ersten Lockerungen in Kraft 
  • Gottesdienste sind ab dem 1. Mai wieder erlaubt

Kassel - In Hessen gewinnen Glaubensgemeinschaften wieder größere Freiheiten zurück, allerdings unter Auflagen: Unter anderem muss bei Gottesdiensten und religiösen Zusammenkünften der Corona-Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden, teilte die Landesregierung gestern mit.

Zudem müssten „geeignete weitere Hygienemaßnahmen“ wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern getroffen werden und es dürften keine Gegenstände wie Kollektenkörbe herumgereicht werden. Der Verzicht auf Gesang und das Tragen einer Maske würden nicht vorgeschrieben. Die Religionsgemeinschaften hätten aber signalisiert, solche Schritte trotzdem zu berücksichtigen. Dazu Stimmen aus Kassel:

Corona in Kassel: Evangelische Kirche

„Ich freue mich, dass es wieder möglich sein wird, Gottesdienste zu feiern“, sagt Dr. Michael Glöckner, Dekan im Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel. Gleichwohl rate er zur Vorsicht: Man müsse sich der Verantwortung angesichts der Umstände bewusst sein. „Wir sind noch in einer äußerst kritischen Situation.“

Viele Gottesdienstbesucher gehörten zur Risikogruppe. Die Gemeinden seien daher angehalten, Sicherheitskonzepte zu erstellen. Das stelle sie vor große Aufgaben und Herausforderungen, weiß Glöckner. In Kassel gebe es viele Kirchen, nicht alle müssten sogleich wieder öffnen, so der Dekan: „Jetzt ist Zeit für kleine Schritte und Formate.“

Corona in Kassel: Katholische Kirche

In den katholischen Kirchen im Dekanat Kassel-Hofgeismar wird am kommenden Sonntag noch kein Gottesdienst gefeiert. Wie in den vergangenen Wochen werden die Kirchen zu den Gottesdienstzeiten offen stehen. „Wir müssen nichts überstürzen“, sagt Dechant Martin Gies.

Am Montag wolle man sich im Dekanat mit den Gemeinden abstimmen, um dann ab 10. Mai wieder Gottesdienste zu feiern. Dabei gelte es auch zu klären, wie der Zugang geregelt werden könne. Denn aufgrund des Abstandsgebots dürfe nur ein Teil der Plätze in der Kirche belegt werden. „Am Sonntag an der Kirchentür Menschen abzuweisen, wäre schlimm“, findet Gies. Er kann sich vorstellen, dass Gläubige sich vorab für den Gottesdienst anmelden. In seiner Gemeinde in Ihringshausen werde unter den Corona-Vorsichtsmaßnahmen wohl nur die Hälfte der sonst üblichen 80 bis 100 Besucher einen Platz erhalten.

Eine Rückkehr zur Normalität bedeute die neue Erlaubnis keineswegs, betont der katholische Dechant. „Es werden andere Gottesdienste sein.“ So würden die Besucher Masken tragen und auch kein Gesang möglich sein, da dabei die Atemluft besonders weit ausströme. Eventuell könnten Solisten von der Empore singen. „Es werden eher stille, meditative Gottesdienste sein“, sagt Gies.

Wichtig finde er vor allem, dass von der neuen Regelung für die Kirchen und Glaubensgemeinschaften das Signal ausgehe, dass sich etwas bewegt. Das gebe den Menschen eine Perspektive.

Corona in Kassel: Islamische Gemeinden

Die befragten Vertreter islamischer Gemeinden waren überrascht. Beide seien bisher nicht offiziell informiert worden. Mahmut Eryilmaz von der Türkisch Islamischen Gemeinde zu Kassel Mattenberg sagt: „Das heißt nicht, dass wir von heute auf morgen wieder öffnen können. Wir müssen zuerst sicherstellen, dass wir alle Auflagen erfüllen können.“

Imam Mahmoud Abdulaziz vom Islamischen Zentrum Kassel zieht eine Hausordnung in Erwägung, in der zum Beispiel ein Mundschutz vorgeschrieben wird und die Pflicht für jeden, seinen eigenen Gebetsteppich mitzubringen. „Außerdem empfehlen wir Menschen ab 65 und unter 18 Jahren, nicht in die Moschee zu kommen“, sagt er. Es sei Pflicht im Islam auf die Gesundheit zu achten. „Auch wenn wir Ramadan haben, einen besonderen Monat für uns Muslime“, so Abdulaziz.

Neuigkeiten zu Corona in der Region Kassel sind im News-Ticker zu finden. 

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