Lage deutlich schlechter bewertet

Wegen Corona-Krise: Handwerk in der Region Kassel bricht ein

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Leiden unter der Coronakrise: Laut Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Kassel ist die Lage in den Kfz-Werkstätten katastrophal.

Das Handwerk in Kassel leidet schwer unter der Corona-Krise. Wie die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer (HWK) Kassel zeigt, haben die Betriebe mit Umsatz- und Auftragsrückgängen zu kämpfen.

„Die aktuelle Lage wird deutlich schlechter bewertet als im Vorquartal, und für die kommenden Monaten sehen unserer Betriebe ziemlich schwarz“, sagt HWK-Präsident Heinrich Gringel. Die Corona-Pandemie habe das regionale Handwerk schlimmer als befürchtet getroffen. „Umsätze und Auftragseingänge sind regelrecht eingebrochen“, beklagt Gringel.

Die Umfrage wurde laut Handwerkskammer von Mitte März bis Anfang April durchgeführt, also exakt zu jener Zeit, als die Ausgangsbeschränkungen und andere Corona-Maßnahmen wie etwa Geschäftsschließungen einsetzten. So fällt der Geschäftsklimaindex um 54,7 Punkte auf 55,8 Punkte. „Das ist überwiegend durch die rabenschwarzen Erwartungen unserer Betriebe verursacht“, so die HWK.

Rund 68 Prozent der befragten Betriebe befürchten demnach eine weitere Verschlechterung der aktuellen Lage. Nur 5,4 Prozent gehen von einer Besserung aus. Einen derart starken Einbruch hat es laut HWK nicht einmal zur Zeit der Finanzkrise gegeben. Als „kleinen Lichtblick“ bezeichnet die Kammer, dass knapp 60 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als mindestens zufriedenstellend bewerten.

„Die Zahlen machen deutlich, dass sich die Konjunktur in Nord-, Ost- und Mittelhessen in einem erschreckenden Ausmaß verschlechtert hat“, sagt Gringel. Daher sei das Handwerk für die umfangreichen staatlichen Hilfsprogramme dankbar, deren Wirkung im Moment noch nicht absehbar sei. Denn die Konjunkturpakete seien im aktuellen Stimmungsbild noch nicht berücksichtigt, da sie in vollem Umfang erst kurz nach der Umfrage auf den Weg gebracht wurden.

Betroffen von dem Erdrutsch sind laut Umfrage alle Handwerksbranchen. Katastrophal ist die Lage demnach in den Kfz-Werkstätten. „Der Autohandel ist komplett zusammengebrochen, die Werkstätten werden weniger aufgesucht“, so die HWK. Ähnlich stellt sich die Situation in den Gesundheitshandwerken dar: Augenoptiker und Zahntechniker haben der HWK zufolge akut unter den Corona-Maßnahmen zu leiden. Auch Bäcker und Fleischer klagen, da ihnen Großaufträge an Schulen und Gewerbe fehlten und das Cateringgeschäft vollständig zum Erliegen gekommen sei.

Noch einigermaßen zufrieden zeigt sich der Umfrage zufolge das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, obwohl es auch hier zu erheblichen Einschnitten kam.

Das private Dienstleistungsgewerbe, insbesondere Friseure und Kosmetiker, hätten das ganze Ausmaß der Coronakrise bis zum Ende der Befragung noch nicht einschätzen können, so die Kammer. Denn sie mussten erst zum 23. März schließen. Laut HWK berichten aber auch diese Betriebe von schlimmen Zuständen.

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