Fragen und Antworten

Corona in Kassel: „Rettungsdienst ist im Normalbetrieb“

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Er behält den Überblick: Torsten Müller ist der der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes in Stadt und Landkreis Kassel und Anästhesie-Oberarzt am Klinikum.

Durch die Coronakrise gibt es viele Einschränkungen. Wie ist es um die Notfallrettung in Stadt und Kreis Kassel bestellt?

Kassel – Läuft beim Rettungsdienst alles weiter wie bisher? Dazu Fragen und Antworten.

Inwiefern unterscheiden sich Patienten mit Verdacht auf den Coronavirus von anderen Notfällen?

„Bei einem Corona-Verdachtsfall sind nicht wie bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall die ersten Minuten entscheidend“, sagt Torsten Müller, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes in Stadt und Landkreis Kassel. Denn das Krankheitsbild entwickele sich über Tage und sei nicht so zeitkritisch. Müller ist seit dem ersten Verdachtsfall Ende Januar mit dem Coronavirus beschäftigt. Er organisierte den Transport der ersten beiden Patienten in die Notaufnahme des Klinikums. Danach habe sich die Lage in Nordhessen „dynamisch entwickelt“, so Müller.

Ist es richtig, Patienten mit dem Coronavirus zu zentralisieren?

Auch Torsten Müller plädiert dafür, diese Patienten zu zentralisieren. Als Beispiel nennt er die eigens eingerichtete Corona Care Unit (CCU) in der Interdisziplinären Zentralen Notaufnahme am Klinikum. „Hier ist mit den nachgeordneten Intensivstationen eine umfangreiche Infrastruktur gegeben, und man kann personell flexibler reagieren“, sagt Müller, der auch als Anästhesie-Oberarzt am Klinikum arbeitet. Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hält eine rein standortbezogene Betrachtung in der Corona-Behandlung für nicht sinnvoll.

Läuft die normale Patientenversorgung reibungslos weiter?

Der Rettungsdienst und die sechs ständig einsatzbereiten Notärzte in der Stadt und dem Landkreis Kassel seien derzeit im „Normalbetrieb“, sagt Müller. „Wir kümmern uns weiterhin um die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, die entweder per Notfall oder wegen anderer dringend zu behandelnden Erkrankungen zu uns kommen.“ Dazu zählten Notfälle wie Herzinfarkte, häusliche Unfälle und Verletzte nach Verkehrsunfällen. „Wir stellen sogar fest, dass die Einsatzzahlen seit den Alltagsbeschränkungen leicht nach unten gehen.“

Die GNH habe ihre Belegung reduziert und halte zurzeit über 450 Betten für einen möglichen Sprung an Fällen bereit. „Wir befinden uns mitten in der Corona-Epidemie. Durch weitreichende Vorbereitungen sind wir derzeit bestens gerüstet“, sagt Torsten Müller.

Spielt es eine Rolle, ob der Notfallpatient aus der Stadt Kassel oder dem Landkreis kommt?

Jeder Patient, egal wo er sich in der Stadt oder dem Landkreis befinde, erhalte die gleiche Behandlung, stellt Müller klar.

Im Rettungsdienstbereich Stadt und Landkreis Kassel sind nach Angaben der städtischen Pressestelle Notärzte rund um die Uhr an insgesamt sieben Standorten stationiert. In der Stadt sind diese am Klinikum, am Elisabeth-Krankenhaus, an der Feuerwache 1 (Wolfhager Straße) und an der Feuerwache 2 (Heinrich-Schütz-Allee). Hinzu kommt der Rettungshubschrauber Christoph 7 an den DRK-Kliniken Nordhessen in Wehlheiden.

Die Standorte im Landkreis sind an der Kreisklinik Hofgeismar und der Kreisklinik Wolfhagen.

Und wie viele Rettungswagen gibt es?

Insgesamt werden nach Angaben der Stadt im Rettungsdienstbereich über 60 Rettungswagen an 19 Standorten vorgehalten.

Sechs dieser Rettungswachen befinden sich in der Stadt; im Landkreis Kassel sind diese in folgenden Orten: Lohfelden, Baunatal, Vellmar, Kaufungen, Bad Karlshafen-Helmarshausen, Gieselwerder, Hofgeismar, Immenhausen, Bad Emstal-Balhorn, Habichtswald-Ehlen, Wolfhagen, Schauenburg-Hoof und Calden-Ehrsten.

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