Erstmals seit Juni wieder dreistellig

Corona-Zahlen steigen weiter: Kassel steht bereits vor dritter Warnstufe

Aufnahme der relativ leeren Königsstraße in Kassel.
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Corona in Kassel: Blick auf die Obere Königsstraße.

Die wieder angestiegenen Corona-Zahlen könnten in Kassel für die nächste Warnstufe sorgen. Dann wären strenge Maßnahmen notwendig.

Kassel – Das Coronavirus breitet sich auch in Stadt und Landkreis Kassel wieder verstärkt aus. Das Gesundheitsamt hat von Sonntag auf Montag einen Anstieg um 15 auf 100 aktuell Infizierte vermeldet. Damit liegt die Zahl der Infizierten in der Region erstmals seit Anfang Juni wieder im dreistelligen Bereich.

In diesem Zusammenhang rückt auch eine Party in Rothenditmold in den Fokus. Am Wochenende war die Polizei dort bei einer größeren Feier in einem ehemaligen Vereinsheim im Einsatz. Mehrere Anwohner hatten sich aufgrund der Lautstärke bei der Polizei gemeldet.

Bereits an den vergangenen Samstagen sollen in der Maybachstraße mehrfach Partys bis zum Morgen stattgefunden haben. Anwohner sprechen von einer regelrechten „Völkerwanderung“. Vor Ort wurde der Polizei am Samstag (10.10.2020) mitgeteilt, dass es sich um eine private Geburtstagsfeier handele. Allerdings hätten die Gäste wohl Eintritt und auch Getränke bezahlen müssen. Dem ersten Anschein nach wurden Hygiene- und Abstandsregeln nicht oder nur unzureichend eingehalten, so ein Sprecher der Stadt auf HNA-Anfrage.

Durch den Anstieg der Infektionszahlen kratzt die Stadt Kassel nunmehr mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 32,7 (Vortag: 27,8) bereits an der dritten Warnstufe des Landes ab einem Wert von 35 Neuinfektionen in einer Woche pro 100 000 Einwohner. Nach dem Eskalationskonzept sind bei Überschreiten dieses Schwellenwerts erweiterte Maßnahmen und die Einbindung des Covid-19-Planungsstab des Sozialministeriums vorgesehen.

Wie viele der Corona-Neuinfektionen auf die Hochzeitsfeier in Lohfelden zurückzuführen seien, könne nicht gesagt werden, berichtete ein Stadtsprecher. Die Veranstaltung am 27.09.2020 sei inzwischen mehr als zwei Wochen her, zudem gestaltete sich die Nachverfolgung der Infektionen ohnehin sehr schwierig und langwierig. Erste Hinweise auf das Ausbruchsgeschehen bei der Hochzeit hätten die Behörden erst am 02.10.2020 erhalten.

Ein Großteil der bisher 36 Corona-Infektionen bei der Veranstaltung habe sich erst Ende vergangener Woche durch Laboruntersuchungen bestätigt, betonte die Stadt. Der Betreiber der Halle in Lohfelden sieht sich durch die Aussagen der Stadt angegriffen. Man habe sich an alle Auflagen gehalten und vollumfänglich mit dem Gesundheitsamt kooperiert, sagt Faruk Akyol. (Von Kathrin Meyer und Andreas Hermann)

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