Wie Gastronomen mit 2G-Option umgehen

Flotter Service ohne Zettel: Kreativer Umgang mit 2G-Regel in Kassel

Sie ist ein Fan von 2G: Renate Müller hat die Regelung in ihrem Imbiss „Nudelnudel“ eingeführt.
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Sie ist ein Fan von 2G: Renate Müller hat die Regelung in ihrem Imbiss „Nudelnudel“ eingeführt.

Renate Müller ist ein Fan der neuen 2G-Option. In ihrem Nudel-Imbiss „Nudelnudel“ an der Friedrich-Ebert-Straße hat sie die gesetzliche Möglichkeit pragmatisch und kreativ umgesetzt.

Kassel - Sie hat sich dafür entschieden, um ihre Gäste vor allem zur Mittagszeit flott bewirten zu können. Dann ist der Laden in der Mitte von Kassel gesteckt voll mit Hungrigen. Viele holen sich ein Nudelgericht zum Mitnehmen, vor Ort essen darf dort seit Kurzem aber nur noch, wer geimpft oder genesen ist.

„Wir haben es in der Mittagszeit einfach nicht mehr geschafft, die Testzettel zu kontrollieren“, sagt die Gastronomin. Immer wieder habe es etwa Debatten gegeben, ob ein vorgezeigter Corona-Nachweis laut Datum und Uhrzeit noch anerkannt wird. „Für die Zettelwirtschaft haben wir mittags einfach keine Zeit“, sagt Müller: „Die Kontrolle, ob jemand geimpft ist, geht wesentlich schneller.“ Der Zeitvorteil liegt an einem System, das sich die Imbissbetreiberin schon an einem früheren Punkt der Pandemie ausgedacht hat. Etwa 80 Prozent ihrer Kundschaft sind laut Renate Müller nämlich Stammgäste. Die hat sie samt Kontaktdaten in einer Kartei registriert und allen eine laufende Nummer verpasst – nachdem einmal geprüft wurde, dass der Gast geimpft oder genesen ist.

Corona-Regeln in Kassel: Kreativer Umgang mit 2-G-Option

Auf einem Aufkleberkärtchen von „Nudelnudel“ haben die Stammkunden des Imbisses ihre persönliche Nummer in der Brieftasche stecken und zeigen sie bei der Bestellung vor. „Wir notieren dann nur noch schnell die Nummer und können dann nachvollziehen, wer zu einer bestimmten Zeit bei uns war“, sagt die Gastronomin. Die immer wieder neue Überprüfung des Impfnachweises sei so nicht mehr nötig.

Der eigentliche Grund für die Einführung von 2G in dem Imbiss sei allerdings nicht der Zeit-, sondern der Platzvorteil. „Jetzt können wesentlich mehr Leute bei uns essen“, sagt Renate Müller. Denn nach den bisherigen 3G-Regeln habe sie höchstens die Hälfte von knapp 50 Plätzen in dem Imbisslokal anbieten dürfen. Mit 2G seien nun die Abstandsregeln hinfällig geworden. Dennoch habe sie mehrere Tische abgesperrt gelassen, damit es bei Hochbetrieb nicht zu eng im Imbiss wird.

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2G-Regel: Club 22 hat wieder geöffnet

Einige Meter weiter auf der Friedrich-Ebert-Straße hatte die neue 2G-Regel am Wochenende ein lange vermisstes Partyvergnügen ohne Maske wieder möglich gemacht: Der Club 22 öffnete nach eineinhalbjähriger Corona-Pause seine Tür und Tanzfläche für Geimpfte und Genesene.

Das sei sehr gut gelaufen, berichtete Mitbetreiber Karl Börries am Montag: „Wir hatten überhaupt keinen Ärger, es gab auch keine Diskussionen.“ Niemand habe versucht, nur mit einem Schnelltest eingelassen zu werden. Am Eingang seien die Impfnachweise und Personaldaten der Nachtschwärmer kontrolliert und deren Körpertemperatur gemessen worden. Zu etwa 70 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit sei der Club gefüllt gewesen, sagt Börries.

Mit den Erfahrungen des Neustarts unter 2G-Bedingungen solle Ende dieser Woche Näheres zur Wiedereröffnung von Börries’ zweitem Club, dem York, entschieden werden. (Axel Schwarz)

Die Corona-Fallzahlen in Kassel sind nach wie vor auf einem erhöhten Level. In der Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus gibt es bei den Bundesländern allerdings immer noch keine einheitliche Linie. Diese Bundesländer setzen bereits auf das 2G-Modell. 2G in Restaurants und Kultureinrichtungen in Kassel: Wie stark wird das Konzept umgesetzt, wer bleibt bei 3G?

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