Über 80-Jährige können sich seit heute melden

Corona-Lage in Kassel: Chaos und kein Impftermin - Viele Probleme beim Anmeldestart 

Margrit (85) und Justus (89) Herbst haben vergeblich versucht, eine Impftermin zu bekommen
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Hotlines und Internetseiten überlastet: Margrit (85) und Justus (89) Herbst haben vergeblich versucht, eine Impftermin zu bekommen.

Enttäuscht, verärgert, vertröstet: Chaos hat am Dienstag beim Start der Anmeldungen für eine Corona-Schutzimpfung in Hessen geherrscht.

Kassel – Viele über 80-Jährige und deren Angehörige aus Kassel und ganz Nordhessen, die versucht hatten, einen Impftermin zu vereinbaren, berichteten gegenüber unserer Zeitung von ihrem Scheitern am Telefon sowie im Internet. Viele von ihnen hatten es bereits ab morgens um 8 Uhr auf allen Kanälen vergeblich probiert, sich für eine Impfung in dem am 19. Januar 2021 öffnenden Impfzentrum in Kassel anzumelden.

Angesichts dauerbesetzter Telefonnummern sowie überlasteter und gar zusammengebrochener Computer-Server gab es kaum ein Durchkommen. Wer es tatsächlich schaffte, endlich unter der Hotline 116 117 oder der Rufnummer 0611/505 92 888 einen Ansprechpartner am Telefon zu haben, war damit noch längst nicht am Ziel, wie Senioren und deren Angehörige gegenüber der HNA betonten.

Corona-Termin für Impfung schwierig zu bekommen

Viele von ihnen wurden von den Impfservice-Mitarbeitern am anderen Ende der Leitung zum Beispiel über einen Systemfehler oder nicht mehr vorhandenen Impfstoff informiert. Stets habe es dann geheißen, man solle es zu einem späteren Zeitpunkt oder besser morgen oder übermorgen nochmal versuchen.

Wer die vom Land angegebenen Internet-Adressen impfterminservice.de oder impfterminservice.hessen.de aufrief, der hatte zumeist genauso wenig Erfolg. Zunächst wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass der Service vorübergehend nicht erreichbar sei. Später dann hieß es auf den Online-Portalen, der Service werde von sehr vielen Antragstellern gleichzeitig genutzt. „Um die fehlerlose Bearbeitung sicherstellen zu können, haben wir die Anzahl der gleichzeitigen Online-Anträge begrenzt.“ Auch hier lautete schließlich die Bitte an Impftermin-Anfragende, den Online-Service zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufzurufen.

Corona in Kassel: Direkt zum Start der Terminvergabe für die Impfung ging nichts mehr

Schon gleich nach dem Start der Impf-Anmeldung am Dienstag um 8 Uhr ging so gut wie nichts mehr – weder über die Rufnummern noch über die Online-Portale. Entsprechend fielen die Kommentare von vielen Senioren und deren Angehörigen aus. „Das System ist eine Zumutung hoch 3“, schimpfte etwa ein Niestetaler nach stundenlangen vergeblichen Versuchen zur Kontaktaufnahme. Der 83-jährige Alfred Röver aus Kassel meinte: „Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man eigentlich darüber lachen.“ (Andreas Hermann)

4000 Termine registriert, 60.000 zu vergeben

Trotz technischer Störung und Überlastung der Systeme seien rund 4000 Termine für eine Erstimpfung registriert worden, teilte am Nachmittag ein Sprecher des hessischen Innenministeriums mit. Wegen der noch sehr geringen Impfstoff-Mengen könnten zunächst nur rund 60.000 Termine an Menschen der höchsten Priorisierungsgruppe vergeben werden. Angesichst des sehr großen Interesses an der Terminvergabe könne es in den nächsten Tagen erneut zu Störungen kommen. (Andreas Hermann)

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