Kasseler Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche am Telefon

Krasse Betrugsmasche in Kassel: Opfern wird Corona-Notfall in Familie vorgetäuscht

Mediziner und Pfleger versorgen einen an Covid-19 erkrankten Patienten in einem Zimmer des besonders geschützten Teils der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald
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Die Kasseler Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche, die mit der Angst von Verwandten angeblicher Corona-Infizierter im Krankenhaus spielt (Symbolbild).

Die Kasseler Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche, die mit der Angst von Verwandten angeblicher Corona-Infizierter im Krankenhaus spielt.

Kassel – Die Kasseler Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche, die mit der Angst von Verwandten angeblicher Corona-Infizierter im Krankenhaus spielt. Kassel ist von der Corona-Krise getroffen.

Laut Polizeisprecher Matthias Mänz hatten sich am Dienstag vermehrt besorgte Anrufer bei der Polizei gemeldet, weil sie einen vermeintlichen Anruf aus einem Krankenhaus erhalten hatten. Ein angeblicher Arzt schilderte laut der Zeugen, dass ein Angehöriger des Angerufenen als Corona-Notfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde und nun im Sterben liege.

Dreiste Betrugsmasche mit Corona-Notfall: Betrüger fordern Geld

Im weiteren Verlauf des Gesprächs forderten die Unbekannten dann aus verschiedenen Gründen Geld: Mal wurde behauptet, der Patient müsse nun dringend in ein anderes Krankenhaus geflogen werden, mal waren es teure Medikamente, die überlebenswichtig seien und gekauft werden müssten. Die jeweiligen Kosten müssten die Angehörigen übernehmen und dafür sofort Geld oder Wertgegenstände besorgen.

Die Polizei warnt nun eindringlich vor dieser neuen Masche. Sie sagt:

  • Warnen Sie Ihre Angehörigen und Bekannten vor der neuen Masche.
  • Ein Krankenhaus wird niemals bei akuter Lebensgefahr am Telefon   Geld oder Wertgegenstände von Angehörigen für eine Behandlung fordern.
  • Übergeben Sie daher niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte.

Laut Polizeisprecher Matthias Mänz sind die Corona-Schockanrufe am Montag, 04.01.2020, zum ersten Mal aufgetreten – sowohl in der Region als auch in ganz Hessen. „Es gab mit Beginn der Pandemie zwar schon verschiedene Betrugsarten online oder auch mit Masken, aber noch keine mit dieser Geschichte“, so Mänz. Generell seien die Betrüger immer sehr kreativ bei ihren Taten und würden sich – wie nun wieder geschehen – neuen Gegebenheiten schnell anpassen.

Corona-Betrugsmasche in Kassel: Viele Schockanrufe in der Region

Während die Geschichte neu ist, ist es das Phänomen Schockanruf nicht: Diese gab es laut Mänz auch in der Region immer wieder. Dabei war die Geschichte zuletzt folgende: Nach einem tödlichen Autounfall sei die Tochter festgenommen worden, so die Täter am Telefon. Nun drohe ihr eine Haftstrafe – es sei denn, die Angehörigen zahlen.

Um gegen die Telefonbetrüger vorzugehen, setzt die Polizei auf stetige Aufklärung über möglichst viele Kanäle, damit sich die Masche der Täter herumspricht. „Was den klassischen Enkeltrick und die falschen Polizeibeamten angeht, liegt die Quote, von denen, die den Trick erkennen, bei mittlerweile knapp 100 Prozent“, sagt Mänz. Allerdings: Da einzelne Opfer immer noch auf die Betrüger reinfallen und die Summen, die diese dann ergaunern sehr hoch ist, lohnt sich die Masche immer noch.

Bei der neuen Masche mit den Corona-Schockanrufen fehlt den Beamten noch der Erfahrungswert. Bisher seien ihnen keine Fälle, bei denen jemand nach dem Anruf Geld beschafft habe, sagt Mänz. „Allerdings gehen diese Anrufe oft über Stunden oder Tage.“ (Marie Klement)

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