Erhalt der Club-Szene

Corona-Krise: Demo gegen Clubsterben in Kassel - „Wird uns bald nicht mehr geben“

Mehrere Personen mit Protestschildern stehen vor dem Kulturbahnhof in Kassel. Sie protestieren für den Erhalt der Kasseler Club- und Kulturszene.
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Protest-Demo für den Erhalt der Club-Szene in Kassel: Rund 200 Leute zogen am Samstag durch die Stadt.

Mehrere hundert Menschen waren für den Erhalt der Club-Szene in Kassel auf der Straße. Denn wegen Corona dürfen Clubs weiterhin nicht öffnen. Die Betreiber fühlen sich zu wenig unterstützt.

  • In Kassel* gingen hunderte Menschen für den Erhalt der Club- und Kulturlandschaft auf die Straßen.
  • Club-Betreiber geraten durch Corona* in Bedrängnis.
  • Ohne Unterstützung droht einigen Clubs das Aus.

Update vom Montag, 31.08.2020, 11.15 Uhr: Mehrere hundert Personen sind am Samstagnachmittag für den Erhalt der Club- und Kulturszene in Kassel auf die Straße gegangen. Vom Hauptbahnhof ausgehend, und begleitet von elektronischer Musik, zogen die Teilnehmer durch die halbe Stadt, um auf die Situation der Clubs in Zeiten von Corona aufmerksam zu machen.

Demo zum Erhalt der Club-Szene in Kassel: Ohne Unterstützung vor dem Aus

„Es wird uns bald nicht mehr geben, wenn wir keine Unterstützung bekommen“, sagte, stellvertretend für die Branche, Christian Gerhard vom Club Grauzone. Ein neuer Club an der Friedrich-Ebert-Straße (Höhe Ständeplatz), der eigentlich im April öffnen sollte.

Viele Demonstrierende trieb der Wunsch an, bald wieder feiern gehen zu können. Auf einem der Plakate war zu lesen: „Kassel ohne Clubs: Arm aber nicht okay“. Eine Anspielung auf den ehemaligen Kult-Club „Arm", der schon vor Corona-Zeiten aufgeben musste.

Club-Szene in Kassel: Betreiber in Sorge - Öffnung weiterhin verboten

Kassel - Die Eventbranche stirbt wegen Corona - so deutlich werden einige Club-Betreiber in Kassel. Nach dem Corona-Lockdown haben weitestgehend alle öffentlichen Einrichtungen wieder normal geöffnet - auch Bars und Kneipen. Doch Clubs und Diskotheken ist die Öffnung weiter verboten. Das Problem: „Im Gegensatz zu anderen Branchen erhalten die Club-Betreiber nicht viel Unterstützung oder Perspektiven für eine sichere Rückkehr zur Arbeit“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Darin kündigen die Betreiber des Nachtclubs „Kleiner Onkel“, des „Panoptikum“ und des Clubs „Grauzone“ für Samstag, 29.08.2020, 15 Uhr unter dem Motto „Save the Scene“ eine „Demo zum Erhalt der Club- und Kulturszene“ an, um auf die schwierige Situation der Eventbranche aufmerksam zu machen. Für den Club Grauzone ist die Situation besonders bitter, denn der Club sollte an der Friedrich-Ebert-Straße (Höhe Ständeplatz) Mitte April große Eröffnung feiern. Wegen Corona musste die jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben werden - doch die Kosten für Miete und Co. sind da.

Genau auf solche Probleme wollen die Betreiber mit der „Save-the-Scene-Demo“ samt Protestmarsch am Samstag, 29.08.2020, hinweisen und die Stadt Kassel auffordern in einen Dialog mit den Veranstaltern zu treten. Laut der Pressemitteilung der Betreiber der drei Clubs geht es vor allem darum, mögliche Lösungen für Konzertsäle, Clubs, Festivals und Co. zu finden und den Betreibern Perspektiven aufzuzeigen.

Wegen Corona - weiteres Clubsterben in Kassel befürchtet: Betreiber fordern mehr Unterstützung

Die dringendsten Bedenken, die laut den Veranstaltern der Demo angegangen werden müssten, seien Verbesserungen der Veranstaltungsbestimmungen und/oder eine finanzielle Entschädigung für Einnahmeverluste: „ Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es für die meisten Veranstaltungsorte oder Veranstalter nicht möglich, wirtschaftlich zu arbeiten, und es gibt nur wenige Hilfsmittel oder Vorteile für Unternehmen oder Mitarbeiter der Eventbranche“, heißt es in der Ankündigung zur Demo.

Demo zum Erhalt der Club-Szene in Kassel: Abstand halten und Maske tragen

Eines ist den Organisatoren der Demo zum Erhalt der Club- und Kulturszene ganz wichtig: „Wir unterstützen keine Demonstrationen, Initiativen oder Einzelpersonen, die die Existenz und Bedrohung von Covid-19 leugnen oder herunterspielen.“ Mit der Demo samt Protestmarsch wollen sie auf die schwierige Situation der Eventbranche in Deutschland und weltweit aufmerksam machen. Deshalb auch die Bitte an alle Unterstützer und Teilnehmer: „Bitte Abstand halten und Maske tragen.“

Die Clubs in Kassel hatten es auch vor Corona schon nicht leicht: Das Clubsterben hat bereits vor dem Corona-Lockdown um sich gegriffen - so hat bereits das MT und völlig überraschend im Januar 2020 das Fiasko geschlossen. (dir) *hna. de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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