Patienten werden jünger

Zahl der Coronapatienten hat sich in Kassel in zwei Wochen vervierfacht

Die Zahl der intensivpflichtigen Covid-Patienten steigt in Kassel. (Symbolbild)
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Die Zahl der intensivpflichtigen Covid-Patienten steigt in Kassel. (Symbolbild)

Lange ist die Zahl der Coronapatienten im Krankenhaus in Stadt und Kreis Kassel trotz deutlich höherer Fallzahlen nicht gestiegen. Das hat sich nun geändert.

Kassel – Viermal mehr Patienten als noch vor zwei Wochen müssen derzeit wegen Corona in einem Krankenhaus behandelt werden. 85 Infizierte waren es laut Gesundheitsamt Region Kassel am Mittwoch – 10 mehr als am Vortag. 30 von ihnen mussten auf einer Intensivstation behandelt werden. Vor zwei Wochen waren es noch 10. Laut des Divi-Intensivregisters betrug der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten am Donnerstag in Kassel 16 Prozent, 12 Patienten mussten invasiv beatmet werden. Im Kreis lag der Anteil bei 8,82 Prozent, dort wurde ein Patient invasiv beatmet.

Die Entwicklung hin zu mehr Coronapatienten in Kliniken hatten Experten bereits befürchtet. Wegen des exponentiellen Anstiegs bei der Zahl der Infizierten in Stadt und Kreis hatten die Kasseler Krankenhäuser bereits vor Ostern damit gerechnet, dass sich die Betten nach den Feiertagen wieder füllen. Das ist nun geschehen.

Klinikum Kassel verzeichnet Anstieg der Coronapatienten

„Das Klinikum Kassel hat in den letzten Tagen einen Anstieg an Patienten verzeichnet und kommt damit nah an die Belastungsgrenze“, sagt Sprecherin Nina McDonagh. Die stationäre Versorgungskonzepte würden nun auch greifen. „Das heißt, wir verteilen in Nordhessen die Patientenlast auf möglichst viele Krankenhäuser, um dann je nach Fallschwere flexibel und entsprechend der Patientenbedürfnisse agieren zu können.“

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Auffällig: Die Covid-Patienten, die aktuell stationär versorgt werden, werden laut McDonagh jünger. Das sei auf die Impfeffekte zurückzuführen, weil viele Ältere bereits geimpft seien. Aber auch eine andere Tatsache spiele eine Rolle: Die Variante B 1.1.7. breitet sich immer schneller aus. Der Anteil dieser Mutation bei positiv Getesteten liegt demnach bei annähernd 80 Prozent. „Hier ist der Infektionsweg durch Kitas und Schulen auf die Familie konzentriert“, sagt McDonagh. Jüngere Patienten hätten in der Regel längere Verläufe.

Die bisherige Höchstphase der Coronafälle in Kliniken lag um den Jahreswechsel. Etwa 200 Infizierte wurden damals stationär behandelt. Das brachte die Kliniken laut Dr. Uwe Behrmann, Ärztlicher Direktor am Elisabeth-Krankenhaus Kassel, an ihre Grenze. (Marie Klement)

Die Intensivmediziner in Deutschland warnen vor einer baldigen Überlastung der Intensivstationen und forder dringend einen harten Lockdown - sie sind fassungslos über die Absage des Corona-Gipfels. Aktuelle Zahlen zur Corona-Lage in der Region Kassel finden Sie täglich in unserem Ticker. Sie wollen keine Nachrichten aus Kassel verpassen, dann abonnieren Sie einfach unseren kostenlosen Kassel-Newsletter.

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