Aktionen um den 1. Mai

Corona in Kassel: Demos gegen Beschränkungen - Ein Protest hat Erfolg

+
Demonstration vor der Handwerkskammer: Frauen und Männer aus der Kosmetikbranche verlangten, dass sie wie Friseure behandelt werden.

In Kassel demonstrierten am Wochenende Menschen gegen die Corona-Beschränkungen. Ein Protest zum 1. Mai hat dabei sogar Erfolg.

Kassel – Neun Grad und Sonnenschein. Um die 50 Frauen und Männer saßen und lagen am Samstagnachmittag auf dem Friedrichsplatz. Nicht um sich zu sonnen oder auszuruhen, sondern um mit Hilfe der Meditation zu demonstrieren.

Mit der friedlichen Aktion wolle man für die Demokratie und das Grundgesetz demonstrieren, so Ivonne Mackenroth aus Calden, die die Aktion organisiert hatte. „Wir fühlen uns durch die Corona-Bestimmungen eingeschränkt“, so Mackenroth. Die Entscheidungen der Regierung seien nicht transparent und es finde zu wenig Austausch und Kooperation mit den Bürgern statt. „Wir haben ein Recht auf Mitbestimmung.“

Corona in Kassel: Demonstrationen in Kassel - Krise schon bald überstanden?

Zeitgleich fand nur wenige hundert Meter entfernt auf dem Opernplatz erneut eine Demonstration von „Nicht ohne uns“ statt, an der um die 80 Frauen und Männer teilnahmen. Menschen, die die „Aussetzung der verfassungsmäßigen Rechte“ nicht widerspruchslos hinnehmen möchten.

Ein Redner formulierte die Frage, ob das Infektionsschutzgesetz über der Verfassung stehe. Darauf hätte er umgehend eine Antwort, sagte er unter dem Applaus der Teilnehmer.

Meditation auf dem Friedrichsplatz für Mitbestimmung: Rund 50 Frauen und Männer machten mit.

Ein Zuhörer zeigte sich sicher, dass die Corona-Pandemie in drei Wochen überstanden sei. „Wenn wir weiter demonstrieren, dann schon“, sagte eine Frau mit Grundgesetz in der Hand.

Corona in Kassel: Kosmetiker demonstrierten vor Handwerkskammer

Dass Demonstrationen Wirkung zeigen können, erlebten die Kosmetiker. Am 1. Mai demonstrierten sie vormittags noch vor der Handwerkskammer. „Wir wollen eine Gleichstellung mit den Friseuren und ab Montag wieder arbeiten“, sagte Sabine Boland-Schaad. Die Kosmetikerin hat ein Geschäft mit fünf Angestellten in Ihringshausen, die sich nun seit Mitte März in Kurzarbeit befinden. Während die Friseursalons wieder öffnen dürfen, sollten die Kosmetikstudios weiterhin geschlossen bleiben.

Um auf diese Ungleichbehandlung aufmerksam zu machen, hatte Boland-Schaad spontan zu einer Demonstration auf dem Scheidemannplatz aufgerufen. Elf Frauen und Männer, die in der Schönheitsbranche arbeiten, nahmen an der Veranstaltung teil. „Wir wollen wieder arbeiten“ oder „Kosmetik ist ein Grundbedarf“ stand auf den Schildern. 

Corona in Kassel: Kosmetiker haben mit Demonstration Erfolg

Für die Kosmetikbranche sei es keine Schwierigkeit, die Hygienestandards, die von Friseuren erfüllt werden müssen, ebenfalls umzusetzen. „Wir unterliegen schon immer Hygienestandards, arbeiten mit Mundschutz und Handschuhen. Alle Geräte werden nach der Behandlung desinfiziert“, sagt Boland-Schaad.

Der Protest hatte Erfolg: Noch am Freitag gab es die Mitteilung des Landes, dass Kosmetikstudios ab heute wieder öffnen dürfen.

Lesen Sie alle News zu Corona in der Region Kassel in unsere Ticker. 

Ein Intensivpfleger aus Kassel berichtet von seiner Arbeit auf der Corona-Station

Wie ist die Stimmung während der Corona-Krise in der Region Kassel? Wir haben nachgefragt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.