In diesen Zeiten ist auch der Gang durch Supermärkte anders

Einkaufen in Zeiten von Corona: Viele Kunden lassen ein Dankeschön da

Die Chefs im Edeka-Lebensmittelmarkt: Max (links) und sein Vater Robert Aschoff achten auf das Einhalten ihrer Sicherheitsvorkehrungen.
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Die Chefs im Edeka-Lebensmittelmarkt: Max (links) und sein Vater Robert Aschoff achten auf das Einhalten ihrer Sicherheitsvorkehrungen.

In Zeiten von Corona ist auch der Gang durch Supermärkte anders. Wir haben mal geschaut, wie es bei Edeka Aschoff in der Kasseler Südstadt läuft.

  • Das Coronavirus wirkt sic stark auf den Alltag in Kassel aus.
  • In Supermärkten kommt es vermehrt zu Hamsterkäufen.
  • Wir haben uns umgesehen, wie es in einem Edeka in Kassel läuft.
  • Lesen Sie alle News zum Coronavirus in Kassel in unserem Ticker.

„Ich sorge mich um meine Kunden und Mitarbeiter, sie sollen möglichst alt werden“, sagt Lebensmittelhändler Robert Aschoff augenzwinkernd. Seit der Eröffnung seines Edeka-Markts an der Frankfurter Straße im Jahr 2009 hat der umtriebige Kaufmann immer wieder Neues für seine Branche entwickelt und ausprobiert und war bei Innovationen, etwa den Selbstbezahl-Kassen, häufig ein Vorreiter in Kassel. Auch die Coronakrise versteht er als Herausforderung und hat viele Ideen, wie man ihr begegnen sollte.

Seinen Lebensmittelmarkt mit den zusätzlichen Geschäften Bäckerei Kamps, Fleischerei Sauerborn und Blumenladen Wegner im Gebäude darf man zurzeit nur einzeln und nur mit einem Einkaufswagen betreten. Die begrenzte Zahl der Wagen (die Aschoff nicht benennt) würde automatisch ein Limit setzen. „Das schafft schon mal Abstand“, sagt er. Am Eingang steht – wie sonst in den Abendstunden – Wachpersonal einer Sicherheitsfirma, das Gruppen und Familien, die gemeinsam eintreten wollen, auflöst und jeden Einkaufswagen-Griff desinfiziert.

Einkaufen während Corona-Pandemie: Edeka in Kassel achtet auf Hygiene

Auf Handzetteln werden die Menschen aufgefordert, bestimmte Regeln einzuhalten, zum Beispiel, sich nicht zu mehreren vor einem Regal aufzuhalten. An den Kassen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch zwei Meter hohe Plexiglasscheiben von den Kunden getrennt. Sie tragen Handschuhe und sind mit Desinfektionsmitteln ausgestattet. Alle Kassen sind besetzt, sodass keine Warteschlangen entstehen, Personal weist die Kunden in die Gänge zu den Kassen, wo sie ebenfalls im Abstand stehen müssen. Zeichen auf dem Fußboden stellen die Zwei-Meter-Distanz sicher.

Dankbar: Viele Kunden drücken ihre Dankbarkeit gegenüber dem Personal an den Kassen aus, indem sie kleine Dankeschöns dalassen.

Aschoff sorgt für so wenig Kontakte wie möglich: Er hat eine Tür nur für den Einlass, eine andere ausschließlich für den Ausgang eingerichtet. Auch werden die langen Öffnungszeiten (Montag bis Samstag, 7 bis 24 Uhr) beibehalten. „Das entzerrt.“ Seine Bitte an die Kunden: Kommen Sie auch mal ganz früh oder spät, wenn weniger Menschen da sind. Dass andere Lebensmittelmärkte die Öffnungszeiten einschränken, findet er „kontraproduktiv“.

Bis auf Toilettenpapier, das auch bei Aschoff gehamstert wird, seien alle Waren stets vorhanden, sagt der Chef. Er beruhigt: „Die Leute sollten sich mal vor Augen halten: Weder hat sich der Verbrauch von Waren erhöht, noch ist die Produktion reduziert. Alles läuft wie immer.“ Vier voll beladene Sattelzüge habe er am Wochenende abladen können. Wie an jedem normalen Samstag auch.

Corona in Kassel: Toilettenpapier in Edeka nicht sanktioniert

Aschoff sieht davon ab, nach einer Lieferung Toilettenpapier zu sanktionieren, etwa nur eine Packung pro Käufer zuzulassen: „Das würde zu Reibereien und Verzögerungen führen.“ Und die vermeidet Aschoff um jeden Preis. „Wir sind sehr schnell, Warteschlangen gibt es nicht. Das ist jetzt das Gebot der Stunde. Die Kunden verkneifen sich sogar die Schwätzchen im Laden und sind sehr vernünftig.“ Und dankbar, dass ihre Helden an der Kasse für sie da sind.

„Sie glauben gar nicht, wie viel Lob und Dankesworte meine Mitarbeiter erreichen“, sagt Aschoff. Und das hebe die Motivation und Laune enorm. „Die sind alle noch hoch motiviert, keiner fehlt oder ist krank.“ In etwas Abstand zu den Kassen steht ein Tisch, auf dem bereits zahlreiche Kunden Pralinen und andere Dankeschöns für ihre Dienstleister in der Lebensmittelbranche abgelegt haben: „Danke, dass ihr für uns da seid!“, heißt es da.

Von Christina Hein

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