Corona in Kassel

Corona-Erfahrungen am Goethe-Gymnasium: Die meisten Schüler sind „frei von großen Ängsten“

Corona in Kassel: Erfahrungen am Goethe-Gymnasium
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Corona in Kassel: Erfahrungen am Goethe-Gymnasium

Die ersten Schülerinnen und Schüler dürfen nach der Corona-Pause wieder in die Schule. Das sind die Erfahrungen der Schüler am Goethe-Gymnasium in Kassel.

Kassel - Es ist eine noch nie da gewesene Situation und somit eine – wenn auch ungewollt – bemerkenswerte Premiere: Die Schulen sind geschlossen, aber die Schüler sollen beschult, von ihren Lehrern betreut und letztlich benotet werden.

Corona in Kassel: Rückkehr in die Schule

Homeschooling lautet das Stichwort. Schulen, die sich, was die Digitalisierung betrifft, auf unterschiedlichen Niveaus befinden, und Schüler, für die das gleiche zutrifft, sind mit den Maßnahmen zur Coronakrise ins kalte Wasser geworfen worden. Wie hat’s geklappt? Welche Arbeitsbedingungen haben Schüler zuhause? Wie steht’s um die Medienkompetenz der Lehrer?

Das Goethe-Gymnasium hat eine Zwischenbilanz gezogen und unter seinen Schülern eine Erhebung gemacht. Deren Ergebnis ist zuerst einmal positiv: „Dass unser Kaltstart in das Homeschooling so gut verläuft, konnte man nicht erwarten“, sagt Schulleiter Joachim Bollmann. Es gebe „aktuell keinen Anlass zur Panik und die Schülerinnen und Schüler sind bisher mehrheitlich frei von großen Sorgen und Ängsten“. Die Lehrkräfte haben laut Bollmann „offensichtlich sehr gute Arbeit geleistet“, und die Schüler haben mit häuslichen Unterstützungssystemen wie Eltern, Geschwistern, Freunden, ebenfalls sehr gut gearbeitet.“

Corona in Kassel: Kein Stress durch Homeschooling?

Über 50 Prozent der Schüler fühlen sich durch das Homeschooling nicht gestresst. Den anderen fehle vor allem der geregelte Tagesablauf und in Bezug auf die Aufgabenstellungen das Gespräch in der Gruppe mit den anderen Schülern.

Die digital bereitgestellten Materialien wurden in über 95 Prozent als gut lesbar und verständlich eingestuft. Das Schulportal als Arbeitsplattform war fast allen bekannt, aber noch nicht alle, vorwiegend die Jüngeren, konnten damit umgehen.

Corona in Kassel: 90 Prozent haben Zugang zu Computer

Fast 90 der Schüler können immer, wenn sie es für das Lernen brauchen, auf einen Computer oder ein Tablet zugreifen. Daraus folge, so Bollmann, „dass immer noch eine beträchtliche Anzahl von Schülern Unterstützung bei der Hardware braucht. Aus diesem Grund überlegen wir, schuleigene Laptops auszuleihen.“ Es ist nur eine von vielen Konsequenzen, die das Goethe-Gymnasium zieht.

Insgesamt 15 Prozent aller Schüler wünschen sich schulische Unterstützung bei der Bewältigung von häuslichen Konflikten. Ihnen fehlen die Schulsozialarbeiter, Vertrauens- und Klassenlehrer. „Aus diesem Grund werden wir eine Telefon-Sprechstunde einrichten“, so Bollmann.

chr

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