Pandemie

Sorge wegen hoher Corona-Zahlen in Kassel: Kritik an Spahns Plänen auch aus Nordhessen

Impfzentrum in der Aueparkhalle.
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Der Eingang der Aueparkhalle: Geht es nach Jens Spahn, soll das Impfzentrum in Kassel wieder öffnen.

Pünktlich zur dunkleren Jahreszeit spitzt sich die Corona-Lage zu - auch in Stadt und Landkreis Kassel. Die Sorge, dass die Zahlen weiter steigen, wächst.

Kassel – Wie im gesamten Bundesgebiet ist auch in der Region Kassel die Zahl der Corona-Erkrankungen zuletzt stetig gestiegen. Gestern ging die Sieben-Tage-Inzidenz zwar erstmals wieder leicht zurück, dennoch würden die aktuellen Fallzahlen für Kassel große Sorgen bereiten, sagt Landrat Andreas Siebert gegenüber der HNA: „Es scheint so, dass viele Menschen die Hygieneregeln nicht mehr in dem Maße beherzigen, wie es notwendig ist.“

In diesem Zusammenhang berichtet das für die Region zuständige Gesundheitsamt, dass die seit dem Ende der Herbstferien gestiegenen Zahlen weniger auf Reiserückkehrer zurückzuführen seien. Private und öffentliche Feierlichkeiten und Veranstaltungen sowie die wieder normalisierten Kontakte im Alltag würden zur Verbreitung des Virus beitragen.

Sorge wegen hoher Corona-Zahlen in Kassel: Nicht ohne Grund warnen Virologen vor weiteren Lockerungen

Das vergangene Wochenende mit der Casseler Freyheit, dem verkaufsoffenen Sonntag und den Menschenmassen in der Innenstadt dient als Beleg, dass die Gefahr vor Corona ein Stück weit aus den Köpfen verschwunden ist. Nicht ohne Grund warnen Virologen vor weiteren Lockerungen und davor, die derzeitigen Entwicklungen auf die leichte Schulter zu nehmen.

Unterdessen stoßen Jens Spahns Pläne auf Unverständnis. Um die Auffrischimpfungen voranzutreiben, will der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister die Impfzentren reaktivieren. Gerade einmal vier Wochen nach bundesweiter Schließung der Zentren sei dieser Vorstoß schon verwunderlich, sagt Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle.

Zumal die Kommunen davor gewarnt hätten, die Impfzentren vorzeitig zu schließen. Ähnlich äußert sich auch Landrat Andreas Siebert.

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Sorge wegen hoher Corona-Zahlen in Kassel: Rund 5900 Menschen haben sich zum dritten Mal impfen lassen

In Bezug auf die sogenannten Booster-Impfungen, die bereits für viele Menschen möglich sind, stünde Kassel hessenweit sehr gut da, sagt Geselle. Rund 5900 Menschen hätten sich bislang zum dritten Mal impfen lassen. Allein in den Alten- und Pflegeheimen sowie Tagespflegeeinrichtungen hätten die mobilen Teams 2300 Drittimpfungen verabreicht.

In Kassel leben etwa 29 800 Menschen über 69 Jahren – also jene Gruppe, für die die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischung empfiehlt.

Trotz der gestiegenen Coronafälle herrscht in den Kliniken der Region keine Panik. Es gebe einen leichten Anstieg von Covid-Patienten, teilt das Kasseler Klinikum als koordinierendes Krankenhaus mit. Grundsätzlich sei die Lage aber als entspannt zu werten. (Robin Lipke)

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