Sämtliche Termine sind vergeben

Corona in Kassel: Dienstag startet das Impfzentrum - Das müssen Sie wissen

Corona-Impfzentrum Kassel
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Große Schilder weisen den Weg zum Eingang des Kasseler Impfzentrums in der Großsporthalle am Auepark.

Am Dienstag geht es im Impfzentrum Kassel los. Wir erklären, wie es vor Ort läuft und was Sie zur Corona-Impfung wissen müssen.

Kassel - Es geht los: Im Kasseler Impfzentrum bekommen am Dienstag die ersten Senioren und Mitarbeiter von Altenheimen sowie Pflege- und Rettungsdiensten aus ganz Nordhessen ihre Coronaschutzimpfung.

Neben Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt gehört Kassel zu den ersten Impf-Standorten, die in Hessen öffnen. Damit wird erstmals nicht mehr nur in Senioren- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern in Stadt und Kreis Kassel geimpft. In diesen war der Startschuss am 27. Dezember gefallen. 3055 Menschen in der Stadt (Stand Donnerstag) haben die mobilen Impfteams seither geimpft. Im Kreis sind es 3006 Menschen – 1142 mehr als in der Vorwoche, so Sprecher Harald Kühlborn.

Corona-Impfung: Lieferverzögerungen bremsen Impfzentren in der Region Kassel aus

Ob in Kassel bereits Senioren ihre zweite Impfung erhalten haben und damit nun optimalerweise für die nächsten Monate vollständig gegen das Coronavirus geschützt sind, sagte die Stadt am Montag auf Nachfrage nicht. Im Kreis sind die Zweitimpfungen ab kommenden Sonntag vorgesehen. „Grund sind die anhaltenden Lieferverzögerungen beim Impfstoff“, erklärt Kühlborn. Wegen diesen habe man sich entschieden, die Impfwilligen generell nicht nach 21, sondern erst nach 28 Tagen zum zweiten Mal zu impfen.

Die Lieferverzögerungen bremsen auch das Impfen im Kasseler Zentrum sowie in Calden aus. Wann Letzteres öffnet, steht weiter nicht fest. Das Impfzentrum nahe dem Auestadion wird unterdessen vorerst nicht von 7 bis 22 Uhr geöffnet haben. In dieser Zeit könnte dort bei voller Auslastung geimpft werden. Das sei wegen der geringeren Zahl der Termine derzeit aber nicht notwendig, so ein Stadtsprecher.

Sämtliche Termine für Corona-Impfung in Hessen vergeben - Unsicher, wie viele in Kassel

Nach gerade einmal drei Tagen waren vergangene Woche die 60.000 in Hessen verfügbaren Impftermine für die Erst- und Zweitimpfung vergeben. Der Großteil der über 400.000 über 80-Jährigen in Hessen, die impfberechtigt sind, ging also leer aus. Wie viele der etwa 55.000 Senioren über 80 Jahren aus Kassel und dem Landkreis einen Termin für eine Impfung bekommen haben, diese Frage beantwortete die Stadt am Montag nicht.

Insgesamt sind in Hessen laut Robert-Koch-Institut (RKI) bisher 72.816 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, darunter 45.473 Altenheim- und Klinikmitarbeiter. Damit liegt die Impfquote mit 1,2 Prozent leicht unter der deutschen Gesamtimpfquote von 1,4 Prozent.

Corona-Impfzentrum in Kassel: Das müssen Sie wissen

Nach einem letzten Probelauf am Montag soll am ersten Tag der Impfungen im Kasseler Impfzentrum neben dem Auestadion am Dienstag alles reibungslos laufen (wie der Ablauf im Kasseler Impfzentrum sein wird, lesen Sie hier). Fragen und Antworten zum Impfstart:

Welche Unterlagen brauche ich?
Neben einem Personalausweis oder einem anderen Lichtbildausweis, aus dem das Alter und der Wohnort oder der gewöhnliche Aufenthaltsort hervorgeht, oder einer Arbeitgeberbescheinigung, wenn der Impfwillige im Gesundheits- oder Pflegedienst arbeitet, sollte man seinen Impfpass und die Krankenversicherungskarte mitbringen. Außerdem sollte jeder die Terminbestätigung und den mit der Anmeldung erhaltenen Bogen zur Einwilligung und Aufklärung dabei haben.
Muss ich einen Impfpass haben, um geimpft werden zu können?
Nein. Wenn jemand keinen Impfpass hat, bekommt er eine Impfbescheinigung in Papierform.
Wer darf mich zum Impfen begleiten?
Sowohl Angehörige als auch Betreuer dürfen Impfberechtigte ins Impfzentrum begleiten. Das gilt laut Stadt Kassel für sämtliche betreuende Personen – also Familienangehörige, Freunde, Bekannte oder andere Alltagshelfer wie Übersetzer. Geimpft wird allerdings nur derjenige, der einen Termin hat. Die Begleitung kann nicht spontan mitgeimpft werden.
Wie gehe ich vor, wenn mich niemand zum Impfzentrum begleiten kann?
Wer einen Impftermin vereinbart und eine Einladung bekommen hat, kann ein Taxi für eine kostenlose Hin- und Rückfahrt buchen. Das gilt für Personen, die nicht mehr selbst mobil sind, nicht von Angehörigen oder Freunden gebracht werden können und deren Krankenkasse eine Fahrt nicht bezahlt. Alle in Kassel wohnenden über 80-Jährigen haben einen Brief von der Stadt bekommen, in dem die Vorgehensweise erklärt wird. Im Landkreis kann man sich an seine Kommune wenden.
Derzeit sind alle Impftermine vergeben. Wann wird es weitere geben?
Das steht noch nicht fest. Erst wenn wieder Impfstoff geliefert wird, können Impfberechtigte über die Telefon-Hotlines des Landes (Telefonnummer 0611/505 92 888 und impfterminservice.de oder impfterminservice.hessen.de weitere Termine ausmachen. Wie viele Termine es im Kasseler Impfzentrum zum Impfstart am Dienstag und allgemein bislang gibt, diese Frage beantwortete die Stadt als zuständiger Organisator am Montag nicht. So lässt sich auch nicht sagen, wie viele Nordhessen bisher einen der 60 000 Impftermine in Hessen ergattern konnten, denn sie alle werden vorerst in Kassel geimpft.
Was ist, wenn ich in einem Altenheim wohne?
Auch Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen haben in den vergangenen Tagen Post vom Land Hessen zum Impfstart am Dienstag bekommen. Sie müssen sich allerdings nicht um einen Termin in einem Impfzentrum bewerben, sondern werden in ihrer Einrichtung geimpft. Die mobilen Teams arbeiten dafür parallel zu den Impfzentren weiter.
Wie viele Mitarbeiter sind es mittlerweile, die im Kasseler Impfzentrum helfen?
Bisher sind bei der Stadt 2300 Bewerbungen von Freiwilligen eingegangen. Mit wie vielen dieser Helfer die Stadt einen Vertrag abgeschlossen hat, sagte sie am Montag auf Nachfrage nicht.
Werden weiter Mitarbeiter gesucht?
Ja, aber nicht in allen Bereichen. Weiterhin gesucht werden Mitarbeiter aus den Berufsfeldern Apotheker und Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA). In den Bereichen Verwaltung und Logistik sowie beim medizinischen Fachpersonal gibt es bereits genügend Helfer.
Wie haben sich die Zahlen entwickelt?
Die Zahl der Neuinfizierten ist von Sonntag auf Montag um 50 gestiegen. 18 neue Fälle gibt es Stand Montagmittag in der Stadt, 32 im Landkreis. 7604 (plus 14) Menschen gelten laut Gesundheitsamt als genesen. Aktuell sind in der Stadt 442 (plus 13) Menschen mit dem Coronavirus infiziert, im Landkreis sind es 571 (plus 23). 97 von ihnen wurden am Montag im Krankenhaus behandelt, 24 intensivmedizinisch.
Erfreulich ist, dass die Zahl der Todesfälle nicht weiter angestiegen ist. Sie liegt bei 220 (105 in Kassel und 115 im Landkreis).
Wie sieht es bei der Inzidenz aus?
Der Wert, der angibt, wie viele neue Fälle es in den letzten sieben Tagen pro 100 000 Einwohner gab, liegt in Kassel weiter unter 100 und ist nochmals gesunken: von 78,3 am Vortag auf 72,4 am Montag. Im Landkreis stieg die Inzidenz von 107,3 am Sonntag auf 115,8 am Montag. (Marie Klement)

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