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Corona in Kassel: Welche Regeln jetzt in der Stadt gelten - Ein Überblick

In der Stadt Kassel gelten neue strengere Corona-Regeln im November - ein Überblick.

  • In Kassel gelten ab Montag, 2. November, neue Corona-Regeln.
  • Restaurants, Bars und Kneipen müssen schließen.
  • Einzelhandel darf weiter öffnen - unter bestimmten Voraussetzung.
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Kassel - Nach dem Landkreis hat nun auch die Stadt Kassel eine Maskenpflicht während des Schulunterrichts angeordnet. Wegen der hohen Corona-Zahlen ist dies nicht die einzige Änderung.

Die Maskenpflicht gilt für Schüler ab der 5. Klasse sowie für das Lehr- und pädagogische Personal. An weiterführenden Schulen in Kassel seien Fälle von Corona-Infektionen aufgetreten, teilte die Stadt zu der Ausweitung der Maskenpflicht mit. Die Allgemeinverfügungen tritt am Donnerstag, 29. Oktober, in Kraft und soll zunächst bis einschließlich 5. November gelten.

Mit der Allgemeinverfügung der Stadt Kassel wird auch der Sport- und Schwimmunterricht innerhalb von Gebäuden ab sofort untersagt. Diese Regelung gilt auch an den Kasseler Grundschulen. Sportunterricht im Freien und kontaktfrei ist nach wie vor möglich, wenn der Mindestabstand zwischen den Personen von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Im Landkreis Kassel gilt ebenfalls ab sofort eine Maskenpflicht an Schulen und in bestimmten Bereichen (vorerst bis 15. November) - ebenso wie eine Sperrstunde. In Kassel gibt es auch in einigen Bereichen der Innenstadt eine Maskenpflicht:

Hier gilt die Maskenpflicht in Kassel.

Übersicht: Die Corona-Regeln in Kassel im November

Neben den Einschränkungen, die die Stadt Kassel und der Landkreis Kassel bereits beschlossen haben (und die bereits gelten), kommen ab Montag, 2. November, weitere Einschränkungen hinzu, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch beschlossen haben. Sie sind teilweise härter als die Regeln von Stadt und Kreis und ersetzen diese daher teilweise ab Montag - oder ergänzen sie. Gelten soll der Teil-Lockdown vorerst bis Monatsende. Ein Überblick, was im November hinzukommt:

  • KONTAKTE: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen - maximal zehn Personen. Bislang durften sich in Hessen bis zu zehn Menschen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen.
  • GASTRONOMIE: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt sind weiter Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen. Kantinen und Mensen dürfen geöffnet bleiben.
  • SCHULEN und KINDERGÄRTEN: Schulen und Kindergärten bleiben offen. Genauso Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe.
  • FREIZEIT: Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken oder Wettannahmestellen. Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Auch Bordelle in Hessen müssen nach wie vor geschlossen bleiben.
  • SPORT: Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Individualsport, also etwa alleine oder zu zweit joggen gehen, ist weiter erlaubt. Profisport wie die Fußball-Bundesliga ist nur noch ohne Zuschauer zugelassen.
  • REISEN und HOTELS: Die Bürger sollen auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche verzichten - auch im Inland. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.
  • DIENSTLEISTUNGEN: Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden geschlossen, weil hier der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Medizinisch notwendige Behandlungen etwa beim Physiotherapeuten oder Fußpflege sind weiter möglich. Auch Friseure bleiben geöffnet.
  • SUPERMÄRKTE: Geschäfte im Einzelhandel bleiben geöffnet - es gibt aber Vorschriften, wie viele Kunden gleichzeitig im Laden sein dürfen.
  • ARBEIT: Überall, wo das möglich ist, soll wieder von zuhause gearbeitet werden.
    FIRMEN: Betriebe, Selbstständige und Vereine, die von den neuen Corona-Regeln besonders betroffen sind, bekommen große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzt. Bei Firmen mit maximal 50 Mitarbeitern gleicht der Bund 75 Prozent aus, bei größeren wird nach EU-Beihilferecht entschieden. (dpa)

Wegen der anhaltend hohen Fallzahlen in Kassel, wurden die städtischen Einrichtungen bereits am Samstag (31.10.2020) geschlossen.

Corona in Kassel: So sieht es für den KSV Hessen, die Kassel Huskies und die MT Melsungen aus

Auf Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel könnte nach den neuen Corona-Richtlinien eine Zwangspause zukommen. Bei den Fußballern steht noch nicht fest, ob der Trainings- und Spielbetrieb ab Montag eingestellt werden muss. „Es könnte aber sein“, sagt Trainer Tobias Damm, dessen Team am Samstag in Bahlingen antreten muss. Eine offizielle Mitteilung der Regionalliga Südwest wird in den nächsten Tagen erwartet.

Dagegen können sich die Kassel Huskies nach wie vor auf den Saisonbeginn vorbereiten. „Es gilt weiterhin der Beschluss der Gesellschafter, dass die Hauptrunde der DEL2 am 6. November mit den dann geltenden Bestimmungen in Bezug auf die Zuschauer startet“, wird Geschäftsführer René Rudorisch in einer Mitteilung zitiert.

Die Handball-Bundesliga, in der die MT Melsungen spielt, hat gestern bereits entschieden, mindestens bis Weihnachten weiterzuspielen. Die Basketball-Saison mit der BG Göttingen wird wie geplant am 6. November starten. Huskies, MT und BG müssen damit zumindest im November ohne Zuschauer in den Hallen auskommen. 

Neue Corona-Regeln im November: Diese Einschränkungen gibt es für Amateure und Freizeitsportler

Die Auswirkungen werden gravierend sein, denn ab dem 2. November sind Veranstaltungen verboten, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen. Heißt: Die Regelung betrifft auch den Amateursportbetrieb. Fitnessstudios müssen schließen, Schwimmbäder auch. Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Nur der Individualsport, wie zum Beispiel alleine joggen gehen, ist weiterhin erlaubt. Noch am Dienstag hatte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, auf „Fingerspitzengefühl“ seitens der Politik gehofft – allerdings mit wenig Erfolg, wie sich gestern dann herausstellte.

Wie erreiche ich das Corona-Testzentrum?

Anlaufstellen für Tests in Kassel sind die Hausarztpraxen und das Corona-Testcenter auf dem Gelände des Klinikums Kassel. Das Klinikum selbst koordiniert allerdings keine Tests. Wer einen Test machen möchte, muss bei seinem Arzt oder der Hotline der ärztlichen Termin-Servicestelle unter der Rufnummer 116 117 anrufen.

Das Gesundheitsamt bittet Betroffene darum, von Nachfragen abzusehen, um Testergebnisse in Erfahrung zu bringen. Negative Testergebnisse werden von Hausarztpraxen oder den Covid-Koordinierungszentren (Abstrichstellen) übermittelt.

Neue Corona-Regeln: Wie Kulturveranstalter und Gastronomen reagieren

Ab 2. November gelten zahlreiche Einschränkungen. Sie treffen unter anderem Restaurants, Bars und Kneipen sowie Theater und andere kulturelle Veranstaltungen. Erste Reaktionen von Betroffenen aus Kassel:

Restaurants müssen in Kassel den ganzen November über geschlossen bleiben. Ausnahmen: Liefern oder Abholen von Speisen ist weiter erlaubt (Symbolbild).

„Wir sind auf einen Lockdown eingestellt“, sagt Staatstheater-Intendant Thomas Bockelmann, kündigt aber zugleich an, dass der Deutsche Bühnenverein vermutlich mit einer einstweiligen Verfügung dagegen vorgehen wird. Anders als im letzten Lockdown müsse das Haus jetzt vielleicht nicht komplett geschlossen werden. „Wenn die Proben weiterlaufen dürfen, werden wir die Stücke zur Premierenreife bringen“ – um sie bei Wiederöffnung des Hauses aufführen zu können. Nachvollziehen kann er die Entscheidung der Regierung nicht, könne man dem Staatstheater-Publikum dank eines laut Gesundheitsamt „vorbildlichsten“ Hygienekonzepts ohne Zweifel raten: „Bleiben Sie im Theater, denn zu Hause ist es zu gefährlich.“

Das November-Programm des Theaterstübchens umfasst laut Markus Knierim 22 Konzerte. „Die Plakate sind gedruckt und werden aufgehängt.“ Da er mit einem mehrwöchigen Berufsverbot gerechnet hat, ist für ihn bereits klar: „Alle Konzerte aus dem November werden in den Januar und Februar verlegt.“ Er habe Verständnis für die Corona-Beschlüsse.

Peter Zypries ist Chef von Goethes Postamd und Brüder-Grimm-Festival. Letzteres sei gerade abgespielt und vom Lockdown nicht mehr betroffen. Die Festival-Planungen für nächstes Jahr liegen erst einmal auf Eis. Im Postamd könne man „vielleicht die Räume streichen“. „Wir haben ja alle gehofft, dass es langsam besser wird. Für einige Kulturveranstalter ist die Situation jetzt wieder dramatisch.“

„Wir sind entsetzt“, sagt Gisela Levorato vom Restaurant Osteria an der Jordanstraße. In den vergangenen Wochen habe man sich erst von dem ersten Lockdown ein bisschen erholt. Mit Blick auf die Investitionen, die man in Schutzmaßnahmen gesteckt habe, sei die Schließung jetzt für vier weitere Wochen schlimm. „Ich weiß nicht, wo die Reise hingeht“, sagt Levorato. „Ich glaube nicht, dass alle Kollegen das schaffen werden.“

„Die letzten Wochenenden waren schon schlecht, die Leute sind eher zu Hause geblieben“, sagt Carsten Bischoff von Joe´s Garage an der Friedrich-Ebert-Straße. Den Gastronomen verwundert es nach den Entwicklungen in den vergangenen Tagen und Wochen aber nicht, dass es jetzt wieder zu einem Lockdown kommt. „Eine Sperrstunde ab 23 Uhr wäre für uns natürlich schöner gewesen.“ Jetzt müsse man den Gürtel enger schnallen, sagt Bischoff. „Einen weiteren Monat halten wir schon durch.“ Allerdings sei der weitere Lockdown für die Studenten, die in der Kneipe arbeiten, schwierig. (Andreas Hermann, Anna Lischper, Marie Klement, Ulrike Pflüger-Scherb)

Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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