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Silvester in Kassel ohne Feuerwerk? Jetzt reagieren die ersten Händler

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Von: Pascal Spindler

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Derzeit wird in Deutschland über ein Verbot von Feuerwerkskörpern zu Silvester diskutiert. Auch in Kassel wollen einige Händler kein Feuerwerk verkaufen.

Kassel – Die Niederlande haben als erstes europäisches Land ein vollständiges Feuerwerksverbot zu Silvester ausgesprochen. Zu groß ist die Angst vor weiteren Corona-Infektionen auf Straßen-Partys, zu hoch die Gefahr, dass das Gesundheitssystem zum Jahreswechsel durch Verletzte überlastet wird.

In Deutschland gibt es bisher noch kein Feuerwerksverbot, aber viele Politiker sprechen sich dafür aus. Allerdings: Erste Händler reagieren bereits, verbannen Böller und Raketen aus ihrem Sortiment – auch in Kassel.

Rakten für Silvester
Einige Händler wollen in Kassel kein Feuerwerk für Silvester verkaufen. (Symbolbild) © Roland Weihrauch/dpa

Silvester 2020 in Kassel: Viele Baumärkte verkaufen kein Feuerwerk

Viele Baumärkte wollen die private Knallerei in diesem Jahr nicht unterstützen. Ketten wie Hornbach, Obi oder Bauhaus werden in ihren Filialen keine Pyrotechnik anbieten. Sie verweisen vor allem auf den Tier- und Umweltschutz, wollen nachhaltiger werden.

Auch Radmila Kelm wird in diesem Jahr kein Feuerwerk verkaufen. Sie führt zwei Rewe-Märkte in Süsterfeld-Helleböhn und Waldau. Ihr Grund für den Verkaufsverzicht: „Dieses Jahr nach dem Neujahrsspaziergang war für mich klar, dass ich das nicht mehr unterstützen möchte. Überall der ganze Müll am Straßenrand“, sagt sie.

Es passe nicht zusammen, das gesamte Jahr über auf eine saubere Umwelt zu achten und dann an einem einzigen Tag so viel Feinstaub in die Luft zu blasen und Abfall zu produzieren. Hinzu kommt: Zu Silvester landen viele Menschen mit Verbrennungen und Rauchvergiftungen im Krankenhaus. „Während Corona muss das erst recht nicht sein“, sagt Kelm.

Silvester 2020 in Kassel: Corona nimmt Einfluss auf Feuerwerksverkauf

Auch bei Edeka Wenzel in der Nordstadt nimmt die Pandemie Einfluss auf den Feuerwerksverkauf. „Wir können den Kunden durch unsere Maßnahmen auch beeinflussen. Wenn wir kein Feuerwerk anbieten, tun wir vielleicht etwas dafür, dass die Leute nicht so eng beisammen sind“, sagt Wenzel. Allerdings müsse dann auch der aktuelle Infektionsstand berücksichtigt werden.

Das Silvesterfeuerwerk 2018 in Kassel der Friedenskirche im Vordergrund.
So kam Kassel ins Jahr 2018: An Silvester wurde viel Feuerwerk abgebrannt; das ergab ein farbenfrohes Bild – mit der Friedenskirche im Vordergrund. © Christian Hedler

„Wir haben Feuerwerk bestellt, es wird auch geliefert, und wenn es keine politischen Entscheidungen gibt, die einen Verkauf verhindern, werden wir es wohl auch anbieten“, sagt Wenzel. Eine finale Entscheidung wolle er bald mit seinem Team treffen. „Manchmal ist es vernünftiger, gesellschaftlich und nicht kaufmännisch zu handeln“, sagt er.

Währenddessen haben Aldi und Lidl angekündigt, auch in diesem Jahr Feuerwerkskörper anbieten zu wollen. „Die Erfahrung zeigt, dass das Interesse unserer Kunden an Feuerwerk seit Jahren sehr groß ist“, heißt es von Aldi. (Pascal Spindler)

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