Bislang 47.000 Tests

Schnellere Ergebnisse bei Corona-Tests: Neue Geräte am Klinikum Kassel erleichtern die Arbeit

So sieht es aus: Das neue Testgerät erleichtert die Arbeit für die Molekularbiologinnen Dr. Nadin Dewert (links) und Dr. Jessika Wittke.
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So sieht es aus: Das neue Testgerät erleichtert die Arbeit für die Molekularbiologinnen Dr. Nadin Dewert (links) und Dr. Jessika Wittke.

Am Klinikum Kassel gibt es zwei neue Corona-Testgeräte. Sie sollen für schnellere Ergebnisse sorgen.

Kassel - Die Gesundheit Nordhessen (GNH) hat einen weiteren Schritt im Kampf gegen die Corona-Pandemie unternommen. Um mehr Testungen zu ermöglichen, wurden am Klinikum Kassel, das zur GNH gehört und als koordinierendes Krankenhaus die Versorgungsabläufe in der Region verantwortet, zwei Geräte angeschafft.

„Die neuen Laborsysteme sind teilautomatisiert und ermöglichen eine hohe Durchsatzrate in kurzer Zeit“, erklärt Dr. Marcus Thomé, Chefarzt für Infektionsdiagnostik und Mikrobiologie am Klinikum.

Neue Corona-Testgeräte am Klinikum Kassel: Kosten von 130.000 Euro

Die Geräte nennen sich Seegene Nimbus IVD und stammen aus Südkorea. Die Kosten in Höhe von insgesamt 130.000 Euro teilen sich die Stadt Kassel und die Landkreise Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg sowie Werra-Meißner zu gleichen Teilen. Vor allem die Probenentnahme, die Datenerfassung im System und die Reagenzienvorbereitung sei bislang sehr zeitaufwendig gewesen, sagt Thomé. Diese Arbeit übernähmen in Teilen die neuen Geräte, was auch das Laborteam entlaste.

Im Prinzip bereiten die Systeme die zu untersuchenden Proben auf den Test vor. Es werden DNA und RNA isoliert und im Anschluss auf den Covid-19-Erreger überprüft. In der täglichen Routine, wenn wenige Proben untersucht werden, helfe der Nimbus IVD nicht so viel. Der große Vorteil bestünde bei plötzlich erhöhten Testaufkommen, sagt Thomé: „Dann können wir in kurzer Zeit zuverlässige Ergebnisse übermitteln.“

Die neuen Corona-Testgeräte arbeiten schnell: 72 Proben gleichzeitig

Als Beispiel nennt der Mediziner Coronafälle an Schulen. Auch wenn nachmittags mehrere hundert Proben aus den verschiedenen Testzentren eintreffen, seien die Geräte extrem hilfreich. Manuell ginge es zwar, das sei aber sehr anstrengend, sagt Thomé. 72 Proben passen gleichzeitig in einen Nimbus – in etwa drei Stunden hat das Gerät die Arbeit erledigt. Zeit, die das Laborteam nun an anderer Stelle nutzen kann.

Laut Thomé können 1008 Einzelproben innerhalb von 24 Stunden analysiert werden. „Ich bin froh, dass es gelungen ist, für Nordhessen diese Laborsysteme anzuschaffen“, sagt Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle.

Bislang 47.000 Corona-Tests am Klinikum Kassel

Seit dem Ausbruch der Pandemie sind am Klinikum Kassel 47.000 Menschen auf das Coronavirus getestet worden. Für Dr. Marcus Thomé, Chefarzt für Infektionsdiagnostik, stand direkt fest, dass es keinen Sinn hat, Proben wegzuschicken. „

Wenn wir es hier wuppen können, sollten wir auch hier testen“, erklärt der Mediziner. Aber schnell müsse es gehen: „Wenn wir für ein Ergebnis länger als 24 Stunden benötigen, ist der Befund das Papier nicht wert, auf dem er steht.“

Fragen und Antworten zu den neuen Corona-Testgeräten am Klinikum Kassel

Inwieweit helfen die neuen Laborsysteme bei der alltäglichen Arbeit?

Die Systeme mit dem Namen Seegene Nimbus IVD-Geräte entfalten vor allem dann ihre Vorteile, wenn plötzlich eine große Anzahl von Tests gemacht werden muss. Bei einzelnen Proben seien die Mitarbeiter mit der Hand schneller, erklärt Dr. Marcus Thomé, Chefarzt für Infektionsdiagnostik und Mikrobiologie am Klinikum Kassel. Auf Vorfälle wie etwa zuletzt in Garmisch-Partenkirchen, als auf einen Schlag mehr als 1000 Menschen getestet werden mussten, ist das Klinikum nun vorbereitet.

Worin bestehen außerdem die Vorteile?

Die Geräte sind vor allem eine Investition für die Zukunft. Die Stadt Kassel und die Landkreise Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg sowie Werra-Meißner wollen gemeinsam mit der Gesundheit Nordhessen (GNH) die Testkapazitäten langfristig sichern. Mit den Nimbus-Geräten können große Mengen an Proben schnell verarbeitet werden. Und so können Infektionsketten besser ermittelt, nachverfolgt und schließlich unterbrochen werden.

Gab es zuletzt Coronafälle in Kassel?

Ja, bei einer Frau, die im Norden Kassels lebt, ist eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Davon ist auch die Kita Ahnabreite betroffen, da ihr Kind diese Einrichtung besucht. Das Kind ist ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. Um mögliche Infektionsketten zu unterbrechen, hat die Stadt Kassel für die Familie und die bislang ermittelten Kontaktpersonen eine Quarantäne angeordnet.

Mögliche Kontaktpersonen aus der Kita Ahnabreite werden Anfang kommender Woche auf Corona getestet. Insgesamt wurden in Stadt und Kreis Kassel gestern im Vergleich zum Vortag fünf Infizierte mehr registriert. Acht an Covid-19-Erkrankte sind dagegen wieder genesen. Aktuelle Infos zu Corona in der Region Kassel, gibt es in unserem News-Ticker.

Nutzen eigentlich Lehrer das Angebot, sich kostenlos testen zu lassen?

Nach unserer Berichterstattung über die zum Teil langen Wartezeiten für Lehrer und Erzieher auf kostenlose Corona-Tests hat sich nun auch die Stadt Kassel geäußert. „Uns liegen Rückmeldungen der Mitarbeitenden vor, dass eine Terminvereinbarung schwierig sei“, sagt Jugenddezernentin Ulrike Gote. Zu bemerken sei, dass das Angebot von den pädagogischen Fachkräften unterschiedlich angenommen werde.

Einige Mitarbeiter würden den Test gern in Anspruch nehmen, andere lehnten ihn ab. Noch bis 08.10.2020 bietet das Land Lehrern und Erziehern einen kostenlosen Test alle 14 Tage an. Dafür müssen diese sich bei einem der dafür zugelassenen Ärzte melden. Nach Angaben des Sozialministeriums ist derzeit keine Verlängerung des Angebots geplant. Über Engpässe bei den Ärzten sei dem Ministerium nichts bekannt, heißt es auf HNA-Anfrage. Man wolle sich aber bei der Kassenärztlichen Vereinigung erkundigen. (lip/kme/bal)

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