Test oder Quarantäne?

Urlaub im Risikogebiet - Das droht nach Rückkehr 

Ärztin hält zwei Abstrichstäbchen im Plastikröhrchen hoch.
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Corona in Kassel: Menschen, die aus Risikogebieten zurückkommen, müssen sich testen lassen.

Was droht Urlaubern aus Risikogebieten nach der Rückkehr? Unter anderem müssen sie auf ihr Gehalt verzichten.

  • Bundesregierung will Testpflicht für Urlauber aus Risikogebieten verabschieden.
  • Corona in Kassel: Das droht Rückkehrer aus Risikogebieten.
  • Unter anderem müssen Rückkehrer aus Risikogebieten unbezahlten Urlaub nehmen.

Kassel - Das Coronavirus nimmt während des Sommerurlaubs keine Auszeit. Die Bundesregierung plant, eine Testpflicht zu verabschieden für Rückkehrer aus Risikogebieten. Was bereits gilt: „Urlauber aus Risikogebieten müssen sich zu Hause in eine 14-tägige Quarantäne begeben“, sagt Nadine Gersdorf, Sprecherin des Hessischen Sozialministeriums. Für Arbeitnehmer kann eine Reise in ein Risikogebiet zudem bedeuten, dass sie im Anschluss unbezahlten Urlaub nehmen müssen.

Jürgen Kümpel, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Geschäftsführer des Hauses der Arbeitgeberverbände Kassel, erklärt, dass im Fall einer Quarantäne kein Anspruch auf vollen Lohn bestehe. Wenn der Beschäftigte wissend in ein Risikogebiet verreist ist, habe der Arbeitgeber das Recht, „die Annahme der Arbeitsleistung generell zu verweigern“. Heißt: Der Arbeitnehmer muss zu Hause bleiben und für die Zeit der Quarantäne auf Gehalt verzichten.

Corona in Kassel: Bei negativem Test wird Quarantäne aufgehoben

Sobald er ein negatives Testergebnis vorlegt, dürfe die Quarantäne wieder aufgehoben werden, sagt Gersdorf vom Sozialministerium. Generell sei der Urlauber in der Pflicht, sich sofort beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Zudem müsse sich der Urlauber eigenständig informieren, welche Länder als Risikogebiet gelten. Welche das sind, steht auf einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI), auf die zuletzt auch die drei spanischen Regionen Aragon, Katalonien und Navarra kamen.

Was den Lohn anbelangt, verhält es sich anders, wenn der Arbeitnehmer einen Urlaubsort wählt, für den das Auswärtige Amt nur eine Sicherheitswarnung ausspricht. Dann sei „der Arbeitgeber zur Zahlung verpflichtet“, sagt Kümpel. Denn sollte sich der Beschäftigte in diesem Fall mit Covid-19 infizieren, existiere keine oder keine überwiegende Mitschuld des Arbeitnehmers.

Corona in Kassel: VW-Werk sensibilisiert Mitarbeiter

Im Baunataler VW-Werk wird vor allem auf soziale Kontrolle gesetzt. „Wir versuchen, unsere Angestellten immer wieder zu sensibilisieren und vertrauen darauf, dass sie sich an die allgemeinen Spielregeln halten“, sagt Sprecher Heiko Hillwig. (Robin Lipke)

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