In „angepasster Form“

Trotz Corona: Der Märchenweihnachtsmarkt Kassel startet ab heute

Wegen der Pandemielage soll er 2021 in „angepasster Form“ stattfinden: Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt, unser Bild stammt aus dem Jahr 2019.
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Wegen der Pandemielage soll er 2021 in „angepasster Form“ stattfinden: Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt, unser Bild stammt aus dem Jahr 2019.

Die Stadt Kassel hat entschieden, dass der Märchenweihnachtsmarkt ab Montag (22.11.2021) stattfindet. Die Corona-Regeln sollen permanent überprüft werden.

Kassel – Trotz der auch in Stadt und Landkreis rasant steigenden Infektionszahlen sowie der von Bund und Land angekündigten Verschärfung der Corona-Maßnahmen: Kassel hält an der Ausrichtung des Märchenweihnachtsmarktes fest. Dieser soll am Montag, 22. November, nach dem bereits im Vorfeld bekannt gegebenen Konzept eröffnet werden, erklärte am Freitag Oberbürgermeister Christian Geselle.

Schärfere Corona-Regeln für den Weihnachtsmarkt Kassel sind zunächst nicht geplant. Doch würden Kassel Marketing als Veranstalter und die Sicherheitsbehörden kontinuierlich die Situation auf dem Markt prüfen und gegebenenfalls kurzfristig strengere Maßnahmen anordnen, betonte ein Stadtsprecher. Bislang gilt, dass geschlossene Bereiche der Gastronomie (etwa die Almhütte auf dem Königsplatz und das Grimms auf dem Friedrichsplatz) nur von nachweislich Geimpften und Genesenen betreten werden dürfen (2G-Regel). Die Pflicht zum Tragen einer Maske besteht nur dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht einzuhalten ist.

Weihnachtsmarkt in Kassel findet ab Montag statt – trotz 162 Neuinfektionen in Stadt und Landkreis

159 Corona-Neuinfektionen in Stadt und Landkreis Kassel hat das Gesundheitsamt am Samstag dem RKI gemeldet. Aktuell sind 1383 Menschen in der Region infiziert. Bei der Entscheidung für den Weihnachtsmarkt spielte für die Stadt Kassel auch die Einschätzung von Ministerpräsident Volker Bouffier eine Rolle.

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Dieser hatte am Donnerstag die Ausrichtung von Weihnachtsmärkten in Hessen als „verantwortbar“ bezeichnet, wenn Veranstalter entsprechende Maßnahmen treffen und Besucher sich an die Regeln halten würden. Gegen Weihnachtsmärkte hatten sich etwa die Bürgermeister des Landkreises Kassel sowie der Werra-Meißner-Kreis ausgesprochen.

Die Stadt Kassel hat am Freitag angekündigt, dass am kommenden Montag, 22. November, der traditionelle Märchenweihnachtsmarkt starten wird. Bis Ende des Jahres soll die Veranstaltung in der Innenstadt trotz der hohen Infektionszahlen einladen. Weitere Fragen und Antworten:

Anderenorts ist der Weihnachtsmarkt abgesagt, in Kassel findet er statt. Wie begründet das die Stadt?
Nach dem Bund-Länder-Treffen am Donnerstag habe Ministerpräsident Volker Bouffier bestätigt, dass Weihnachtsmärkte im Freien in Hessen stattfinden könnten, erklärte Ordnungsdezernent Dirk Stochla (SPD). Aufgrund der aktuellen Pandemielage finde der Märchenweihnachtsmarkt in angepasster Form statt. Mit dem Veranstalter Kassel Marketing habe man frühzeitig entschieden, angemessene Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
Welche Regeln sollen auf dem Markt gelten?
Nach jetzigem Stand die, die angekündigt wurden. So soll immer ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Besuchern eingehalten werden. Wo dies nicht möglich ist, muss eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. „Die Regelungen sind großzügig beschildert und werden fortlaufend und konsequent kontrolliert“, kündigte Stochla an. Durch geänderte Anordnung der Stände, breitere Wege und großzügigere Begegnungsflächen sollen die notwendigen Abstände einzuhalten sein. In Gastronomiebetrieben, die sich in geschlossenen Gebäuden oder Bereichen befinden, gelte ohnehin die 2G-Regelung, so Stochla. Der Zutritt ist also nur für Genesene und vollständig Geimpfte mit Nachweis erlaubt. Auch dies werde durch Schausteller und Sicherheitspersonal kontrolliert.
In Darmstadt etwa wurden die Maßnahmen auf dem Weihnachtsmarkt verschärft. Ist so etwas auch in Kassel denkbar?
Ja. Sollte sich die Verordnungslage ändern oder sollten erforderliche Korrekturen der Abläufe festgestellt werden, „könne man jederzeit kurzfristig nachjustieren“, sagte Stochla. Die Sicherheitsbehörden seien mit dem Veranstalter im stetigen Austausch. „Die Lage wird permanent beobachtet.“
Wie haben sich die Infektionszahlen in Stadt und Landkreis entwickelt?
Das Gesundheitsamt hat von Freitag auf Samstag von 92 Neuinfizierten in der Stadt und 67 im Landkreis berichtet. Die Zahl der insgesamt seit Ausbruch der Pandemie infizierten Menschen liegt damit für die gesamte Region Kassel bei 22.572. Am Freitag (19.11.2021) wurden 51 Infizierte im Krankenhaus behandelt, 13 davon werden intensivmedizinisch betreut.
Warum hält die Stadt Kassel bei den Booster-Impfungen an der Sechsmonatsfrist fest?
Sie beruft sich dabei auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko). Danach solle die Auffrischungsimpfung im Abstand von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie erfolgen. Eine Ausnahme stellten etwa Menschen mit Vorerkrankungen dar, diese könnten nach Einzelfall-Prüfung die Drittimpfung auch schon früher erhalten. Die Stadt begründet dies mit dem Andrang Impfwilliger und dem Ziel, zunächst den vulnerablen Personengruppen die Drittimpfung zu verabreichen. Personen, bei denen der Impfabstand von sechs Monaten noch nicht erreicht sei, könnten deshalb derzeit noch nicht drittgeimpft werden. Deshalb waren am Donnerstag auch einige Impfwillige am City-Point abgewiesen worden.
Warum schätzt der Landkreis das anders ein?
Auch der Landkreis Kassel beruft sich auf die Stiko. Nach den neuen Empfehlungen könnten Auffrischimpfungen bereits fünf Monate nach der Zweitimpfung erfolgen. Landrat Andreas Siebert erklärte dazu, man werde aufgrund der starken Nachfrage und dem Ziel, möglichst viele Menschen ein drittes Mal zu impfen, die Einzelfall-Prüfung nicht mehr durchführen. Der Landkreis ermöglicht somit im Impfzentrum in Calden jedem ab 18 Jahren eine Booster-Impfung bereits nach fünf Monaten.
Wird es weitere Impfangebote in Kassel geben?
Ja, die Stadt wird am Montag im Haus des Jugendamts (ehemaliges EAM-Gebäude) an der Ecke Scheidemannplatz/Treppenstraße eine zweite Impfstelle eröffnen – zusätzlich zu dem bisherigen Standort im City-Point. Eine weitere Impfstelle will die Stadt ab 1. Dezember in der Wolfsschlucht einrichten.
Sucht die Stadt noch Personal für die Impfstellen?
Ja. Für die Ausweitung des Impfangebots der Stadt Kassel werden Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) für eine Voll-, Teilzeit- oder eine geringfügige Beschäftigung gesucht. Qualifizierte können sich auf der Internetseite der Stadt bewerben.
Wie sieht es mit Besuchen in Krankenhäusern aus?
Besuche sind unter Einhaltung der 3G-Regeln in den meisten Kasseler Krankenhäusern möglich. Die Agaplesion-Diakonie-Kliniken, das Elisabeth-Krankenhaus, die Vitos Orthopädische Klinik und das Klinikum haben gemeinsam beschlossen, dass ungeimpfte Besucher vorab zum Testen in den City-Point müssen. Dafür ist eine Anmeldung nötig über das Testzentrum (gnh.net/schnelltest). Im Anschluss an den kostenlosen Test gibt es eine Besuchsberechtigung, die für 24 Stunden gilt. In den genannten Krankenhäusern ist vor Ort keine Testung für Besucher vorgesehen. Neben dem Testnachweis braucht man ein Ausweisdokument.
Wird überall so verfahren?
Die Helios-Kliniken bieten vor Ort einen Antigen-Schnelltest für Ungeimpfte.
Gibt es in Krankenhäusern auch ein Besuchsverbot?
Ja. In der Paracelsus-Elena-Klinik in Harleshausen gilt ein Besuchsverbot. Auch im Marienkrankenhaus in Rothenditmold sind derzeit keine Besuche möglich. Man reagiere damit auf die Dramatik der aktuellen Lage, sagt Geschäftsführer Michael Schmidt. Bei Palliativ- und Intensivpatienten finde man individuelle Lösungen. Wie lange das Besuchsverbot bestehen bleibt, dazu wollte sich Schmidt nicht äußern. Man bewerte die Lage ständig mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation.

Ein 20-jähriger Mann, der versucht hat, eine Bude des Weihnachtsmarktes auf dem Königsplatz in Kassel aufzubrechen, wurde in der Nacht zum Donnerstag von der Wachpolizei festgenommen. (Andreas Hermann und Kathrin Meyer)

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