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Verstoß gegen Corona-Regeln? Grundschullehrerin in Kassel soll Maske abgelehnt haben

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Von: Christina Hein

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Die Auefeldschule in der Kasseler Südstadt.
An der Auefeldschule war vor einer Woche einen Tag lang der Hort geschlossen. Es gab ein hohes Infektionsaufkommen. © Marie Klement

An der Kasseler Auefeldschule soll eine Lehrerin ohne Maske unterrichtet und Schüler dazu aufgefordert haben, ihre Masken abzulegen.

Kassel – Vor einer Woche war die Auefeldschule in Kassel in die Schlagzeilen geraten, weil hier innerhalb weniger Tage die Zahl der Corona-positiv getesteten Kinder regelrecht „explodiert“ war, berichtete Schuldezernentin Ulrike Gote im Schulausschuss am Mittwoch. Es habe sich um mehr als ein Viertel aller Schüler gehandelt. Vorsorglich hatte das Gesundheitsamt den Hort geschlossen.

Die 169 Hortkinder sollten für 14 Tage in Quarantäne geschickt werden. Die Entscheidung hatte beträchtliche Auswirkungen auf die Schule in der Südstadt mit mehr als 230 Mädchen und Jungen. Für Leiterin Nicole Rudolph kam das „einer Schulschließung“ nahe. Dann kam aber schnell Entwarnung: Einen Tag später waren viele Kinder mit einem negativen Schnelltest in den Hort und in die Schule zurückgekehrt. Die prophylaktische Hortschließung hat 24 Stunden angedauert. Inzwischen habe sich die Situation beruhigt.

Auefeldschule in Kassel: Schuldezernentin berichtet über mögliche Regelmissachtung

Jetzt muss sich die Auefeldschule mit einem weiteren Problem im Zusammenhang mit Corona auseinandersetzen, über das Ulrike Gote die Mitglieder des Schulausschusses informiert hat: Es sei bekannt geworden, dass sich an der Auefeldschule eine Lehrerin weigere, eine Maske zu tragen und sie zudem die Kinder aufgefordert haben soll, ebenfalls ihre Masken abzunehmen. „Das darf auf keinen Fall toleriert werden“, sagt dazu die Schuldezernentin.

Schulleiterin Rudolph sagt zu dem Vorwurf: „Uns liegt eine konkrete Beschwerde vor, und dem gehen wir nach.“ Sie nehme das Thema sehr ernst. Ein solches Verhalten könnte – wenn es zutrifft – auf keinen Fall akzeptiert werden.

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Nach Beschwerde über Lehrerin in Kassel: Schule und Land überprüfen Einhaltung der Corona-Regeln

„Wir gehen solchen Hinweisen sofort nach“, sagt dazu auch ein Sprecher des hessischen Kultusministers als oberster Dienstherr. Für das Verweigern von Masken gibt es absolut kein Verständnis. „Wenn eine Lehrkraft die Maskenpflicht missachtet, ist das ein Dienstvergehen“, so Sprecher Philipp Bender. Das werde umgehend geprüft. Es handele sich aber in Hessen um Einzelfälle und große Ausnahmen, dass Lehrkräfte sich weigerten, eine Maske zu tragen.

Eine „Handvoll Fälle“ sei in den letzten Monaten beim Ministerium gelandet. Es sei in diesem Zusammenhang auch schon einer hessischen angestellten Lehrerin gekündigt worden. „Das ist dann das letzte Mittel.“ Es sei die Aufgabe der Schulämter, das zu überprüfen.

Arbeitgeber prüft Dienstvergehen von Lehrerin in Kassel: Es wird nach Einzelfall entschieden

Beamteten Lehrerinnen und Lehrern drohten Disziplinarverfahren und in letzter Konsequenz eine Suspendierung vom Dienst sowie der Verlust der Bezüge. „Wenn ein Beamter die Autorität des Staates infragestellt, handelt es sich um ein Dienstvergehen. Da verstehen wir keinen Spaß.“ In Hessen sei das Tragen von Masken im Unterricht vorgeschrieben. Als Beamter sei man verpflichtet, den Staat auch nach außen zu repräsentieren.

Sabine Schäfer vom Staatlichen Schulamt der Stadt und dem Landkreis Kassel sagt: „Wenn bekannt wird, dass eine Lehrkraft die Umsetzung der Corona-Regelungen verweigert, wird dem umgehend nachgegangen und geprüft, ob eine dienstrechtliche Maßnahme getroffen werden muss. Darüber wird jeweils im Einzelfall entschieden. Zuerst wird ein Gespräch geführt.“ (Christina Hein)

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