Lage in Gemeinschaftsunterkünften ist entspannt

Corona: Kaum infizierte Flüchtlinge in Kassel

Jägerkaserne an der Ludwig-Mond-Straße
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Wird Ende des Jahres als Gemeinschaftsunterkunft aufgegeben: die Jägerkaserne an der Ludwig-Mond-Straße.

Zuletzt hatte es Schlagzeilen wegen eines Corona-Massenausbruchs in der Erstaufnahme für Flüchtlinge des Landes in Niederzwehren gegeben. Nun war die Situation in den Unterkünften der Stadt Thema.

Kassel - Um die Situation in den Gemeinschaftsunterkünften der Stadt Kassel ging es nach einer SPD-Anfrage in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Sport. Fragen und Antworten dazu:

Wie bewertet der Magistrat die Situation in den Gemeinschaftsunterkünften der Stadt?
Die Bilanz mit Blick auf Corona fällt positiv aus, sagt Bürgermeisterin Ilona Friedrich. Die Bewohner reagierten zum größten Teil verständnisvoll. Bisher gab es in den Gemeinschaftsunterkünften nur vereinzelte Infektionsfälle. Im April und Juni wurden demnach wegen einzelner Fälle Quarantäneanordnungen für Bewohner zweier großer Einrichtungen ausgesprochen. Die erkrankten Personen wurden separat untergebracht.
Welche Vorkehrungen hat das Sozialamt seit Beginn der Pandemie getroffen?
Seit Ende März wurden nur noch Familien und – unter Beachtung der Abstandsregelungen – maximal zwei Personen in den Zimmern untergebracht. Zudem hat das Amt die Einrichtungen über Hygienevorschriften und Abstandsregelungen informiert sowie Flyer und Plakate in mehreren Sprachen bereitgestellt.
Die Stadt Kassel ist nicht Betreiberin der Unterkünfte, sodass sich die Betreiber oder Eigentümer um die Hygienekonzepte und deren Einhaltung kümmern müssen. Die Stadt tauscht sich dafür mit ihnen aus, um über Regelungen zu informieren und Fragen zu beantworten. Zudem sind der Caritasverband Nordhessen-Kassel und der Verein Piano regelmäßig vor Ort, um die Bewohner zu beraten.
Was tut die Stadt darüber hinaus?
Sie unterstützt die Betreiber bei der Überwachung und Einhaltung der Maßnahmen sowie bei der Versorgung der Bewohner.
Wie viele Menschen leben derzeit in den städtischen Gemeinschaftsunterkünften?
Laut Friedrich sind es etwa 1000 Geflüchtete.
Verfolgt die Stadt weiterhin die Strategie einer dezentralen Unterbringung?
Ja. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass das die Integration der Geflüchteten vereinfacht. Momentan werden außer den großen Gemeinschaftsunterkünften (ab 50 Plätzen) 35 kleine Unterkünfte, überwiegend mit Wohnungscharakter, genutzt.
Wie viele Unterkünfte gibt es derzeit und wie sind sie in den Stadtteilen verteilt?
Neben den genannten 35 kleinen Unterkünften gibt es sieben große Unterkünfte. Die Jägerkaserne wird allerdings zum 31. Dezember aufgelöst, das Nordstadtquartier soll zum 30. Juni 2021 aufgegeben werden. In den Stadtteilen ist die Aufteilung wie folgt:
Nordstadt: 6 Unterkünfte, 525 Plätze -  Bettenhausen: 5 Unterkünfte, 215 Plätze - Niederzwehren: 1 Unterkunft, 195 Plätze - Wehlheiden: 4 Unterkünfte, 242 Plätze - Wesertor: 2 Unterkünfte, 248 Plätze - Harleshausen: 5 Unterkünfte, 106 Plätze - Mitte: 3 Unterkünfte, 119 Plätze - Oberzwehren: 4 Unterkünfte, 79 Plätze
Jeweils weniger als 40 Plätze haben die Unterkünfte in Fasanenhof (1 Unterkunft), Forstfeld (2), Jungfernkopf (1), Kirchditmold (2), Nordshausen (3), Philippinenhof (1), Rothenditmold (1) und Wolfsanger (1). In den restlichen Stadtteilen gibt es keine Unterkünfte mehr.
Wie ist der Stand bei der Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland?
Die Stadt hat Ende Oktober eine Familie aufgenommen. Sie wurde in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. Die Stadt würde auch weitere Flüchtlinge aufnehmen, derzeit gibt es laut Friedrich aber keine Informationen, ob und wann weitere Familien kommen.

Von Marie Klement

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