Schilder weisen auf die Regeln hin

An Tag eins der Lockerungen ist Kassel weit von der Normalität entfernt

Corona-Lockerungen in Kassel: Die Stadt ist weit von der Normalität entfernt
+
Einige Läden dürfen seit Montag wieder öffnen. Das sorgte dafür, dass am Mittag auf der Königsstraße reger Personenverkehr herrschte.

Corona in Kassel: Einige Läden haben nun wieder geöffnet, von Normalität ist die Stadt allerdings noch weit entfernt. 

  • Das Coronavirus breitet sich weiter in der Region Kassel aus
  • Nach der Corona-Pause wurden nun die ersten Lockerungen vereinbart
  • Von Normalität ist die Stadt noch weit entfernt

Kassel - Seit Montag (20.04.2020) haben einige Läden wieder geöffnet – aber wie ist es, in den Geschäften jetzt wieder einkaufen zu gehen? Alles so wie vorher? Wir haben uns umgeschaut. Das Fazit lautet: Die Normalität ist bei Weitem noch nicht wieder da – allein durch die Schilder an den Läden in Kassel, die die Kunden auf Corona-Sicherheitsvorkehrungen und Änderungen hinweisen, wird man immer wieder an die außergewöhnliche Situation erinnert.

Im Dez in Kassel ist es am Montagvormittag relativ ruhig – der Großteil der Geschäfte ist noch geschlossen. Hier gibt es kein Problem, anderen aus dem Weg zu gehen, und man fühlt sich recht sicher: Viele Verkäufer tragen Gesichtsmasken, und die meisten Läden haben nur ein oder zwei Türen geöffnet. Einige haben eine Einkaufskorbpflicht eingeführt. Überall hängen Schilder, dass nur eine begrenzte Zahl an Kunden das Geschäft betreten darf, teilweise achten Verkäufer am Eingang auf die Einhaltung der Regeln. Im Görtz-Schuhgeschäft erhalten Kunden beim Eintreten einen Schuhlöffel, vermutlich, um die Anzahl der Besucher besser zählen zu können.

Corona in Kassel: Einkaufkorbpflicht für Kunden

Die Buchhandlung Thalia hat ebenfalls eine Einkaufskorbpflicht für Kunden. „Du darfst jetzt nicht rumflitzen und musst bei mir bleiben“, sagt eine Mutter zu ihrer kleinen Tochter, die den Laden betreten. Rot-weißes Flatterband wurde in Streifen geschnitten und mit Klebeband am Boden befestigt, um auf den gebotenen Corona-Abstand von 1,5 Metern hinzuweisen – richtig fest ist das Flatterband allerdings nicht.

Die einzigen Läden im Dez, vor denen sich am Montag Schlagen bilden, sind die Optiker und das Eiscafé – dort ist warten angesagt. In regelmäßigen Abständen wurden Spender für Handdesinfektionsmittel aufgestellt – einer ist bereits leer, am nächsten haben die Kunden mehr Glück.

Einschränkungen eines Schuhgeschäfts im Dez.

Corona in Kassel: Deutlich mehr Publikumsverkehr in der Stadt

In der Innenstadt in Kassel herrscht am Mittag deutlich mehr Publikumsverkehr als noch in den vergangenen Wochen während der Corona-Pause – gut für die Einzelhändler, aber auf der Königsstraße immer den Sicherheitsabstand zu wahren, ist schwierig. Immer wieder heißt es: kurz stehen bleiben und warten oder gar ausweichen. Dabei haben längst nicht alle Geschäfte offen: Mindestens die Hälfte der Läden hält die Türen noch verschlossen, obwohl zumindest manche davon augenscheinlich nicht größer als 800 Quadratmeter sind. Manche Geschäfte kündigen an, ab Dienstag offen zu haben. Fast alle offenen Läden weisen auf eingeschränkte Öffnungszeiten hin.

Im City Point achten mehrere Sicherheitsmänner darauf, dass die Kunden einem Leitsystem folgen: Alle dürfen nur noch in eine Richtung durch das Einkaufszentrum gehen, teilweise sind dafür die Rolltreppen gesperrt. Pro Stockwerk führt nur noch eine hinauf und eine hinunter – im City Point legt man jetzt beim Shoppen also deutlich mehr Strecke zurück als sonst.

Corona in Kassel: Plexiglas an Kassen zum Schutz

An der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel bitten manche Geschäfte darum, eine Gesichtsmaske beim Eintreten zu tragen, etwa By Design und Soki. Letzterer hat an der Kasse einen Plexiglas zum Schutz vor dem Coronavirus angebracht. Den Kasseler Einzelhändlern ist offensichtlich daran gelegen, Mitarbeiter und Kunden zu schützen, damit die Lockerungen nicht womöglich wieder rückgängig gemacht werden.

Von Lara Thiele 

Neuigkeiten rund um das Coronavirus in der Region Kassel sind im News-Ticker zu finden. 

Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in der Region Kassel seit über einem Monat im Griff. Jetzt kommt es zu ersten Lockerungen. Wir haben diese in einem Artikel zusammengefasst.

In Berlin wurden wegen der Corona-Pandemie temporäre Radstreifen eingerichtet, indem Fahrspuren umgewidmet wurden. Nun werden diese Radstreifen während Corona auch für Kassel gefordert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.