Geschäfte öffnen nach wochenlanger Pause

Corona-Lockerungen: Wer sich kleiner macht, darf öffnen

Hier geht’s lang im Laden: In der Deichmann-Filiale an der Oberen Königsstraße war Gebietsverkaufsleiter Florian Schütze gestern noch mit den Vorbereitungen für die Wiedereröffnung beschäftigt.
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Hier geht’s lang im Laden: In der Deichmann-Filiale an der Oberen Königsstraße war Gebietsverkaufsleiter Florian Schütze gestern noch mit den Vorbereitungen für die Wiedereröffnung beschäftigt.

800 Quadratmeter sind derzeit die magische Marke im Einzelhandel: Größere Geschäfte müssen sich etwas einfallen lassen, wenn sie wieder öffnen wollen.

Bei Deichmann im Dez und an der Leipziger Straße kann man seit Montag wieder im Schuh-Angebot stöbern. In der Filiale an der Oberen Königsstraße aber drückten sich Kunden gestern noch die Nasen an der geschlossenen Glastür platt. Drinnen sind bereits Abstandsmarkierungen auf den Boden geklebt und Beschäftigte im Einsatz, Warum darf die Kundschaft nicht hinein?

Gebietsverkaufsleiter Florian Schütze sagt, die Deichmann-Innenstadtfiliale in Kassel sei für ihn ein besonderer Laden. Schütze betreut 85 Standorte in fünf Bundesländern. Nur ein einziges Geschäft, nämlich das an der Oberen Königsstraße, sei größer als 800 Quadratmeter. Bevor der Laden wieder öffnen dürfe, müsse zunächst eine Abtrennung gebaut und von den städtischen Behörden abgenommen werden.

Die bauliche Lösung, die sich Schütze überlegt hatte, stellte sich nach seinen Worten als nicht praktikabel heraus. Deswegen wurde gestern bei Deichmann noch hinter den Kulissen an der Abtrennung gefeilt. Falls alles so gelaufen ist wie vom Gebietsleiter erhofft, soll die Schuh-Filiale am heutigen Dienstag wieder öffnen.

Geschützt bei der Modeberatung: Im Modehaus Trischl bedienen Karin Ludwig (von links), Petra Marställer und Doris Keßler ihre Kundinnen mit Mundschutz.

Das Problem, sich gemäß der Corona-Regelungen räumlich zu verkleinern, haben einige Handels-Akteure in der Innenstadt. Die Galeria Kaufhof will dies ebenfalls bis heute hinbekommen und ab 9.30 Uhr eine auf 800 Quadratmeter begrenzte Verkaufsfläche öffnen. Dafür wird der Kaufhauszugang an der Oberen Königsstraße neben dem Bäckereistand genutzt.

Bei anderen großen Häusern in der Fußgängerzone wie dem Modehaus Sinn, H&M oder Sport-Scheck deutete gestern von außen nichts auf Ambitionen hin, den Verkauf auf reduzierter Fläche zu starten. Auch bei C&A, wo wegen einer Generalsanierung ohnehin nur eine kleine Verkaufsfläche genutzt wird, blieb die Tür geschlossen.

Hat wieder geöffnet: Reinhard Lange vom Porzellanhaus Lange.

Als günstig stellte sich die Flächenregelung für das Modehaus Trischl an der Wolfsschlucht heraus: Mit ihren drei Verkaufsetagen kommt die Traditionsfirma laut Geschäftsführer Hans-Peter Jung auf 760 Quadratmeter Fläche. So musste vor der gestrigen Wiedereröffnung baulich nichts unternommen werden.

Doch auch für kleinere Geschäfte ist der Verkaufsbetrieb in Corona-Zeiten von allerlei Herausforderungen bestimmt – zum Beispiel, wenn es ums Abstandhalten geht, sagt Inhaber Reinhard Lange vom Porzellanhaus Lange an der Neuen Fahrt. Weil man sich beim Slalom um die Präsentationstische schon mal etwas näher kommt, „sind wir ein großer Freund von Mundschutz“, sagt Lange.

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