Polizeihund beißt Angreifer

Corona-Party mit 40 Feiernden eskaliert: Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt jetzt gegen Polizeibeamte

Corona-Party in Kassel eskaliert: Drei junge Männer wurden in der Nacht zum Freitag (14.05.2021) in einem Studentenwohnheim festgenommen.
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Corona-Party in Kassel eskaliert: Drei junge Männer wurden in der Nacht zum Freitag (14.05.2021) in einem Studentenwohnheim festgenommen. (Symbolfoto)

Eine Corona-Party in einem Studentenwohnheim am Universitätsplatz in Kassel endete mit einem Polizeieinsatz. Nun wird gegen die Beamten ermittelt.

Update vom Freitag, 04.06.2021, 17.31 Uhr: Nach dem Polizeieinsatz wegen Ruhestörung in einem Studentenwohnheim am Universitätsplatz in Kassel ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei Männer sowie die eingesetzten Beamten.

Nach mehreren Meldungen wurde die Polizei in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai zwei Mal zu einer Ruhestörung zu dem Studentenwohnheim geschickt. Während des zweiten Einsatzes kam es laut Polizeibericht zu einer Auseinandersetzung zwischen den Beamten und drei Männern.

Nach Corona-Party in Studentenwohnheim liegen jetzt Strafanzeigen gegen die Beamten vor

Der Staatsanwaltschaft Kassel liegen nach eigenen Angaben inzwischen zwei Strafanzeigen gegen die Beamten vor, unter anderem wegen Körperverletzung im Amt. Gegen die drei Männer wird wegen Widerstands und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie versuchter Gefangenenbefreiung und Beleidigung ermittelt, berichtet die sueddeutsche.de.

Bestätigt wurden die Ermittlungen gegen die am Einsatz beteiligten Polizisten auch vom Polizeipräsidium Nordhessen. Allerdings wurde gleichzeitig einer zuvor veröffentlichten Stellungnahme des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AstA) Kassel widersprochen, in welcher der Vorfall anders als im Polizeibericht geschildert wurde. Den eingesetzten Beamten zufolge stelle sich der Sachverhalt deutlich anders dar als in der Pressemitteilung des AstA, teilte ein Polizeisprecher mit.

Corona-Party mit 40 Feiernden eskaliert - Männer attackieren Beamte

Erstmeldung vom Freitag, 14.05.2021, 14.04: Kassel – Nachdem eine Corona-Party in einem Studentenwohnheim in Kassel in einem Polizeieinsatz geendet hatte, ging ein 26-Jähriger auf die Polizisten los. Unterdessen kamen laut Angaben der Polizei zwei 23 und 25 Jahre alte Männer hinzu und versuchten, die Festnahme des 26-Jährigen zu verhindern, indem sie die Polizisten ebenfalls körperlich angingen.

Beide wurden später festgenommen. Hiergegen wehrte sich der 23-Jährige massiv, sodass die Beamten gegen ihn ein DEIG (Distanzelektroimpuls-Gerät) einsetzten. Die drei unter Alkoholeinfluss stehenden Tatverdächtigen, bei denen Blutproben entnommen wurden, müssen sich nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Gegen die 23 und 25 Jahre alten Männer wurden darüber hinaus Strafanzeigen wegen versuchter Gefangenenbefreiung eingeleitet.

Corona-Party in Kassel endet mit Festnahmen: 40 Bewohner feierten auf dem Flur des Obergeschosses

Mehrere Anwohner hatten gegen Mitternacht die Polizei wegen Lärms durch eine Vielzahl an feiernden Personen sowie laute Musik in dem Studentenwohnheim in Kassel gerufen. Bei Eintreffen der ersten Streife hätten sich etwa 40 Bewohner auf einem Flur im Obergeschoss befunden, die sich bei Erblicken der Polizisten überwiegend in ihre Zimmer zurückzogen.

Der 26-Jährige hingegen sei ohne Mund-Nasen-Bedeckung auf die Polizisten zugegangen und weigerte sich, eine Maske aufzuziehen und seine Personalien anzugeben. Als die Beamten ihn nach Ausweispapieren durchsuchen wollten, geriet er außer Rand und Band und schlug sowie trat nach ihnen.

Eskalation nach Corona-Party in Kasseler Studentenheim: Polizeihund beiß Tatverdächtigen ins Knie

Glücklicherweise blieben die Polizisten, die Pfefferspray gegen den Mann hätten einsetzen müssen, sowie die weiteren hinzugeeilten Streifen unverletzt. Der Diensthund schnappte den 26-Jährigen schließlich in das Knie, wodurch er eine Bisswunde erlitt.

Ein Rettungswagen brachte den Mann, bei dem ein Alkoholtest 1,2 Promille ergab, in ein Krankenhaus. Atemalkoholtests bei den 23 und 25 Jahre alten Tatverdächtigen ergaben 1,1 sowie 0,8 Promille, weshalb sie zur Verhinderung weiterer Straftaten und Ausnüchterung in den Polizeigewahrsam gebracht wurden.

Seit Beginn des Monats gilt auch in Hann. Münden von 22 Uhr bis 5 Uhr am Folgetag eine Ausgangssperre. Grund dafür seien vermehrte illegale Partys und Treffen, heißt es. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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