Polizeidirektion Kassel

Corona prägt auch den Arbeitsalltag der Polizei in Kassel

Zuständig für die Schutzpolizei im Stadt und im Landkreis Kassel: Polizeidirektor Bernd Lindenborn ist neuer Leiter der Polizeidirektion Kassel.
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Zuständig für die Schutzpolizei im Stadt und im Landkreis Kassel: Polizeidirektor Bernd Lindenborn ist neuer Leiter der Polizeidirektion Kassel.

Seit September 2020 leitet Polizeidirektor Bernd Lindenborn die Polizeidirektion Kassel. Sie ist die vorgesetzte Dienststelle der vier Polizeireviere und zwei Polizeistationen in Stadt und Landkreis Kassel sowie der Regionalen Ermittlungseinheit.

Kassel - Polizeidirektor Bernd Lindenborn freut sich bereits auf die Herausforderungen, die in der Zeit nach Corona auf ihn warten. Seit September ist der 57-jährige Leiter der Polizeidirektion Kassel. Lindenborn ist seitdem verantwortlich für über 500 Polizeibeamte und Angestellte in Stadt und Landkreis. Antrittsbesuche, wie sie sonst in solchen Positionen üblich sind, fielen dem Virus zum Opfer.

Auch Verabschiedungen von Revierleitern, die über Jahrzehnte bei der Polizei waren, durften nur im ganz kleinen Kreis stattfinden.

„Corona prägt halt den kompletten Arbeitsalltag“, sagt Lindenborn. Das liegt nicht nur an den Einsätzen, die die Polizisten seit knapp einem Jahr haben – wegen Demonstrationen gegen die Einschränkungen oder Verstößen gegen die Regeln. Auch die Arbeitsbedingungen haben sich dem Virus angepasst. Die Beamten arbeiten in Einzelbüros oder im Homeoffice, sofern das möglich ist. „Das geht im Streifendienst natürlich nicht“, sagt Lindenborn. Auf Streife können die Beamten auch nicht immer die Abstandsregeln einhalten.

Lindenborn ist froh, dass sich die Infektionszahlen bei der Polizeidirektion Kassel dennoch im Rahmen halten. Zwischen 12 und 20 Polizisten seien bislang gleichzeitig betroffen gewesen (sie waren entweder infiziert oder es gab den Verdacht, dass sie sich angesteckt haben können).

Leider komme es auch regelmäßig dazu, dass Polizisten von Tatverdächtigen bewusst bespuckt werden. Damit solle die Angst geschürt werden, dass sich die Beamten mit Corona infizieren könnten. Das geschehe bei Schlägereien oder auch bei Einsätzen mit häuslicher Gewalt. Die Zahlen von häuslicher Gewalt würden sich nach wie vor auf einem zu hohem Niveau befinden, sagt der Polizeidirektor. Er macht sich in diesem Zusammenhang besonders Sorgen um Kinder und Jugendliche, die zu Hause Gewalt ausgesetzt sind und seit Wochen nicht in die Kita oder Schule gehen können. „Die Kontrollinstanz Erzieher und Lehrer findet derzeit nicht statt.“

Als Chef der Polizeidirektion ist Lindenborn auch Ansprechpartner für die Kommunen. Zudem steht er im engen Austausch mit dem Landrat und Kassels Oberbürgermeister. Er gehört dem Verwaltungsstab Corona an, wo ein Austausch von Politik und Verwaltung für ganz praktische Fragen stattfindet.

Lindenborn, der in Niedenstein aufgewachsen ist und nach dem Realschulabschluss zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker bei Opel in Wehlheiden gemacht hat, begann 1982 seine Karriere bei der hessischen Polizei. In seinen bislang 39 Dienstjahren hat er viel gesehen und erlebt. Nach Stationen im mittleren und gehobenen Dienst in der Bereitschaftspolizei, im Streifendienst in Frankfurt und beim SEK Kassel hat Lindenborn seit dem Jahr 2000 verschiedene Führungsfunktionen im höheren Dienst bekleidet. Jahrelang war er beispielsweise für das SEK Kassel verantwortlich. Lindenborn, der verheiratet ist, einen erwachsenen Sohn hat und im Landkreis Kassel lebt, war zudem in der Soko Liemecke, die für die Aufklärung des Mordes an Regierungspräsident Walter Lübcke zuständig war, Leiter für die operativen Maßnahmen.

Aufgrund von Corona müsse sich die Polizei derzeit wenig mit Delikten wie Ladendiebstählen und Einbrüchen beschäftigen, sagt Lindenborn. „Wir sind aber negativ zuversichtlich. Das kommt alles wieder.“ (Ulrike Pflüger-Scherb)

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