Stadt bietet drei Ausweich-Apartments

Corona-Schutz: Mehr Platz fürs Frauenhaus in Kassel

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Infolge der Ausgangsbeschränkungen durch die Corona-Krise befürchten Frauenberatungsstellen einen Anstieg der häuslichen Gewalt (Symbolbild).

Hilfeeinrichtungen warnen: Die Fälle von häuslicher Gewalt werden in Zeiten von Corona und dem damit verbundenen engen Zusammenleben von Familien deutlich zunehmen.

  • Corona zwingt die Menschen in einem Haushalt, eng zusammenzuleben
  • Hilfseinrichtungen warnen nun, dass die Fälle häuslicher Gewalt dadurch deutlich zunehmen werden
  • Kassel stellt dem Frauenhaus deshalb weitere Räume zur Verfügung

Dass Fälle häuslicher Gewalt tatsächlich zunehmen, zeigen die Zahlen aus China, die sich während der Ausgangssperre verdreifacht haben. Von einem Anstieg gehen auch die Experten in Kassel und Umgebung aus. Die Stadt stellt deshalb und zum Schutz vor Infektionen weitere Räume zur Verfügung.

Corona: Ansturm auf Frauenhaus in Kassel befürchtet

Denn erschwerend hinzukommen die gebotenen Sicherheitsmaßnahmen, die in den überfüllten nordhessischen Frauenhäusern eingehalten werden müssen, um Ansteckungen zu vermeiden. „Ganz klar: Es wird zu mehr Spannungen kommen“, befürchtet Irmes Schwager vom Autonomen Frauenhaus Kassel, „Konflikte können in so einer Sondersituation, wie wir sie haben, besonders eskalieren.“

Anders als in Südhessen, wo der Ansturm auf die Frauenhäuser seit Tagen dramatisch zugenommen hat, herrscht in Kassel noch „Ruhe vor dem Sturm“. Als solche bezeichnete Heike Upmann von der Beratungsstelle „Frauen informieren Frauen“ (Fif) die aktuelle Situation: „Das Telefon steht bei uns nicht still.“

Corona: Mehr Platz für Quarantäne 

„Wir nehmen noch Frauen mit ihren Kindern auf“, sagt Schwager. Das gestalte sich aber zunehmend schwierig, weil man sich in einer Umbauphase befinde und räumlich eingeschränkt sei. Zurzeit befinden sich 28 Frauen und Kinder unter dem Schutz des Kasseler Frauenhauses. 32 Plätze stehen zur Verfügung.

Auf die angespannte Situation hat die Stadt Kassel reagiert. „Wir haben dem Frauenhaus drei Apartments zur Verfügung gestellt, um ausweichen und gegebenenfalls eine Quarantäne gewährleisten zu können“, sagt Sozialdezernentin Ilona Friedrich.

Corona: Team des Frauenhauses in Kassel ist als systemrelevant eingestuft

Damit sich das Frauenhaus-Team auf die Arbeit konzentrieren kann, ist es vom Rathaus als systemrelevant eingestuft worden. Den Mitarbeiterinnen stehen somit für ihre Kinder Betreuungsplätze in Kitas zur Verfügung.

Polizeisprecher Matthias Mänz sagt: „Unsere Einsätze bei häuslicher Gewalt sind zurzeit noch nicht erhöht.“ Sie liegen in Nordhessen bei einzelnen Fällen pro Tag. Allerdings seien die Kollegen in diesen Tagen für die Gefahr besonders sensibilisiert.

Hilfe: Frauenhaus Kassel Tel. 0561 / 89 88 89, Frauenhaus Landkreis: 0561 4 91 01 94, Fif: 0561 / 89 31 36, bundesweites Hilfetelefon 080 00 11 60 16, Polizei: 110

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