Stimmungsbild eingefangen

Corona-Situation in Kasseler Schulen: Unaufgeregt durch Routine und Kommunikation

Ein Kind macht einen Corona-Schnelltest in Gegenwart seines Vaters.
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Drei Mal wöchentlich muss an hessischen Schulen getestet werden: Der Corona-Schnelltest ist für viele Schüler, Eltern und Lehrer zur Routine geworden.

Die Inzidenzen steigen täglich auf neue Höchstwerte. Von der Corona-Gefahr sind Schulen nicht ausgenommen. Wir haben uns umgehört.

Kassel – Keine Panik in Kasseler Schulklassen angesichts allgemein steigender Corona-Zahlen. In den Schulen hat sich vielmehr eine Routine im Umgang mit der Pandemie eingespielt, die sich als effektiv und hilfreich erweist und die bei vielen für ein relatives Gefühl der Sicherheit sorgt. Das hat eine kleine Umfrage ergeben.

Die Zahl der Schüler an den 54 Kasseler Schulen, bei denen zurzeit eine Sars-CoV-2-Infektion nachgewiesen worden ist, gibt das Gesundheitsamt der Region Kassel mit 160 bis 180 Betroffenen an.

„Die Schulleitungen und Lehrkräfte gehen sehr souverän mit der angespannten Situation um und haben im Verlaufe der Pandemie eine große Handlungssicherheit erworben“, sagt Sabine Schäfer vom Staatlichen Schulamt zur Situation an den Schulen.

Sabine Schäfer

„Bei uns liegt alles im grünen Bereich“, erklärt Ines Blumenstein, die Leiterin der Heinrich-Schütz-Schule im Vorderen Westen. Es gebe keine von Corona geleerten Schulklassen. Allerdings sei der Krankenstand unter den Jugendlichen und dem Lehrpersonal hoch, weil gerade grippale Infekte grassierten, „wie sonst auch üblich zu dieser Jahreszeit“.

Eine positive Entwicklung stellt Ines Blumenstein fest: Eltern reagierten wachsamer, wenn ihre Kinder Corona-Symptome zeigten. „Dann werden die Tests oft zuhause vorgenommen und die Kinder erst gar nicht zur Schule geschickt. Das schützt alle anderen natürlich enorm.“

Von einer Unaufgeregtheit, im Umgang mit der Pandemie erzählt auch Lothar Schöppner, der Leiter des Friedrichsgymnasiums. Eltern, Schüler und Lehrpersonal verhielten sich souveräner als noch im vergangenen Jahr, wenn beispielsweise ein positiver Fall auftauche. „Wir müssen trotzdem wachsam bleiben und immer an unsere Verantwortung denken.“ Auf Veranstaltungen, die nicht unbedingt notwendig seien, müsse zurzeit verzichtet werden. „

Wir haben aber zunehmend bessere Instrumente und Plattformen, um zu informieren und im Kontakt mit den Eltern zu sein.“ Das bestätigt auch die Leiterin der Grundschule Wolfsanger-Hasenhecke, Katrin Endig-Rausch: Mit der Umstellung auf eine digitale Pinnwand, zu der auch die Eltern Zugang haben, habe sich die Kommunikation in der Schule stark verbessert. „Wir fühlen uns gut informiert und wir wissen, wie wir uns in der Pandemie verhalten müssen.“ Das beruhige den Unterrichtsalltag. „Wir sorgen uns, aber es gibt keine panischen Situationen mehr.“ Tatsächlich habe es an ihrer Schule seit Sommer keinen positiven Test gegeben.

Als Reaktion auf die aktuelle Pandemielage wurde jetzt vom Kultusministerium festgelegt, dass die sogenannten Präventionswochen verlängert und in den Schulen mindestens drei Testungen pro Woche durchgeführt werden. Eine tägliche Testpflicht besteht dann, wenn in der Klasse oder in dem jeweiligen Kurs ein positiver PCR-Test durchgeführt wurde.

Zwei Wochen lang muss dann täglich getestet werden, und in der Klasse muss permanent eine Maske getragen werden, so Sabine Schäfer. Sie entfalle, sobald der Nukleinsäure-Nachweis zur Überprüfung des positiven Antigen-Tests ergibt, dass keine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus vorliegt. Gegenwärtig werde geprüft, ob und wie dem Wunsch vieler Schulen nach Impfaktionen vor Ort entsprochen werden könne.

Quarantäne-Erlass vom Hessischen Kultusministerium

Nach dem Quarantäne-Erlass des Hessischen Kultusministeriums vom 3. November gilt eine Quarantäne nur noch für die positiv getestete Person. Bei Vorliegen eines negativen PCR-Ergebnisses, das heißt, wenn sich der positive Antigentest nicht bestätigt hat, darf der Schüler/die Schülerin wieder in die Schule gehen.

Bestätigt sich der positive Antigenschnelltest in der PCR, dann muss der/die Betroffene in Absonderung bleiben. Die Absonderung bei bestätigter Sars-CoV-2-Infektion dauert bei ungeimpften Schülern mindestens bis zum siebten Tag.

Für Geimpfte, die keine Symptome haben, endet die Absonderung frühestens am fünften Tag nach dem ersten Test. Für eine Verkürzung der Absonderung muss jeweils ein negativer PCR-Test beim Gesundheitsamt sowie in der Schule vorgelegt werden.

Über das Ende der Absonderung entscheidet das Gesundheitsamt.

Sitznachbarn unterliegen keiner Pflicht zur Absonderung mehr. Sollte der Sonderfall der Quarantänisierung weiterer Kontaktpersonen in der Schule notwendig werden, geschieht das in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt. (Christina Hein)

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