Grüne fordern, Fahrbahnen umzuwidmen

Streit in Kassel um Radstreifen während Corona

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Neue Radwege: Im vorigen August baute der ADFC einen temporären Radstreifen auf dem Steinweg auf. Grüne und Radinitiativen fordern so etwas nun auch in Corona-Zeiten. 

In Berlin wurden wegen der Corona-Pandemie temporäre Radstreifen eingerichtet, indem Fahrspuren umgewidmet wurden. Nun werden diese Radstreifen auch für Kassel gefordert.

  • Das Coronavirus breitet sich in der Stadt Kassel weiter aus.
  • In Berlin wurden wegen Corona nun neue Radstreifen eingerichtet.
  • Auch in Kassel werden diese neuen Streifen nun gefordert. 

Kassel - Radfahrer schauen beeindruckt nach Berlin. In der Hauptstadt hat der rot-rot-grüne Senat wegen der Corona-Pandemie temporäre Radstreifen eingerichtet, indem Fahrspuren umgewidmet wurden. Diese sogenannten Pop-up-Bikelanes sollen nicht nur das Radeln sicherer machen, sondern auch vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen, weil auf den weniger befahrenen Straßen mehr Platz für Radler ist.

Corona in Kassel: Grüne fordern Maßnahme auch für Kassel 

Diese und andere Sofortmaßnahmen fordern die Grünen, der Radentscheid und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nun auch für Kassel. Die Rathausfraktion der Grünen schlägt einen Radstreifen auf der Wilhelmshöher Allee vor. Die Radinitiativen bringen zudem die Weserstraße zwischen Finanzamt und Katzensprung ins Gespräch, wo sich Radler bislang auf einem engen Weg entgegenkommen, während die Fahrbahn für Autos fünfspurig verläuft.

Die Grünen fordern in einer Pressemitteilung außerdem „Rotmarkierung von Radwegen“ sowie „Beschilderungsmaßnahmen, um Schulwege sicherer zu machen“. Das alles lasse „den Willen zur Verkehrswende sichtbar werden“, wie Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin es formuliert. Thomas Hofmann vom Radentscheid verweist zudem nach Wien, wo „Ostermontag 20 Fahrbahnen komplett für den Fußverkehr freigegeben wurden“. Und Robert Wöhler vom ADFC fordert: „Berlin hat gezeigt, dass Pop-up-Bikelanes quasi über Nacht möglich sind. Auch Kassel muss jetzt handeln.“

Corona in Kassel: Absage für Forderungen

Verkehrsdezernent Dirk Stochla (SPD) erteilt den Forderungen hingegen eine Absage. Er halte es „nicht für richtig, in Aktionismus zu verfallen“, teilte er der HNA mit. Zwar sei der Kraftfahrzeugverkehr wegen des Corona-Shutdowns „spürbar zurückgegangen“, es gebe auf den Alltagsstrecken anders als auf den Touristenrouten an der Fulda aber keine überfüllten Geh- und Radwege. Man könne „momentan durchaus sicher mit dem Fahrrad unterwegs sein, ohne dass die rechten Fahrspuren in temporäre Radwege umgewandelt werden“.

Auf Wilhelmshöher Allee und Weserstraße müssten zudem die Ampelschaltungen berücksichtigt werden: „So etwas lässt sich nicht mal eben schnell planen.“

Mittelfristig könnten Forderungen wie die nach Pop-up-Bikelanes der Verkehrswende schaden, argumentiert Stochla: „Symbolpolitik auf der Welle einer Pandemie könnte der so wichtigen Akzeptanz von Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs einen Bärendienst erweisen.“

Von Matthias Lohr

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