„Am Ende ist der Schaden meist höher“

Corona-Krise auf dem Kopf? Friseurin gibt Tipps, was man jetzt tun sollte – und was nicht

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Nur selten erfolgreich: Sich anhand eines Videos im Internet selbst die Haare zu schneiden. 

Der Friseurbesuch? In diesen Tagen unmöglich. Die Obermeisterin der Kasseler Friseurinnung verrät, was man jetzt machen kann, damit auf dem Kopf keine weitere Krise ausbricht.

Kassel – Auch wenn im Homeoffice egal ist, ob die Haare liegen oder nicht. So richtig wohlfühlen sich viele derzeit mit ihrer Frisur nicht. Alexandra Kaske-Diekmann, Obermeisterin der Friseurinnung Kassel, gibt Tipps.

Was tun, wenn der Schnitt rauswächst?

In den meisten Fällen ist es so, dass man einen bestimmten Schnitt oder eine gewisse Länge gewohnt ist. „Ein guter Haarschnitt wächst aber mit“, sagt Alexandra Kaske-Diekmann. Wer regelmäßig zum Friseur geht, der sollte keine großen Probleme haben. Die Haare etwas zu toupieren, um ein bisschen mehr Stand reinzubekommen, kann vor allem bei Kurzhaarfrisuren helfen. Hilfreich kann auch sein, den Pony stark nach innen zu föhnen oder einen Klettwickler rein zu drehen. Statt das Haar zu glätten, lieber mit Stylingeisen oder Rundbürste arbeiten.

Kassel: Obermeisterin der Friseurinnung gibt Tipps - Pony nachschneiden

Was muss man beachten, wenn man den Pony nachschneiden will?

Alexandra Kaske-Diekmann, Obermeisterin der Kasseler Friseurinnung.

Hier sollte man sich vorsichtig vortasten, rät Kaske-Diekmann. „Weniger ist mehr.“ Auf keinen Fall den Pony gerade runterkämen, sondern eher ein bisschen locker und in der Hand leicht drehen, dann ganz vorsichtig millimeterweise abschneiden. Eine Alternative kann sein, einen Seitenscheitel zu tragen, um die Haare aus dem Gesicht zu halten. Im Notfall kann auch eine Haarklammer oder eine Haarspange helfen, damit man sich nicht ständig die Haare aus dem Gesicht streichen muss.

Sollte man selbst Hand anlegen?

„Beim Pony kann das vielleicht noch gehen, aber ansonsten rate ich davon ab“, sagt die Obermeisterin. Man habe hinten keine Augen und wenn man den Kopf drehe, um sich von hinten im Spiegel zu sehen, dann verschiebe sich alles. „Am Ende ist der Schaden meist höher, als wenn man die Haare jetzt ein paar Tage etwas länger trägt.“ Auch die Frage, ob andere Personen die Haare kürzen können, ist schnell beantwortet: Nur, wenn sie im selben Haushalt wohnen. Ansonsten ist es mit einem Abstand von 1,50 Metern unmöglich, Haare zu schneiden.

Kann eine Schneidemaschine helfen?

„Männer sind im Moment klar im Vorteil“, sagt Kaske-Diekmann. Da wirke es schon gepflegter, wenn beim Rasieren auch der Nacken etwas nachgeschnitten wird. „Mit einer Schneidemaschine kann einiges schiefgehen“, sagt Kaske-Diekmann. Nicht umsonst dauere eine Friseurausbildung drei Jahre. Generell gelte auch bei der Schermaschine: Weniger ist auch hier mehr.

Corona: Krise auf dem Kopf? Friseur-Tipps für lange und kurze Haare

Wie lassen sich kurze Haare in diesen Zeiten bändigen?

Bei Kurzhaarfrisuren liegen Haare schnell auf den Ohren auf. Im Nacken entsteht Wildwuchs, der sich auch gerne auf dem Hemdkragen ablegt. „Meistens ist es bei kurzen Frisuren so, dass die Konturenhaare kurz geschnitten sind und eng anliegen“, sagt Kaske-Diekmann. „Da kann man jetzt gut nachhelfen.“ Ihr Tipp: Mit Gel die Haare im Ohren- und Nackenbereich anlegen und mit etwas Haarspray festigen.

Wie kommen lange Haare gut durch die Krise?

„Jetzt kann man endlich die Haarkur machen, die man Wochen vor sich hergeschoben hat“, sagt Kaske-Diekmann. Man sollte die neugewonnene Zeit in die Haarpflege investieren. Wer lange Haare habe, habe ohnehin schon so seine Tricks, wie man die Haare zusammen halten kann. Aber diese Tage könne man auch einfach nutzen, um ein bisschen zu experimentieren, rät die Friseurin.

Was kann man tun, wenn sich die Dauerwelle immer mehr auswäscht?

„Viele haben eine Dauerwelle, um die tägliche Frisur zu unterstützen“, sagt Kaske-Diekmann. „Da muss man jetzt ein bisschen mehr Zeit investieren und die Ansätze etwas föhnen, um das fehlende Volumen auszugleichen.“

Corona: Krise auf dem Kopf? Einige nehmen es mit Humor

Was hilft, um den deutlich sichtbaren Ansatz zu überdecken?

Den Scheitel in einer Zickzackform ziehen, dann wird die harte Linie durchbrochen, lautet der Tipp der Friseurin. Auch hilft es, die Haare nicht zu straff aus dem Gesicht zu kämmen. Eher einen lockeren Pferdeschwanz oder Haarsträhnen über die Stirn fallen lassen. Die Haare zu toupieren kann auch hier eine gute Option sein, um ihnen mehr Stand zu geben und die herauswachsenden Strähnen zu überdecken.

Sollte man sich die Haare selbst nachfärben?

Davon rät Kaske-Diekmann ab: „Bloß nicht einfach drauflosfärben.“ Das gilt besonders für die, die sich vorher noch nie oder nur selten die Haare selbst gefärbt haben. Man kann so vielleicht Ansätze kurzfristig kaschieren, aber das Farbergebnis ist oft nicht so wie gewollt, ist die Erfahrung der Friseurin.

Was hilft gegen Spliss?

Spliss kann man leider nicht mit Pflege begegnen, da hilft nur schneiden. Also muss man jetzt schauen, dass man den Schaden möglichst gering hält. Also Haare nicht zu stark rubbeln und beim Kämmen besonders vorsichtig vorgehen. Hilfreich ist, diese Stellen ganz gezielt mit einer Haarkur zu behandeln, um kämmen und frisieren zu erleichtern.

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