Coronavirus in Kassel

Wegen Corona: Plexiglas ist rar geworden - Glasereien aus Kassel fertigen Schutzscheiben an

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Schutz aus Kunststoff: Glasermeister Uwe Keßler mit einer Makrolon-Platte aus Polycarbonat.

Für die Glasereien in Kassel ist die Corona-Pandemie nicht zwangsläufig auch eine Krise. Zurzeit bekommen sie viele Aufträge für Schutzplatten.

Kassel – „Bis Mai, Juni bekommen wir nichts mehr nach“, sagt Matthias Hoffmann, Chef des Glashandels Hoffmann in der Gaußstraße in Kirchditmold. Hoffmann spricht sowohl von Plexiglascheiben als auch von Makrolon-Platten aus Polycarbonat. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise sind beide Kunststoffe aus Acrylglas gefragter denn je. Krankenhäuser, Arztpraxen und Geschäfte haben sich damit eingedeckt, um die Ausweitung der Pandemie einzudämmen.

„Die Frage bei uns nach Plexiglas und Makrolon ist in den vergangenen drei Wochen drei Mal so hoch wie üblich gewesen“, sagt Hoffmann. Da jetzt fast alle Geschäfte mit so einem Schutz ausgestattet worden seien, sei diese Woche die Nachfrage etwas rückläufig gewesen, sagt Hoffmann, der in seinem Großhandel aber auch nur noch Restbestände der Kunststoffplatten hat.

Corona in Kassel: Vermehrt Aufträge für Schutzplatten

Glasermeister Uwe Keßler, der seinen Betrieb an der Frankfurter Straße in Niederzwehren hat, hat in den vergangenen Wochen von Metzgereien, einem Reinigungsdienst, von Arztpraxen und vom Marienkrankenhaus Aufträge bekommen, um deren Tresenbereiche mit den durchsichtigen Schutzplatten auszustatten.

In seiner Werkstatt gebe es auch noch ausreichend Material, sagt Keßler. Apropos Material   – was ist der Unterschied zwischen Plexiglas- und Makrolon-Platten? Beide werden von verschiedenen Unternehmen hergestellt, die Namen sind rechtlich geschützt. Keßler arbeitet lieber mit Makrolon-Platten, weil diese schlagzäher seien und seltener brechen würden. Allerdings seien sie auch teurer als Plexiglasplatten. Die Preise für die Platten richten sich auch nach ihrer Stärke. Das gehe bei zwei Millimeter los. Die Platten könnten aber auf Wunsch auch über zwei Zentimeter stark werden, so Keßler.

Corona in Kassel: Nach Ende der Krise ist eine einfache Entfernung möglich

Seit drei Wochen herrscht auch bei der Kasseler Firma „Glas Knaust“ an der Weserstraße eine große Nachfrage nach Scheiben aus Kunststoff. Es habe mit den Apotheken angefangen, dann zogen Krankenhäuser und andere Geschäfte nach, sagt Inhaberin Jutta Klug. Vereinzelt habe es zwischenzeitlich Engpässe bei der Lieferung der Scheiben gegeben. „Das hat sich mittlerweile aber eingespielt“, sagt Klug. Manche Scheiben seien noch am selben Tag der Bestellung eingebaut worden, die meisten Aufträge hätten innerhalb von zwei Tagen erledigt werden können.

Die Wünsche der Kunden seien ganz unterschiedlich, sagt Klug. Manche wollten Platten, die man aufhängen kann, andere Aufsteller für ihre Theken.

In einer Sache ähneln sich die Aufträge dann schon: Nach Ende der Corona-Krise können die Kunststoffplatten wieder entfernt werden, ohne dass man noch Rückstände von ihnen sehen muss. Als schnelle und kurzfristige, als vorübergehende Lösung sieht auch Glashändler Hoffmann aus Kirchditmold diese Schutzplatten.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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