Pandemie

Corona in Kassel: Handwerker werden zu Rettern in der Not

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So taucht er derzeit bei Kunden wegen der Corona-Krise auf: Stefan Gronemann, Monteur bei der Installationsfirma Trebing & Trebing aus Kassel, mit FFP3-Maske, Desinfektionsspray, Handschuhen und Rohrzange.

Corona in Kassel: Sie arbeiten unter erschwerten Bedingungen weiter, so lange es geht - Handwerker helfen in diesen Tagen vielen Menschen aus misslichen Lagen

  • Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Handwerker in der Region Kassel aus.
  • Installateure arbeiten nur noch mit besonderem Schutz.
  • Belegschaften wurden teilweise in den Urlaub geschickt.

Wegen Corona: Installateure in Kassel arbeiten nur noch mit besonderem Schutz

Ohne Atemschutzmaske, Handschuhe und Desinfektionsspray geht bei der Firma Trebing & Trebing aus Kassel nichts mehr. „Wir gehen nur noch mit besonderem Schutz zum Kunden“, sagt Peter Trebing, der die Heizungs- und Installationsfirma mit seinem Bruder Dirk betreibt. Um die 22 Mitarbeiter und die Kunden zu schützen, kümmere sich die Firma ohnehin hauptsächlich um Notfälle. „Wartungen oder Bad-umbauten stellen wir meist zurück“, sagt Trebing.

Zu wenig sei wegen des Coronavirus aber nicht zu tun: „Wir haben die letzten drei Jahre eigentlich konstant Vollgas gegeben, jetzt kehrt mal ein bisschen Ruhe ein“, so Trebing. Das Telefon stehe häufiger still und so sei Zeit zum Durchatmen. Ganz sorgenfrei ist der Unternehmer jedoch nicht. „Wir müssen gucken, was die Zukunft bringt.“ Schließlich komme ein Großteil der Keramikbauteile aus Italien.

Kassel: Orgelbauer spüren Corona nicht 

„Von Corona spüren wir bislang noch nichts“, sagt Thomas Heinemann vom Niestetaler Orgelbauunternehmen Werner Bosch. Seine Kollegen und er seien derzeit hauptsächlich in der Werkstatt zugange. Das ändere sich aber ab Sommer. „Dann arbeiten wir normalerweise in Kirchen und bessern Instrumente aus.“

Ob das allerdings ohne Weiteres möglich sei, könne er nicht abschätzen. „Schließlich wissen wir nicht, ob wir über unsere Zulieferer noch an Bauteile herankommen, die wir nicht selbst herstellen“, sagt der Orgelbauer. Und dann sei da noch die Frage der Orgelneubauten. Die Firma baue Instrumente vor allem für Kunden in Korea und Japan. „Ob da schon abgemachte Bauten verschoben werden, müssen wir sehen.“

Elektriker in Kassel schicken Belegschaft wegen Corona-Krise in Urlaub

Marco Sahl hat jetzt erst einmal einen Teil seiner Belegschaft wegen der Ausbreitung des Coronavirus in den Urlaub geschickt. „Manche haben einfach Angst, sich anzustecken. Die bleiben am besten zuhause“, sagt der Geschäftsführer von Elektro-Freydank. Zwei Drittel arbeiteten noch im Baunataler Betrieb. „Dafür gibt es noch genug zu tun und für die kommenden vier Wochen sieht es gut aus.“ 

Was danach komme, bereite ihm Sorgen. Die Ungewissheit sei ein Problem. Und es bestehe die Gefahr, dass sich einer der Mitarbeiter ansteckt. Die Devise: Abstand halten und Desinfektionsmittel nutzen.

Trotz Corona: Schreiner in Kassel sind ausgelastet

„Wir sind gut ausgelastet, trotz Corona“, sagt Norbert Werner. Der Kaufunger beschäftigt einen Gesellen und eine Hilfskraft in seiner Schreinerwerkstatt, die nach eigenen Angaben bereits seit 1832 besteht. „Wir fahren weiterhin zu Kunden, auch wenn da die Gefahr besteht, dass man sich ansteckt“, so der Holzspezialist. Er sei schlichtweg gezwungen, weiterzumachen wie gehabt. 

„Sonst verlieren wir Kunden und das geht nicht.“ Er und seine Mitarbeiter würden Abstand halten und sich an die Hygienevorschriften halten, um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten.

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in der Region Kassel gibt es in unserem Ticker - unter anderem: Viele Menschen in Kassel fürchten wegen der Corona-Pandemie um ihre Existenz. Mieter sollen nun besonders geschützt werden. Auch Privatpersonen, Firmen und Selbstständige in Kassel geraten wegen der Coronakrise in finanzielle Nöte. Die Banken in der Region reagieren nun.

Video: Die Helden der Corona-Krise

Von Moritz Gorny

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