Nur noch eingeschränkt Besuche in Krankenhäusern

Coronavirus in Kassel: Das sind die Auswirkungen auf die Kliniken 

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Klinik informiert: Besuche sollen auch in der Orthopädischen Klinik nur auf das Nötigste beschränkt werden.

Auswirkungen des Coronavirus auf die Kliniken in der Region Kassel: Besuchszeiten werden eingeschränkt, Operationen verschoben. Ein Überblick.

  • Coronavirus hat Auswirkungen auf die Kliniken
  • GNH hat die Besuchszeiten stark eingeschränkt
  • Planbare Operationen werden verschoben

Zum Schutz ihrer Patienten schränken die Kasseler Kliniken die Besuchsmöglichkeiten ein. Auch auf geplante Operationen hat die Corona-Pandemie erste Auswirkungen.

Coronavirus in Kassel: Auswirkungen auf das Klinikum Kassel

Um die Verbreitung des Coronavirus möglichst einzudämmen, hat die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) die Besuchszeiten an ihren Klinikstandorten in Kassel, Hofgeismar und Bad Arolsen eingeschränkt. Patienten dürfen demnach nur noch zwischen 15 und 18 Uhr eine gesunde Person empfangen. Ins Zentrum für Frauen- und Kindermedizin des Klinikums Kassel dürfen nur noch Eltern und die engsten Verwandten, so die GNH.

Damit die für die Versorgung von Corona-Fällen benötigten Intensiv-Beatmungsbetten verfügbar sind, werden planbare Eingriffe je nach Notwendigkeit stufenweise eingeschränkt, teilte die GNH gestern mit. An allen Klinikstandorten würden zudem die Intensivkapazitäten an die Lage angepasst. „Insgesamt können in allen Häusern der GNH annähernd 120 Plätze mit intensivmedizinischer Betreuung angeboten werden“, so Pressesprecherin Ulrike Meyer auf der Heide.

Coronavirus in Kassel: Auswirkungen auf die DRK-Kliniken

An den DRK-Kliniken werden Operationen, die nicht zwingend notwendig sind, vorerst nicht stattfinden: „Wir werden elektive Patienten nach Absprache mit dem Sozialministerium bis auf Weiteres nicht einbestellen“, teilt Sprecherin Simone Hoffmann mit. Für Besucher gebe es zahlreiche Hinweise, etwa Besuche auf das notwendige Maß beschränken.

Auch sonst bereiten sich die DRK-Kliniken in Kassel auf das Coronavirus vor: Neben einer Fieberambulanz und einem Isolationsbereich soll eine weitere Intensivstationseinheit mit zusätzlich zehn Intensivbetten zur Verfügung stehen. Insgesamt gebe es dann 20 Intensivbetten.

„Wichtig wäre, dass die Politik, die Stadt, der Landkreis eine Kinderbetreuung zur Verfügung stellt, damit Krankenhauspersonal, Polizei, Feuerwehr auch während der Pandemie arbeiten können, wenn jetzt die Schulen, Kindergärten und Kitas geschlossen werden“, appelliert Geschäftsführerin Claudia Nehring. Zudem benötige man finanzielle Sicherheit, um den erwarteten Erlösausfall kompensieren und um zusätzlich benötigtes Personal auch finanzieren zu können.

Coronavirus in Kassel: Auswirkungen auf das Elisabeth-Krankenhaus

„Natürlich haben wir Sorge um unsere Patienten und werden restriktiver vorgehen“, kündigt Dr. Uwe Behrmann, Ärztlicher Direktor am Elisabeth-Krankenhaus in Kassel mit Blick auf Patientenbesuche an. Das bedeute aber nicht, dass man Besuche komplett unterbinden werde. Denn diese seien gerade für ältere Patienten, die nicht mit einem Smartphone ausgestattet seien, von Bedeutung. Gleichwohl gebe es nun Beschränkungen auf „ein bis zwei Personen pro Tag pro Patient“, sagt Behrmann. Darüber würden Patienten und Besucher auf Flyern informiert. Erkältete Besucher seien nicht willkommen.

Geplante Operationen fänden bis Dienstag noch statt. Bislang habe die Klinik am Weinberg nur Verdachtsfälle, aber noch keinen Coronavirus-Infizierten behandelt. Man sei aber vorbereitet. Mit Ruhe und Augenmaß gelte es die Situation zu bewerten, sagt Behrmann: „Wir gucken von Tag zu Tag.“

Coronavirus in Kassel: Auswirkungen auf das Marienkrankenhaus

„Wir sagen derzeit alle geplanten Veranstaltungen ab, um den Kontakt der Menschen zueinander möglichst zu minimieren – zum Schutz aller.“ Das sagt der Geschäftsführer des Marienkrankenhauses Kassel, Michael Schmidt. Auch hier gelten vorerst neue Besucherregeln: Jeder Patient könne vorerst pro Tag für eine Stunde eine Besuchsperson empfangen, sofern diese keine Erkältungssymptome zeige. „Elektive Operationen laufen derzeit wie geplant“, sagt Schmidt.

Sollten erste Patienten mit einer nachgewiesenen Covid 19-Infektion, ausgelöst durch das Coronavirus Sars-CoV-2,  im Marienkrankenhaus Kassel stationär aufgenommen werden, gelte es die Situation anzupassen. Patienten würden dann entsprechend informiert. Für Patienten, die nachweislich stationär versorgt werden müssen, sei das Marienkrankenhaus gut gerüstet - ohne Einschränkung, betont Schmidt. Er ergänzt: „Wenn Kliniken von Patienten überrannt werden, die nicht – den Anweisungen des Gesundheitsamtes folgend – im Vorfeld ihren Hausarzt kontaktiert haben, könnte die Versorgung deutschlandweit schwierig werden.“

Coronavirus in Kassel: Auswirkungen auf die Diakonie-Kliniken

Einschränkungen wegen des Coronavirus bei den Besuchen gibt es auch in den Agaplesion-Diakonie-Kliniken und in der Seniorenpflegeeinrichtung Haus Salem in Kassel. „Es gilt vorerst ein Besucher pro Patient und Tag für maximal eine halbe Stunde“, sagt Pressesprecherin Lena Goldmann. Ein komplettes Besuchsverbot gelte für den Intensiv- und den Überwachungsbereich.

Für die nächste Zeit sei man sehr gut vorbereitet. „Unsere Mitarbeiter sind geschult und wissen, was sie zu tun haben“, so Goldmann. Auch Schutzausrüstung sei ausreichend vorhanden und werde je nach Bedarf verteilt.

Coronavirus in Kassel: Auswirkungen auf die Paracelsus-Elena-Klinik

Die größtenteils neurologischen Patienten der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel gehören zur Hochrisikogruppe für eine Infektion mit dem Coronavirus. Daher dürfen Besucher die Klinik derzeit nicht betreten. „Zu dieser strikten Regelung haben wir uns entschlossen, um unsere Patienten zu schützen“, erklärt Pressesprecherin Dirten von Schmeling.

Bereits mit Auftreten der Epidemie in China habe man vorsorglich die Bestände an Schutzausrüstung aufgefüllt. „Als Teil einer bundesweiten Klinikgruppe profitieren wir von einem zentralen Einkauf“, sagt von Schmeling. Derzeit seien Hygienemittel, also auch die vorgeschriebene Schutzkleidung, in ausreichender Menge vorhanden.

Coronavirus in Kassel: Auswirkungen auf die Orthopädische Klinik

Die Vitos Orthopädische Klinik in Kassel weißt an ihrem Eingang Besucher darauf hin, die Besuche nur auf „das Nötigste“ zu beschränken und auf strenge Hände-Hygiene zu achten. Wenn Angehörige Krankheitssymptome ausgelöst durch das Coronavirus Sars-Cov-2 zeigen, sollen sie auf Besuche in der Klinik völlig verzichten.

Das Land Hessen schränkt das öffentliche Leben wegen des Coronavirus mit drastischen Maßnahmen ein - so auch die Stadt Kassel. Schulen und Kitas bleiben vorerst geschlossen.

Auswirkungen hat die Coronavirus-Krise auch auf die heimische Wirtschaft - zahlreiche Unternehmen leiden bereits an den Folgen.

Betroffen von der Coronavirus-Krise ist auch die Polizei, deren Arbeit vor besondere Herausforderungen gestellt wird. So arbeiten Kripo-Beamte aktuell auch von zu Hause aus.

Von Anja Berens, Bastian Ludwig und Marie Klement

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