Sars-CoV-2

Coronavirus in Nordhessen - Was Sie jetzt wissen müssen

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3D-Druck von einem Coronavirus.

Das Coronavirus hat Nordhessen erreicht und breitet sich weiter aus. Während die Zahl der Infizierten steigt, wird das öffentliche Leben und der Arbeitsalltag stark eingeschränkt.

  • Absagen von Veranstaltungen in und um Kassel 
  • Coronavirus-Testzentrum wird in Kassel eingerichtet 
  • Schüler in Nordhessen haben vorerst schulfrei

Im Angesicht des Coronavirus widmet sich Nordhessen weiteren Vorsichtsmaßnahmen: Nach anfänglichem Zögern wurden mittlerweile auch in Kassel sämtliche Großveranstaltungen abgesagt. Darüber hinaus ermöglichen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern vermehrt, von zu Hause aus zu arbeiten. Am Klinikum Kassel wurde zudem ein Coronavirus-Testzentrum eingerichtet.

Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Nordhessen

Wie in ganz Deutschland, appelliert man auch in Nordhessen an jeden einzelnen Menschen, verantwortungsbewusst mit der aktuellen Krisensituation umzugehen und den Coronavirus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. So wird empfohlen, sich möglichst häufig die Hände zu waschen, sich nicht ins Gesicht zu fassen und körperlichen Kontakten mit Mitmenschen zu vermeiden. 

Wer hustet oder niesen muss, soll sich an die entsprechenden Hygieneempfehlungen halten und beispielsweise in die Armbeuge niesen. Auch benutzte Taschentücher sollten sofort entsorgt werden. Außerdem wird empfohlen, sich beim Niesen oder Husten grundsätzlich von Personen wegzudrehen. Allgemein gilt, Abstand zu anderen Personen zu halten.

Coronavirus in Nordhessen: Was tun bei einem Verdacht?

Personen, die Symptome des Coronavirus aufweisen und in einem Gebiet waren, in dem das Virus nachgewiesen wurde, sollen sich telefonisch beim Hausarzt oder beim medizinischen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 melden. 

Personen, die Kontakt zu nachweislich Infizierten hatten, sollte das zuständige Gesundheitsamt informieren. Die Telefonnummer ist 0561 7871968. Zudem können Sie sich über die hessenweite Hotline 0800 5554666 informieren.

Wer unter schweren grippalen Symptomen leidet und falls ein begründeter Verdachtsfall besteht, helfen die Kliniken in Nordhessen weiter, darunter auch das Klinikum Kassel. Aufgrund der nötigen Isolationsmaßnahmen wird allerdings dringend gebeten, die Kliniken nicht persönlich, sondern telefonisch zu kontaktieren.

Sollte sich ein Verdacht bestätigen und eine Infektion nachgewiesen werden, werden die Kontaktpersonen der infizierten Person ermittelt und ebenfalls auf das Virus getestet. Die erkrankte Person und Menschen, die in engem Kontakt zu ihr standen, werden isoliert. 

Testzentren für das Coronavirus in Nordhessen

Wie das Gesundheitsamt Region Kassel mitteilt, sollen Patienten aus Nordhessen, bei denen ein begründeter Verdacht auf durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Erkrankung Covid-19 besteht, ab sofort einen Termin im Klinikum Kassel bekommen. Hier gilt ebenso: Termine werden nur telefonisch vom Ärztlichen Bereitschaftsdienst und vom Gesundheitsamt vergeben.

Auch im Kreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen gibt es zwei Testzentren für Abstrich-Untersuchungen. Das Testzentrum befindet sich in der Nähe der Kreisverwaltung in Korbach, da man einen möglichst großen Abstand von dicht besiedelten Wohnquartieren gewährleisten möchte. Wer unangekündigt und ohne Termin kommt, kann nicht untersucht werden. Ein weiteres Testzentrum für den südlichen Kreisteil befindet sich derzeit noch in Planung. 

„Wir sorgen mit der Aufstockung der Testcenter dafür, dass fast jeder Bürger Hessens innerhalb eines Radius von 30 Kilometer ein Testcenter erreichen kann. Wir bedanken uns bei den Landräten, die uns an dieser Stelle unterstützt haben, Örtlichkeiten zur Verfügung stellen oder sogar Personal aufbringen. All das hilft uns bei der schwierigen Aufgabe, ein Netz von Corona-Testcentern über Hessen zu spannen“, erklärten die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke. 

Coronavirus in Nordhessen: Kindergarten und Schule

Seit dem 16.03.2020 haben Schüler in Nordhessen frei. Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und zu verlangsamen, fällt im Bundesland Hessen an allen Schulen der Unterricht für drei Wochen aus. Danach folgen zwei Wochen reguläre Osterferien. 

Für bestimmte Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 6 und bestimmte Kindergartenkinder wird eine Notfallbetreuung gewährleistet. Für Kinder von Eltern, die Mitarbeiter der Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, von Ordnungsbehörden oder öffentlichen Gesundheitsdiensten sind, gilt dies besonders.

Was gilt für Unternehmen und Arbeitnehmer beim Coronavirus in Nordhessen?

Im Arbeitsumfeld sowie am eigenen Arbeitsplatz sollten die allgemeinen Hygienemaßnahmen unbedingt eingehalten werden. Zusätzlich gilt, auf das Händeschütteln zu verzichten und es zu vermeiden, Arbeitsmaterialien oder Geschirr zu teilen. Unternehmen in Nordhessen sollen zudem eine Pandemieplanung für ihren Betrieb entwickeln. 

Muss ein Arbeitnehmer aufgrund des Coronavirus in Quarantäne, bekommt der Infizierte weiterhin sein Netto-Gehalt ausgezahlt, so der Arbeitsrechtler Prof. Dr. Peter Wedde. Der Staat erstattet dem Arbeitgeber diesen Betrag. Selbiges gilt übrigens auch für Selbständige: Auf Basis ihres Durchschnittseinkommens kann eine staatliche Erstattung beantragt werden. Außerdem verhängen Unternehmen wegen Corona Kurzarbeit.

Wer in Geldprobleme gekommen ist, kann Corona-Soforthilfen beantragen.

Coronavirus: Absagen von Großveranstaltungen in Nordhessen

Bei der Absage von (Groß-)Veranstaltungen in Nordhessen geht es hauptsächlich darum, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, da das Risiko einer Ansteckung bei Großveranstaltungen viel höher ist. Außerdem macht es die Rückverfolgung der Infektionskette schwierig bis unmöglich.

Ursprünglich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmenden abzusagen. Die Stadt Kassel hat sich mittlerweile der neuen Verordnung des Landes Hessen angeschlossen und untersagt ab sofort alle Veranstaltungen ab einer Teilnehmerzahl von 100 Personen.

Von Nail Akkoyun

Lesen Sie hier: Coronavirus in Kassel: Diese Einschränkungen erwarten uns.

Erste Kneipe schließt - starker Besucherrückgang aufgrund von Coronavirus.

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