Kripo ermittelt auch von zu Hause

Kassel: Coronavirus stellt Polizei vor besonderen Herausforderungen - "Situation, die wir noch nie hatten"

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Hygieneboxen in jedem Funkwagen: Polizeikommissar Marcel Meyer und Polizeioberkommissarin Daniela Thomas vom Revier Mitte zeigen die Ausrüstung, mit der sich die Beamten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen sollen. 

Das Coronavirus stellt auch die Polizei vor Herausforderungen: Dienstpläne wurden umgestellt und Streifenwagen mit Hygieneboxen ausgestattet.

  • Die Polizei in Kassel bereitet sich auf den Coronavirus vor.
  • Dienstpläne und Schichten sind umgestellt.
  • Kripo-Beamte sollen von zu Hause ermitteln.
  • Zu unserem aktuellen Ticker mit neuen Infos zum Coronavirus in der Region Kassel geht es hier.

„Für uns ist das auch eine Situation, die wir noch nie hatten“, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz über die aktuelle Lage. Im Polizeipräsidium Nordhessen habe man bereits sehr früh, also vor einigen Wochen, Maßnahmen ergriffen, um sich auf die Ausbreitung des Coronavirus und alle Folgen vorzubereiten.

So seien zum Beispiel die Dienstpläne und Schichten der Polizeibeamten so umgestellt worden, dass im Fall einer Coronavirus-Erkrankung so wenige Kollegen wie möglich in Quarantäne müssen. Das bedeutet: Es sollen – so weit wie möglich – immer dieselben Beamten zusammenarbeiten, um eine unnötige Rotation in der Kollegenschaft zu verhindern. 

Noch kein Coronavirus-Fall beim Polizeipräsidium in Kassel

„Unser Ziel ist, den Krankenstand so gering wie möglich zu halten“, sagt Mänz. Bislang gebe es noch keinen bestätigten Corona-Fall unter den 2000 Beschäftigten im Polizeipräsidium Nordhessen, so Mänz. „Es gab und gibt aber Verdachtsfälle.“ 600 Mitarbeiter arbeiten am Standort Kassel am Hauptbahnhof.

Auch wenn es schon immer Hygienestandards für die Beamten im Streifendienst gegeben habe, so seien seit Ausbruch von Corona bereits vor einigen Wochen alle Funkwagen mit zusätzlichen Hygieneboxen ausgestattet worden, so Mänz. Für Kollegen auf Streife gebe es entsprechende Handlungsempfehlungen. 

Polizei in Kassel: Mitarbeiter sollen wegen des Coronavirus von zu Hause ermitteln

Unnötige Besprechungen im Präsidium und Treffen mit externen Beteiligten seien wegen des Coronavirus bereits abgesagt worden, so der Pressesprecher. Mitarbeiter der Verwaltung und der Pressestelle sollen – so weit wie möglich – ab Montag von zu Hause aus arbeiten. Auch einige Ermittlungsarbeiten sollen die Mitarbeiter der Kripo von zu Hause aus erledigen.

Die Polizei profitiere natürlich davon, dass wegen des Coronavirus Veranstaltungen wie zum Beispiel Fußball und Messen abgesagt worden sind. „Da können wir uns auf unsere Kernkompetenzen beschränken“, so Mänz. Derzeit stelle man noch keine Häufung von Straftaten fest, die man auf die aktuelle Lage zurückführen könnte, sagt der Polizeisprecher. 

Coronavirus: Besondere Situation für Polizei in Kassel

Man stelle sich aber auf die veränderte Lebenssituation der Menschen ein. Die Polizei weiß aus Erfahrung, dass zum Beispiel Streitigkeiten innerhalb von Familien an Feiertagen zunehmen. Immer dann, wenn Menschen lange zusammen sind. Bei einer Quarantäne bestehe solch eine Gefahr natürlich auch.

„Für uns ist das auch eine ganz besondere Situation“, so Mänz. Man tue alles dafür, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten.

Das Coronavirus hat längst die Stadt und den Landkreis Kassel erreicht. Das öffentliche Leben steht fast still. Die Pandemie wirkt sich auch auf die Kliniken in Kassel aus. 

Video: Bei diesen Symptomen sollte man sich auf den Coronavirus testen lassen

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Auf einer Zugfahrt mit einem IC herrscht plötzlich Corona-Alarm. Der Zug muss im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe halten. Eine mitfahrende Krankenschwester berichtet.

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