Was noch geht und was nicht

Coronavirus in Kassel: Diese Einschränkungen erwarten uns

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Um eine Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat die Landesregierung drastische Maßnahmen beschlossen. Ein Überblick darüber, was in Kassel noch geht und was nicht.

  • Kassel und Umgebung von vielen Einschränkungen betroffen
  • Viele Einrichtungen bleiben wegen dem Coronavirus geschlossen
  • Lebensmittelgeschäfte sollen geöffnet bleiben - auch sonntags

Update vom Dienstag, 17.03.2020, 11.05 Uhr: Auch die Einschränkungen beim ÖPNV aufgrund des Coronavirus sind mittlerweile bekannt. Ab dem heutigen Dienstag verkehren alle Regiotram-Linien nur noch im Stundentakt zwischen 6 und 21 Uhr und enden am Auestadion in Kassel, kündigt der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) an. Die Busse und Straßenbahnen der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) werden ab heute nur noch zwischen 6.30 und 20.30 Uhr im Ballungsraum Kassel unterwegs sein – nach einem Ersatzfahrplan, der einem erweiterten Fahrplan an Sonn- und Feiertagen entspricht. 

Wegen Personalmangels fahren bereits auf der RT-Linie 5 zwischen Kassel und Melsungen keine Regiotrams mehr, teilte der NVV mit. Alternativ können Cantus-Züge genutzt werden, die zusätzlich an allen Regiotram-Stationen zwischen Kassel und Melsungen halten.

Coronavirus in Kassel: Weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben

Zur Eindämmung des Coronavirus wird das öffentliche Leben in Kassel noch weiter eingeschränkt. Die vom Bund angeordneten Einschränkungen sehen vor, dass Gaststätten und Restaurants frühestens ab 6 Uhr öffnen und spätestens um 18 Uhr schließen dürfen. Außerdem sollen weitere Geschäfte geschlossen und Spielplätze gesperrt werden. Bars und Kneipen sind ebenfalls betroffen und dürfen den Betrieb vorerst nicht aufnehmen.

Einzelhandelsbetriebe für Lebens- und Futtermittel, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Poststellen, Frisöre und der Großhandel sollen allerdings geöffnet bleiben. Um die Versorgung zu gewährleisten, wird zudem das Verkaufsverbot an Sonntagen aufgehoben.

Erstmeldung vom Montag, 16.03.2020, 16.46 Uhr:

Auch in Nordhessen stellt die Ausbreitung des Coronavirus den Alltag der Menschen auf den Kopf. Besonders jetzt, wo die Landesregierung Hessen drastische Maßnahmen ergriffen hat, ändert sich für die Menschen plötzlich sehr viel. Wir bieten einen Überblick.

Coronavirus in Kassel: Kein Unterricht an Schulen, keine Betreuung in Kitas

Seit dem 16.03.2020 haben Schüler in Kassel frei. Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und zu verlangsamen, fällt im Bundesland Hessen an allen Schulen der Unterricht für drei Wochen aus. Danach folgen zwei Wochen reguläre Osterferien.

Für bestimmte Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 6 und bestimmte Kindergartenkinder wird eine Notfallbetreuung gewährleistet. Für Kinder von Eltern, die Mitarbeiter der Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, von Ordnungsbehörden oder öffentlichen Gesundheitsdiensten sind, gilt dies besonders. Auch für Alleinerziehende gilt das Notbetreuungsangebot.Coronavirus in Kassel: Diese Einschränkungen erwarten uns.

Coronavirus in Kassel: Betretungsverbot und Einschränkung der Besuchszeiten im Klinikum

Um die rasche Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 weitestgehend einzudämmen, hat die Gesundheit Nordhessen AG ihre Besuchszeiten an allen Klinikstandorten eingeschränkt. Außerdem gilt in Kassel ein Betretungsverbot von Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen für alle Besucherinnen und Besucher, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind.

Bis auf Weiteres gilt folgende Regelung: Patientinnen und Patienten können maximal eine Stunde pro Tag zwischen 15 und 18 Uhr eine gesunde Person empfangen. Ausnahmen gelten nur in begründeten Einzelfällen nach ärztlicher oder pflegerischer Absprache.

Coronavirus in Kassel: Viele Einrichtungen bleiben geschlossen

Feiern und Versammlungen mit mehr als 100 Teilnehmer sind nach einer Anordnung der Landesregierung zur Bekämpfung der Coronavirus-Krise verboten. Veranstalter, die sich daran nicht halten, machen sich nach dem Infektionsschutzgesetz strafbar. 

Einige Einrichtungen in Kassel wurden bereits geschlossen, jetzt erweitert die Stadt die Verbote. Folgende Einrichtungen sind seit dem 15.03.2020 geschlossen:

  • alle städtischen Schwimmbäder
  • die Therme
  • alle Bowling-Center
  • alle Fitnessstudios
  • alle Tanzschulen
  • alle Kinos
  • alle kulturellen Einrichtungen (auch von Kulturvereinen)
  • alle Spielhallen und Wettbüros
  • alle Museen der Stadt und der Museumslandschaft Hessen-Kassel
  • alle Jugendzentren
  • alle Bürgerhäuser

Ebenso bleiben alle Servicestellen der hessischen Finanzämter für Besucher geschlossen. Bürgen werden gebeten, die Rathäuser im Stadt- und Landkreis Kassel nur noch in dringenden Notfällen aufzusuchen und den Besuch zuvor telefonisch anzukündigen. Alle Besucher werden namentlich mit Adresse registriert, um eine mögliche Infektionskette verfolgen zu können. Der Dienstbetrieb in den Rathäusern wird aufrechterhalten.

Coronavirus in Kassel: Eingeschränkter Nah- und Regionalverkehr

Wie die HNA auf Anfrage erfuhr, plant die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft bereits einen Notfallfahrplan zu installieren. Genaueres ist dazu allerdings noch nicht bekannt. Sicher ist aber bereits, dass der Fronteinstieg der Busse der KVG künftig gesperrt sind. 

Fahrgäste werden gebeten, die hinteren Türen der Fahrzeuge für den Ein- und Ausstieg zu nutzen. In den Trams kann bis auf wenige Ausnahmen auch weiterhin vorne eingestiegen werden, da dort anders als in den Bussen separate Fahrerkabinen existieren. 

Fahrgäste sollen aufgrund der aktuellen Coronavirus-Krise ihre Fahrscheine vor Fahrtantritt erwerben. Empfohlen wird dafür die NVV-App auf dem Smartphone. Eine weitere Möglichkeit bieten die Automaten vor dem NVV-Kundenzentrum in der Mauerstraße sowie auf dem Vorplatz des Bahnhofs Wilhelmshöhe.

Außerdem widerspricht der Nordhessische Verkehrsverbund jeglichen Gerüchten, wonach der öffentliche Nahverkehr in Kassel und Nordhessen eingestellt werden soll. Mit vereinzelten Einschränkungen sei aber dennoch zu rechnen.

Coronavirus in Kassel: Gottesdienste abgesagt

Bis auf Weiteres finden aufgrund des Coronavirus in fast allen Kirchen in Kassel keine Gottesdienste und Veranstaltungen mehr statt. Einige Kirchen werden allerdings zu den üblichen Gottesdienstzeiten für Gebete geöffnet sein und die Kirchenglocken läuten. 

Trauerferien und Beerdigungen sollten in der nächsten Zeit nur noch im engsten Angehörigenkreis stattfinden. Selbiges gilt auch für Eheschließungen.

Die Pfarrämter sind weiterhin telefonisch und per E-Mail erreichbar.

Coronavirus in Kassel: Lebensmittelgeschäfte bleiben geöffnet

Entgegen anderslautender Panikmache in sozialen Netzwerken werden Supermärkte in Kassel nicht geschlossen. 

Zwar sollen nun zur Eindämmung des Coronavirus bundesweit zahlreiche Geschäfte geschlossen werden, jedoch sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken davon nicht betroffen.

Von Nail Akkoyun

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