Umsatzeinbuße im Verkauf

Coronavirus: "So wenige Besucher wie noch nie" auf der Frühjahrsausstellung in Kassel

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Sie haben keine Angst, sich anzustecken: (von links) Renate und Sara Joksch besuchten am Dienstag die Frühjahrsausstellung. Am Stand von Xenia Nowak ließen sie sich die „Kochblume“, einen Spritz- und Überkochschutz, erklären.

Das Coronavirus wirkt sich auch Frühjahrsausstellung  Kassel aus. Weil weniger Besucher auf die Messe kommen, gibt es hohe Umsatzeinbußen. 

  • Die Angst vor dem Coronavirus wirkt sich auf die Frühjahrsausstellung und Messe in Kassel aus.
  • In diesem Jahr besuchen "wesentlich weniger Besucher" die Frühjahrsausstellung in den Kasseler Messehallen.
  • An einigen Ständen machen Verkäufer bis zu 75 Prozent Umsatzeinbuße.
  • Kassel - „Wenn man vor allem Angst haben würde, könnte man sich gleich mit einem Sträußchen auf den Friedhof setzen“, sagt Sara Joksch aus Momberg (Kreis Marburg-Biedenkopf). Die junge Frau besuchte am Dienstag (03.02.2020) mit ihrer Mutter die Frühjahrsausstellung in den Messehallen in Kassel. Die Frauen ließen sich durch die Angst vor dem Coronavirus nicht von dem Besuch abschrecken.

     Hygienereiniger gegen Coronavirus für die Messe in Kassel

    Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die üblicherweise die Messe-Verkaufsausstellung besuchen. „Wir haben so wenige Besucher wie noch nie“, sagt Lothar Pflüger, der seit 20 Jahren mit seiner Frau Reinigungserzeugnisse bei den Kasseler Messen im Frühjahr und Herbst verkauft. Am Wochenende habe man am Stand 75 Prozent vom üblichen Umsatz eingebüßt. 

    „Bislang haben wir nicht mehr als 250 Euro Umsatz am Tag gemacht“, sagt Karin Pflüger. Die wenigen Kunden, die bislang am Stand aufgetaucht wären, hätten verstärkt den Hygienereiniger gekauft. Der laufe besser als sonst, sagt Karin Pflüger. Sie habe allerdings den Eindruck, dass seit Dienstag sich wieder mehr Menschen in die Messehallen in Kassel trauen als am Montag und am Wochenende - doch die Angst vor dem Coronavirus hält viele vom Besuch ab.

    Messe in Kassel erleidet wegen Coronavirus Umsatzeinbuße im Verkauf

    Nach Ansicht von Adelheid Treu, die am Stand der Firma Vorwerk auf der Messe Kassel mit Kolleginnen den „Thermomix“ vorführt und verkauft, hat sich die Lage seit Dienstag etwas normalisiert. Treu führt das auf die ARD-Sendung „Hart aber fair“ vom Montagabend zurück, in der über das Virus aufgeklärt worden ist. 

    Die Sendung zum Coronavirus mit Frank Plasberg habe die Menschen auch in Kassel etwas beruhigt, sagt Treu. Die Wahrscheinlichkeit, sich derzeit in Deutschland mit dem Coronavirus anzustecken, sei etwa so hoch wie ein Lottogewinn, habe sie dort erfahren.

    Zeit für ein Gruppenfoto: Normalerweise drängeln sich die Kunden am „Thermomix“-Stand. Susanne Würzler (von links), Sabine Althoff, Stefanie Krug, Adelheid Treu und Tina Gutheil verkaufen die Küchenmaschine.

    „Man sieht schon, dass die Hallen leerer sind“, sagt Sabine Althoff, Chefin am „Thermomix“-Stand. Am Wochenende habe es 50 Prozent weniger Besucher und Umsatz gegeben. „Die Kunden, die noch kommen, sind aber begeistert.“ Verhält man sich wegen der Angst vor Corona jetzt anders? „Wir lächeln, statt die Hand zu geben“, sagt Sabine Althoff.

    Kassel: Messe-Besucher lassen sich von Angst vor Coronavirus abschrecken

    Gabi Heinl, die auf der Außenfläche der Messe in Kassel Crêpes verkauft, spricht von einer „Panikmache“. Es gehe überall nur noch um das Coronavirus. „Ich habe keine Angst davor, ich habe auch jede Grippe überlebt.“ Am Wochenende habe sie 50 Prozent Umsatz eingebüßt, sagt Gabi Heinl. Ihre Schwester Claudia Schäfer, die im Nachbarstand Reibekuchen anbietet, sagt, dass sie am Sonntag nur ein Drittel des üblichen Umsatzes gemacht habe. „Mir ist bange, dass ich nicht auf meine Kosten komme.“

    Alenka Wieser verkauft seit 25 Jahren Universalpoliersteine auf der Messe. „Die Leute sind alle verunsichert, auch die Aussteller“, sagt die Geschäftsfrau. Sie hoffe aber, dass es im Laufe der Woche besser werde. „Wenn man keine Hoffnung mehr hat, dann geht man besser nach Hause.“

    Desinfektion bei der Messe in Kassel wird gut genutzt

    „Die Menschen können ruhigen Gewissens zu uns kommen“, sagt Beate Umbach (Geschäftsführung der Messegesellschaft). Man stehe im ständigen Kontakt mit dem Gesundheitsamt und dem Robert-Koch-Institut, um sich über den neuesten Stand des Coronavirus zu informieren und die Menschen schützen zu können. Die Desinfektionsständer, die für die Messe-Ausstellung in den Hallen in Kassel überall aufgestellt worden sind, würden von Händlern und Besuchern gut angelaufen.

    Die Messe-Ausstellung in Kassel hat bis Sonntag, 8. März, täglich geöffnet, 9.30 bis 18 Uhr.

    Video: "Angst ist ansteckender als das Coronavirus"

    Das neuartige Coronavirus hat auch Auswirkungen auf Unternehmen in der Region um Kassel. Maßnahmen werden ergriffen, um sich auf den Ernstfall vorzubereiten. In Nordhessen gibt es derzeit zwei bestätigte Coronavirus-Fälle. Einer davon im Landkreis Kassel. Das Gesundheitsamt nennt Hintergründe und beantwortet Fragen.

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