Erster Fall im VW-Werk

Wegen Corona: Schulen und Kitas bleiben zu - Wie es jetzt in Kassel weitergeht

Die Abiplakate sind nicht umsonst: Der Unterricht in den Schulen – hier ein Foto vom Goethegymnasium – ist zwar ausgesetzt, das Abitur soll aber wie geplant geschrieben werden.
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Die Abiplakate sind nicht umsonst: Der Unterricht in den Schulen – hier ein Foto vom Goethegymnasium – ist zwar ausgesetzt, das Abitur soll aber wie geplant geschrieben werden.

Hessen greift wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu drastischen Mitteln. An den Schulen wird von Montag an nicht mehr unterrichtet, teilte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit.

  • Schulen in Hessen ab Montag,16.03.2020,  wegen der Coronavirus-Gefahr geschlossen
  • Notbetreuung in den Kitas
  • In Stadt und Lankdreis Kassel rund 57.000 Schüler betroffen

Kassel - Hessen greift wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu drastischen Mitteln. An den Schulen wird von Montag an nicht mehr unterrichtet, teilte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit. 

Die Schulen blieben aber für eine Notbetreuung für Kinder von Eltern geöffnet, die beispielsweise in einem Krankenhaus arbeiten. Die Regelung gelte auch für die Kindertagesstätten. Das Abitur soll hingegen regulär geschrieben werden. Den Prüflingen wird dazu der Zugang zur Schule gestattet. Alle am Freitag verkündeten Maßnahmen gelten bis zum 18. April, also dem Ende der hessischen Osterferien.

Coronavirus: Schulen und Kitas geschlossen - Was Eltern in Kassel wissen müssen

Von der Schließung sind in Kassel ab Montag 32.500 Schüler sowie ab Dienstag 10.500 Kinder in Kitas und Horten betroffen. Für Kita-Kinder und Schüler der Klassen 1 bis 6, deren Eltern in „versorgungskritischen“ Berufen arbeiten, richtet die Stadt Kassel eine Notbetreuung ein. 

Das betreffe vorrangig Kinder von Ärzten, Pflege- und Rettungsdienstpersonal oder auch von Polizei- und Feuerwehrbediensteten, teilte Oberbürgermeister Christian Geselle mit. Arbeitgeber seien aufgerufen, pragmatische Lösungen in der Coronavirus-Krise für ihre Mitarbeiter zu finden, die die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen müssten. „Jetzt ist Solidarität gefragt, indem sich Nachbarn, Freunde und Kita-Eltern bei der Kinderbetreuung helfen“, sagte Geselle.

Coronavirus: Schulen und Kitas geschlossen - Was Eltern im Landkreis Kassel wissen müssen

In den 28 Kommunen im Landkreis Kassel sind 24.000 Schüler von der Regelung der Landesregierung betroffen. Der Kreis beabsichtigt, sein Personal wie Sekretärinnen und Hausmeister in den Schulen zu belassen. Auch die Kitas werden geschlossen. Hier soll eine Notfallbetreuung für Kinder der oben genannten Personengruppen gewährleistet werden. Wie die Planung aussieht, soll zeitnah bekannt gegeben werden. Bis einschließlich 19. April werden außerdem alle Sporthallen im Kreis schließen.

Coronavirus in Kassel: 14 bestätigte Fälle am Freitag

Bis Freitagabend stieg die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle um weitere 8 auf nun 14 Fälle, davon 9 in der Stadt und 5 im Landkreis Kassel. Darunter ist auch ein Mitarbeiter des VW-Werks Kassel. Sieben der Betroffenen waren zuvor im österreichischen Ischgl, eine weitere Person im italienischen Südtirol. 

Alle Erkrankten weisen aktuell milde Verläufe mit keinen oder leichten Symptomen auf, teilte das Sozialministerium mit.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) kündigt an, in der nächsten Woche weitere Testcenter auf das Coronavirus in Betrieb nehmen. Sie appelliert, die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes – 116117 – nur in wirklich dringenden Fällen zu wählen. Derzeit verzeichne man viermal so viele Anrufe wie gewöhnlich. Auch die Labore arbeiteten mittlerweile an ihren Kapazitätsgrenzen. 

Coronavirus in Kassel: Tests nur bei Patienten, die den Kriterien des RKI entsprechen

„Deshalb müssen wir die Tests dringend auf die Patienten beschränken, bei denen eine medizinische Indikation nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) besteht“, teilt die KV mit. An diesem Wochenende sei mit langen Wartezeiten im Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu rechnen - Patienten sollten den ÄBD nur in dringenden Fällen aufsuchen.

Es kann losgehen: Auch am Friedrichsgymnasium beginnen nächste Woche die Abiturprüfungen. Der Unterricht indes wird ausgesetzt.

Wegen des Coronavirus fallen in Kassel Unterricht und Betreuung fallen weg

Den ganzen Freitag (13.03.2020) über saß Oberbürgermeister Christian Geselle auf heißen Kohlen, wie er am Abend berichtet. „Hätte die Landesregierung nicht entschieden, den Unterricht auszusetzen, hätten wir die Entscheidung selber getroffen“, sagt Geselle. Wegen der Coronavirus-Pandemie wird ab kommenden Montag der Unterricht an allen Kasseler Schulen bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt.

Für Kinder der Klassen 1 bis 6 soll es aber eine Notbetreuung geben, und zwar für jene, deren Eltern in „versorgungskritischen Berufen arbeiten, teilten Kassels Oberbürgermeistern Christian Geselle und Schuldezernentin Ulrike Gote mit – „Berufe, die dringend benötigt werden, um handlungsfähig zu bleiben.“ Das werde man eng auslegen. Es handele sich nicht um vorgezogene Ferien, stellte Gote klar. Auch zuhause könnten die Kinder Schulaufgaben erledigen. Dies gelte es, in den nächsten Tagen individuell zu klären.

Coronavirus in Kassel: Schulen geschlossen - Abitur soll trotzdem stattfinden

Das Abitur indes soll – Stand jetzt – stattfinden wie geplant. Das bestätigte Gote am Abend noch einmal. Die Prüfungen beginnen in der nächsten Woche. Auch Melina McKenzie aus Kassel wird dann zu den Prüflingen zählen. Die 19-Jährige bereitete sich die vergangenen Wochen intensiv vor. Jetzt ist sie froh, dass es tatsächlich losgehen soll. Die Jacob-Grimm-Schülerin sagt: „Ich will es jetzt auch hinter mich bringen.“ Dass es gestern den Tag über Irritationen darüber gab, ob die Prüfungen verschoben werden oder nicht, kann sie verkraften.

Coronavirus in Kassel: Nur Notbetreuung in den Kitas

Nur Notbetreuungen wird es ab Dienstag derweil auch in den Kindertagesstätten in Kassel geben – ebenfalls bis zum Ende der Osterferien. Anfang der Woche seien die Einrichtungen noch offen, um die Eltern zu informieren. 

Auch in den Schulen würden am Montag keine Kinder nach Hause geschickt, deren Eltern so schnell noch keine Betreuungslösung gefunden haben. Arbeitgeber seien aufgerufen, pragmatische Lösungen für ihre Mitarbeiter zu finden, die nun spontan die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen müssen. Da Großeltern zur Risikogruppe des Coronavirus zählten, fielen auch sie als Betreuungspersonen aus.

Coronavirus in Kassel: Tagesmütter und -väter nicht von Schließung betroffen

Tagesmütter- und -väter sind von der Schließung nicht betroffen, da sie nur kleine Gruppen betreuten. Grundsätzlich gelte: „Soziale Kontakte sollten in der derzeitigen Ausnahmesituation möglichst eingeschränkt werden. Wir müssen jetzt insbesondere die Risikogruppen schützen“, sagt Ulrike Gote.

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