Hilfspaket

Ansturm auf Corona-Soforthilfe: Tausende Anträge am ersten Tag

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Coronakrise: Im Regierungspräsidium Kassel gehen alle Anträge hessischer Betriebe auf Soforthilfe ein.

Kleine Betriebe, Solo-Selbstständige und Freiberufler können Corona-Soforthilfe von Bund und Land beantragen. Das löste einen Ansturm aus.

  • 5000 Anträge eingereicht
  • Mehr als 300 Mitarbeiter mit Anträgen beschäftigt
  • Bearbeitungszeit pro Antrag liegt bei circa 15 Minuten

Die Anträge aus ganz Hessen können ausschließlich online beim Regierungspräsidium (RP) Kassel gestellt werden. Bereits nach sechs Stunden waren rund 5000 Anträge eingereicht worden, wie das Hessische Wirtschaftsministerium mitteilte.

Insgesamt arbeiten demnach mehr als 300 Mitarbeiter an der Entgegennahme, Prüfung und Bewilligung der Anträge. „Teilweise gab es mehr als 15 000 gleichzeitige Zugriffsversuche. Daher mussten sich heute etliche Antragsteller leider gedulden und es immer wieder neu versuchen. Für die kommenden Tage erwarten wir eine deutliche Entspannung und bitten noch einmal um Verständnis, wenn es mal etwas länger dauert“, sagten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber. Der Ansturm sei erwartungsgemäß hoch ausgefallen. „Insgesamt aber lief das System stabil.“

Corona in Kassel: 500 Anträge bisher bewilligt

Die Bearbeitungszeit eines Antrags liegt demnach bei etwa zehn bis 15 Minuten. Bis jetzt bewilligt worden seien rund 500 Anträge mit einem Volumen von fünf Millionen Euro. „Wir rechnen damit, dass das Geld bei den Unternehmern je nach Banklaufzeit schon morgen auf dem Konto ist“, sagte Al-Wazir.

Auch bei der Handwerkskammer (HWK) Kassel standen die Telefone nicht still. „Die Nachfrage ist riesig“, sagte Pressesprecher Dr. Matthias Joseph. Bis zu zehn Betriebsberater stehen dort telefonisch zur Verfügung. „Sie werden oft gefragt, wie ein Betrieb die existenzbedrohende Lage nachweisen kann.“ 

Corona in Kassel: Soforthilfe gegen Liquiditätsengpass

Denn bei der Soforthilfe gehe es eben nicht um den Verdienst- oder Einnahmeausfall, sondern um den Liquiditätsengpass. „Viele fragen auch, ob sie ihre finanzielle Reserven für die Altersvorsorge angeben müssen.“ Joseph kann beruhigen: „Das ist nicht der Fall.“

Auch die Hotline der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel wurde gut nachgefragt, sagte Pressesprecher Thomas Rudolff. Auch dort seien die Berater oft zum Liquiditätsengpass und zum digitalen Antragsverfahren befragt worden. Zudem hätten viele Anrufer die Sorge geäußert, sie könnten den Antrag zu spät stellen. 

Kassel: Corona-Soforthilfe als einmaliger Zuschuss

„Es spielt aber keine Rolle, ob er heute, morgen oder später gestellt wird. Jeder Antrag, der bis zum 31. Mai eingeht, wird geprüft“, betonte Rudolff. Bei der IHK stehen 25 Hotline-Mitarbeiter sowie zehn weitere für Fragen rund um die Coronakrise zur Verfügung.

Die Corona-Soforthilfe wird als einmaliger Zuschuss gewährt und muss nicht zurückgezahlt werden. Je nach Beschäftigtenzahl bewegt sie sich zwischen 10 000 und 30 000 Euro. So soll all jenen geholfen werden, die nicht genug Rücklagen haben und schnell wieder Liquidität brauchen. Die Anträge sind von Montag bis Sonntag zwischen 6 und 24 Uhr online zu stellen unter rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe

Beratung und weitere Informationen: IHK : ihk-kassel.de, Hotline: Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr unter Tel. 0561/7891-100 HWK: hwk-kassel.de, Hotline: Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter Tel. 0561/7888-160

Von Nicole Schippers

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