Corona-Krise in Kassel 

Gastwirte in Kassel verärgert über Corona-Regeln: Deutlich weniger Platzangebot

Corona in Kassel: Beschränkungen verärgern Gastronomen
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Macht sich Gedanken über das Platzangebot: Salvatore Strumbo vom Ristorante „Il Teatro“ in der 60 Quadratmeter großen „VinoBar“ in Kassel. Dort dürften nach den Corona-Regeln zwölf Personen sitzen.

Am Freitag (15.05.2020) dürfen Restaurants wieder öffnen. Über die neuen Corona-Regeln regt sich bei Gastronomen in Kassel Unmut. Sie hätten deutlich mehr Aufwand und weniger Gewinn, heißt es. Auch der Verband Dehoga schaltet sich ein. 

  • Gastronomen dürfen in der Corona-Krise wieder öffnen
  • Es gelten bestimmten Hygiene-Regeln 
  • Das verärgert die Gastronomen, auch in Kassel 

Kassel - Kurz vor der Wiedereröffnung der Restaurants sind viele Gastronomen verwirrt und verärgert über die Corona-Beschränkungen des Landes Hessen. 

Denn wenn sie am Freitag ihre Türen öffnen, können sie deutlich weniger Gäste bewirten. „Wir gehen davon aus, dass jeder vierte bis fünfte Betrieb gar nicht öffnen wird, weil sich das Geschäft für ihn unter den aktuellen Bedingungen nicht lohnt“, sagt Anna Homm, Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Nord- und Osthessen (Dehoga).

Anna Homm vom Gaststättenverband Dehoga in Nord- und Osthessen. Sie kritisiert die neuen Corona-Regeln für die Gastronomie. In Kassel sind viele Gastronomen verärgert. 

Corona-Lockerungen in Kassel: Gastwirte kritisieren die Regeln 

Im Fokus der Kritik steht vor allem dieFünf-Quadratmeter-Regel des Wirtschaftsministeriums. Diese besagt, dass pro fünf Quadratmeter Gastraumfläche jeweils nur ein Gast empfangen werden darf. Das bedeutet, dass beispielsweise in einem Gasthaus mit 100 Quadratmetern nur 20 Personen gleichzeitig bewirtet werden dürfen. Wegen unterschiedlicher Medienberichte hatte es zunächst Unsicherheit darüber gegeben, ob für Angehörige einer Familie (Kinder etc.) und weitere Gäste aus einem gemeinsamen Hausstand diese Vorgabe ebenfalls gilt. Nach Auskunft eines Sprechers des Wirtschaftsministeriums gilt diese auch dann.

Corona in Kassel: „Wir halten die Fünf-Quadratmeter-Regel für verkehrt"

„Das habe ich befürchtet“, sagt Salvatore Strumbo vom Ristorante „Il Teatro“ an der Obersten Gasse in Kassel. Für Samstag hätten sich bei ihm bereits zwei Familien mit insgesamt neun Personen angekündigt. Weil sein Gastraum nur 50 Quadratmeter groß ist, dürfe er dann also nur noch einen weiteren Gast empfangen. Damit reduziert sich seine Platzzahl im Restaurant von sonst 32 auf zehn Plätze. „So kann ich meine laufenden Ausgaben für Personal und Nebenkosten nicht decken“, sagt Strumbo. Die Idee aus der Branche, Tische an einem Abend zweimal zu vergeben – einmal früh, einmal spät – will auch er umsetzen. Aber: Unter der Woche werde wohl kaum jemand um 17.30 Uhr essen gehen wollen.

Lockerungen in Corona-Zeiten: Gastronomen in Kassel haben größeren Aufwand 

„Wir halten die Fünf-Quadratmeter-Regel für verkehrt. Die Gastronomen haben wegen der Hygienebestimmungen einen großen Aufwand bei deutlich weniger Einnahmen“, sagt Homm vom Dehoga. Ihre wirtschaftliche Lage sei weiter prekär.

In Kassel leuchten viele Gebäude rot. Mit der Aktion wollen die Veranstalter Veranstaltungswirtschaft retten, die durch die Coronakrise kurz vor dem Aus steht.

Von Lara Thiele und Bastian Ludwig 

Die Gastronomie in Hessen darf trotz Corona-Krise wieder öffnen. Dennoch könnten einige Restaurants und Bars geschlossen bleiben. 

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