Unmut der Händler wächst

Kasseler Geschäfte fordern: Kippt die 800-Quadratmeter-Regel

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Die Begrenzung auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche in größeren Geschäften stößt bei betroffenen Einzelhandelsfirmen in der Region zunehmend auf Unmut und Unverständnis.

Wegen der Corona-Pandemie ist in Kassel die Begrenzung von Verkaufsflächen noch immer aktiv. Die Händler fordern nun diese aufzuheben. Ihr Unmut wächst.

Kassel - Die Begrenzung auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche in größeren Geschäften stößt bei betroffenen Einzelhandelsfirmen in der Region zunehmend auf Unmut und Unverständnis. Während sieben Bundesländer diese Corona-Verfügung bereits gekippt haben und in zwei weiteren Ländern eine Aufhebung kurz bevorsteht, gilt die Einschränkung des Verkaufsbetriebs in Hessen vorerst weiter.

Das sei für Händler wie für Kunden nicht nachvollziehbar, kritisiert Alexander Wild, Vorsitzender der Kasseler City-Kaufleute. Das Ansteckungsrisiko unterscheide sich deutschlandweit nicht. Wild fordert: Jedes Geschäft, das die gebotenen Abstands- und Hygieneregeln gewährleisten kann, solle auch in Hessen auf gesamter Fläche öffnen dürfen.

Die betroffenen Geschäfte in Kassel sind meist Filialen großer Handelsketten – so etwa die Galeria Kaufhof, Sport-Scheck, Peek & Cloppenburg, Media Markt und Saturn. Während örtliche Geschäftsleitungen zur 800-Quadratmeter-Frage auf ihre Zentralen verweisen, redet Friedrich-Wilhelm Göbel Klartext. Er ist Geschäftsführer der Hagener Modehauskette Sinn, die in Kassel eine ihrer größten Filialen betreibt.

Göbel nennt die Flächenbegrenzung „schwachsinning“ und sogar kontraproduktiv. Auf Hygiene und Abstand zu achten, sei „auf voller Fläche viel einfacher möglich“, argumentiert er. Die eingeschränkten Sortimente würden von Kunden als „unterirdisch“ wahrgenommen, den Händlern brächten die reduzierten Verkaufsmöglichkeiten kaum etwas ein. Das Kasseler Sinn-Haus macht laut Göbel momentan lediglich 10 bis 15 Prozent der üblichen Umsätze.

Im Kasseler Möbelhaus Schaumann komme auch zu normalen Zeiten nicht mehr als ein Kunde pro 20 Quadratmeter, sagt Geschäftsführerin Lena Schaumann. Die Firma behelfe sich zurzeit damit, täglich eine andere Abteilung flächenbegrenzt zu öffnen. Dass nordhessische Möbelkunden sich uneingeschränkt bei der Konkurrenz in Nachbar-Bundesländern umschauen können, „tut uns schon weh“, sagt sie. „Wir hoffen, dass Hessen jetzt rasch nachzieht.“

Von Axel Schwarz

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