Coronavirus in Stadt und Landkreis Kassel

Bestes Wetter in Corona-Zeiten: Was erlaubt ist - und was nicht

Corona in Kassel: Bestes Wetter - Was erlaubt ist und was nicht
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Zu zweit erlaubt: Das Radfahren oder ein Spaziergang. Die Behörden appellieren, am Wochenende die Corona-Vorgaben zu beachten und Ausflugsziele zu meiden. Unser Foto zeigt Radler im Kasseler Wahlebach-Park.

Zum Start in die Osterferien und in ein sonniges Wochenende geht auch in Kassel der Appell aus, sich weiter an die Corona-Vorgaben zu halten. Was ist erlaubt?

  • Sonnige Zukunftsaussichten erwarten uns in Kassel - zumindest, was das Wetter betrifft.
  • Corona-Einschränkungen: Was ist noch erlaubt und wofür gibt es Bußgelder?
  • Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Stadt und Landkreis Kassel gibt es im News-Ticker.

Kassel - Temperaturen von bis zu 20 Grad sind für das Wochenende angesagt. Der Frühling nimmt mit Beginn der Osterferien richtig Fahrt auf. Angesichts der Beschränkungen und Kontaktverbote zur Eindämmung des Coronavirus stellt sich für viele aber die Frage, was man am Wochenende bei schönem Wetter im Freien überhaupt unternehmen kann. Das Wichtigste im Überblick.

Corona in Kassel: Was ist in der Öffentlichkeit noch erlaubt?

Das Kontaktverbot erlaubt nur die Zusammenkunft von zwei Personen in der Öffentlichkeit. Eine Ausnahme bilden Familien (die im gleichen Hausstand leben) oder häusliche Gemeinschaften, dann dürfen es auch mehr sein. Gegen einen Spaziergang zu zweit oder mit der Familie ist nach Angaben von Polizei und Behörden nichts einzuwenden. Gleiches gelte für das Radfahren, Joggen oder anderen Sport im Freien. Wichtig sei dabei aber, den Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen einzuhalten.

Anders als bisher kommuniziert, sind Sonnen, Picknicken und Grillen an öffentlichen Plätzen nicht generell verboten. Entscheidend sind hierbei die Einhaltung der Personenzahl und Abstandsregeln. Damit korrigierte das Ministerium eine ursprünglich in der "Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus" festgelegte Maßnahme, die Picknicken und Grillen untersagt hatte.

Corona in Kassel: Was ist verboten und kann mit einem Bußgeld bestraft werden?

Eine ganze Menge. Der vom Land Hessen vorgestellte Corona-Bußgeldkatalog richtet sich vor allem gegen die Unbelehrbaren, die sich noch immer zum Kicken im Park verabreden oder heimlich Corona-Partys feiern, betonte Ministerpräsident Volker Bouffier. Untersagt sind Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen (außer Familien/häusliche Gemeinschaften) in der Öffentlichkeit.

Verstöße gegen die Verordnungen der Landesregierung können nun mit Bußgeld belegt werden. Besonders schwere Verstöße können sogar als Straftaten zur Anzeige gebracht werden, etwa wenn die Weiterverbreitung des Krankheitserregers nachgewiesen werden kann.

Corona in Kassel: In welcher Höhe bewegen sich die Bußgelder?

Der Bußgeldkatalog des Landes sieht folgende Regelsätze unter anderem bei folgenden Verstößen vor: 200 Euro – zum Beispiel bei öffentlichen Zusammenkünften von mehr als zwei Personen (außer Familien/Hausgemeinschaften) pro Teilnehmer sowie bei Teilnahme an touristischen, kulturellen und sportlichen Angeboten. 500 Euro – beim Verstoß gegen die Quarantäne-Anordnung von Reiserückkehrern aus Risikogebieten. 200 bis 1000 Euro – zum Beispiel für das Organisieren von Zusammenkünften touristischer, kultureller oder sportlicher Angebote. 500 bis 5000 Euro – zum Beispiel beim Verstoß gegen das Gebot zur Schließung von Einrichtungen und gegen das Bewirtungsverbot.

Corona in Kassel: Wird es am Wochenende Kontrollen geben?

Durchaus. Die Polizei hat angekündigt, dass die Beamten und die Mitarbeiter der Ordnungsämter verstärkt auf die Einhaltung der Regeln achten und konsequent auf Verstöße reagieren werden. Die Stadt Kassel betont, dass bei Ansammlungen es die Einsatzkräfte nicht mehr bei Ansprachen belassen. „Ab sofort werden direkt die Personalien aufgenommen und an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.“ Oberbürgermeister Christian Geselle appelliert an die Vernunft der Bürger und warnt jene, die noch heimlich Partys feiern, in Gruppen zusammenkommen und so das Leben ihrer Mitmenschen gefährden. „Das wird jetzt sanktioniert.“

Corona in Kassel: Sollten Ausflugsziele gemieden werden?

Unbedingt. Die Bürgermeister der 28 Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel sowie Vizelandrat Andreas Siebert erklärten vor dem Wochenende, dass die Corona-Vorgaben eingehalten werden müssten. Aktivitäten im Freien außerhalb des eigenen Gartens seien „zeitlich auf ein Mindestmaß zu reduzieren“ und auf einen „angemessenen Radius rund um Wohnung und Haus zu begrenzen“.

„Die Corona-Pandemie ist keine Zeit, in der man längere Familienausflüge oder Fahrten zu touristischen Zielen unternimmt.“ Beliebte Ausflugsziele seien zu meiden. „Was nützt es, wenn man zu zweit auf dem Dörnberg unterwegs ist, aber auf dem Parkplatz am Hohen Dörnberg oder auf dem engen Alpenpfad kaum verhindern kann, näher als erlaubt in Kontakt zu anderen Menschen zu kommen?“ Bürgermeister und Vizelandrat betonen, dies gelte auch für beliebte Wanderparkplätze in den Naturparks Reinhardswald, Habichtswald und Kaufunger Wald. Motorradausflüge nur zum Vergnügen seien verboten, Bootstouren und Bouldern ebenfalls.

Kontaktverbot wegen Corona - die wichtigsten Regeln

Corona in Kassel: Gelten Einschränkungen auch im privaten Bereich?

Ja, darauf weisen Bürgermeister und Vizelandrat ausdrücklich hin: „Zusammenkünfte und Ansammlungen in der eigenen Wohnung oder im Garten sind für mehr als zwei Personen nur für Familien oder die häusliche Gemeinschaft erlaubt – ansonsten drohen Bußgelder.“

Corona in Kassel: Wie hat sich die Zahl der Infizierten entwickelt?

Sie stieg auf über 200 Betroffene in Stadt und Landkreis. Nach Angaben des Gesundheitsamtes Region Kassel liegen aktuell (Stand Freitagmorgen) 205 bestätigte Corona-Infektionen vor, 13 mehr als am Vortag. Davon entfallen 99 Infizierte (plus sieben) auf die Stadt und 106 (plus sechs) auf den Landkreis. Deutlich nach oben ging aber auch die Zahl der Genesenen, um 15 auf jetzt 75 Personen. 24 Infizierte werden in Krankenhäusern behandelt, 13 davon auf Intensivstationen.

Von Andreas Hermann

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