Von Pizza bis Wochenmenüs 

Die Stunde der Lieferdienste: Corona-Auswirkungen auf die Kasseler Gastronomie

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Mit neuem Angebot: Der Gastronom Rainer Holzhauer (Grischäfer/ Renthof) und sein Team bieten ab Montag ein Wochenmenü an. Alle Speisen sind vakuumiert und 14 Tage haltbar.

Die Corona-Epidemie hat den Restaurantbetreibern bereits jetzt zugesetzt. Gäste bleiben aus. Doch in Zeiten wachsender Isolation gibt es auch Profiteure: die Lieferdienste.

  • Das Coronavirus schränkt das öffentliche Leben in Kassel ein.
  • Besonders betroffen sind Gastronomiebetriebe, deren Gäste nun ausbleiben.
  • Viele bieten daher einen Lieferservice an.

Viele Lieferdienste in Kassel haben nun gut zu tun. Auf diesen Zug springen auch immer mehr klassische Gastronomen, aber auch Kioske in Kassel auf, die ebenfalls einen Bringservice etablieren.

Zu diesen zählt auch Rainer Holzhauer, Betreiber von Renthof und Grischäfer. Er bietet ab Montag einen Lieferdienst an. Kunden können sich etwa ein vakuumiertes Wochenmenü liefern lassen – mit sieben Hauptgerichten inklusive Beilagen plus zwei Vorsuppen und fünf Portionen Obst. 60 Euro soll das insgesamt pro Person kosten – für zwei Personen sind 100 Euro fällig. Hinzu kommt eine Fahrtkostenpauschale von zehn Euro für Kassel und das Umland.

Coronavirus in Kassel: Mitarbeiter sollen so lange wie möglich beschäftigt werden

„In dieser Lage den Kopf in den Sand zu stecken, das bringt gar nichts. Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeiter so lange wie möglich zu beschäftigen und gleichzeitig einen Beitrag zur Versorgung der Menschen zu leisten“, sagt Holzhauer.

Hier herrscht kein Stillstand: Stephan Knauf arbeitet für den Pizza Heimservice an der Wilhelmshöher Allee.

Während es in vielen Kasseler Lokalen wegen der Ausbreitung des Coronavirus gähnend leer ist, hat Pejman Khalili vom Pizza Heimservice an der Wilhelmshöher Allee nach wie vor gut zu tun. „Wir erleben keinen Einbruch bei den Bestellungen“, sagt er. Allerdings müssten auch seine Mitarbeiter nun Regeln einhalten. 

„Unsere Fahrer betreten die Wohnungen nicht mehr. Wir weisen die Kunden vorab telefonisch darauf hin, dass sie das Geld vor der Tür deponieren sollen. Wir legen dann die Ware ab“, sagt Khalili. Zudem würden alle Kollegen Handschuhe tragen.

Coronavirus wirkt sich auf Alltag in Kassel aus: Lieferservice für alte und kranke Menschen

Erfinderisch sind auch Kerem und Süleyman Eryörük vom Kiosk „Späti 41“ an der Friedrich-Ebert-Straße geworden (0561/98120202). Sie liefern ab sofort Getränke und Tabakwaren ab 30 Euro kostenfrei. „Unser Service ist aber zunächst nur für alte und kranke Menschen gedacht, die das Haus nicht mehr verlassen können. Wir liefern auch an Personen in Quarantäne. Gesunden Jugendlichen werden wir unsere Waren aber nicht bringen“, stellt er klar.

Schnell reagiert: Kerem (links) und Süleyman Eryörük vom Späti 41 bringen ihre Waren zu älteren Kunden.

Etwas weniger als sonst ist in der Sushi Bar an der Schönfelder Straße los – dies betrifft auch den Lieferdienst. „Wir merken den Rückgang. Unser Lokal müssen wir ohnehin um 18 Uhr schließen. Vielleicht haben manche Angst, weil wir asiatische Küche anbieten“, sagt Van Phu Nguyen. Die Sorge sei aber unbegründet. Er will seinen Lieferdienst zwischen 11 und 22 Uhr weiter aufrechterhalten.

Coronavirus in Kassel: Auch große Lieferservice-Ketten profitieren

Auch große Ketten haben die Zeichen der Zeit erkannt: Lieferando und die Pizzakette Domino’s bieten in Kassel bereits kontaktlose Lieferungen an. Dabei stellen sie die Waren vor der jeweiligen Haustür ab. Bezahlt wird online.

Auch die in Kassel vertretene Burgerkette Peter Pane hat ab sofort einen eigenen Bringservice – Burger King und McDonald’s haben diesen schon länger im Angebot.

Von Bastian Ludwig

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