Corona in und um Kassel

Warten vor der Fenstersprechstunde: So gehen Hausärzte mit Corona um

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Ungewohntes Bild: So sieht derzeit das offene Vorzimmer zum eigentlichen Wartezimmer in der Praxis von Dr. Uwe Popert am Kirchweg aus. Anmelden kann man sich am geöffneten Fenster.

Wie Hausärzte mit der Corona-Pandemie umgehen, zeigt sich exemplarisch in Kassel. Dort warten Patienten unter anderem im Freiluftwartezimmer auf ihre Fenstersprechstunde.

Not macht erfinderisch. Das gilt auch für zahlreiche Ärzte, die ihre Sprechstunden auf den Ausnahmezustand durch den grassierenden Coronavirus umgestellt haben. Bevor man zum Beispiel durch die Tür in das Ärztehaus am Friedrichsplatz geht, sollte man einen Aushang zur Kenntnis nehmen.

Wer Fieber, Husten oder einen Schnupfen hat, soll sich telefonisch anmelden. Bei unseren Stichproben in der Stadt haben wir solche und ähnliche Aushänge an vielen Arztpraxen gesehen. Manchmal auch mit dem Hinweis, dass man sich bei größerem Andrang draußen auf dem Bürgersteig mit gebührendem Abstand aufstellen und dort warten soll.

Corona in und um Kassel: Freiluftwartezimmer mit Fenstersprechstunde

Dagegen ist das Freiluftwartezimmer vor der Praxis von Dr. Uwe Popert und seinen Kollegen am Kirchweg schon fast komfortabel. Unter einem Partyzelt können Patienten, die zum Beispiel auf ein Rezept warten, auf Campingstühlen Platz nehmen.

Die Anmeldung: Hier muss man vor dem Arztbesuch klopfen.

„Das ist unsere Fenstersprechstunde“, sagt Uwe Popert, der dem Vorstand des Kasseler Hausärzteverbandes angehört. Die Praxis hat den Vorteil, dass sie sich im Erdgeschoss befindet. So kann man frühzeitig am Fenster klären, was das Anliegen ist.

Denn es gibt ja auch jenseits von Corona noch Behandlungen oder normale Labortermine. „Wer die räumlichen Möglichkeiten hat, kann das so oder so ähnlich wie wir machen, ein separater Eingang hilft auch, bei anderen funktioniert es mit einer telefonischen Anmeldung“, sagt Popert.

Corona in und um Kassel: Ansteckungsgefahr minimieren

Ziel ist es immer, die Ansteckungsgefahr so gut wie möglich zu minimieren. So wird im Moment bereits am Fenster überprüft, was die Patienten benötigen. Mit einem Fragebogen soll vorgeklärt werden, ob womöglich ein einfacher Infekt vorliegt oder ob ein Verdacht auf Corona berechtigt sein könnte. „Wir schicken niemanden weg, sondern machen dann gleich einen Abstrich“, sagt Popert.

Hinweis: Der Zettel hängt am Friedrichsplatz.

Auch viele andere Arztpraxen haben sich auf die besondere Lage eingestellt. Wer genau wissen will, worauf man sich beim Arztbesuch einstellen muss, sollte vorher anrufen.

Von Thomas Siemon

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