Corona in Kassel

Maskenpflicht: Was erlaubt ist, wie die Polizei Straftäter identifiziert

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Einbrecher und Diebe benutzen bisher keine Gesichtsmasken, um sich zu vermummen. Wer sich aber zusätzlich mit Sonnenbrille, Mütze und Kleidung wie auf diesem Symbolbild ganz unkenntlich macht, den wird die Polizei eventuell ansprechen.

Ab Montag (27.04.2020) beginnt auch die Maskenpflicht wegen Corona in Kassel. Die Polizei gibt bekannt, dass es bislang keine Straftaten mit Mundschutz gab.

Kassel - Ab Montag (27.04.2020) gibt es auch in Hessen eine Maskenpflicht. Das stellt die Polizei vor neue Herausforderungen. Gesichtsmasken gehören bei vielen Menschen mittlerweile zur Ausstattung wie die Armbanduhr oder der Ehering. Mit der Maskenpflicht ab Montag auch in Hessen werden teilmaskierte Gesichter aus dem öffentlichen Leben erst einmal nicht wegzudenken sein.

Je gewöhnlicher das Maskieren wird, desto wichtiger wird der Kontext, in dem sich jemand eine Maske aufsetzt – insbesondere für die Polizei. Denn nicht erst, seit es in Österreich zu einem Banküberfall mit Corona-Maske gekommen ist, sind die Beamten sensibilisiert.

„Wenn das Gesicht gar nicht mehr erkennbar ist, hinterfragen wir schon, ob derjenige eine bestimmte Absicht hat“, sagt Ulrike Schaake, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Nordhessen.

Maskenpflicht wegen Corona in Kassel - Vermummung am Steuer verboten

Beispiel Straßenverkehr. Immer häufiger sieht man Autofahrer, die hinter dem Steuer eine Maske tragen. Generell verboten sei es nicht, einen Mundschutz im Auto zu tragen, sagt Schaake. „Es kommt aber auf die Maske an und auf die Größe des Gesichts.“ So seien die handelsüblichen grünen oder weißen kein Problem, selbst genähte Masken seien hingegen oft größer und würden mehr verdecken. Wer dazu noch eine Sonnenbrille und einen Schal um den Hals trage oder sich gar mit Sturmhaube oder Gasmaske hinters Steuer setze, begehe eine Ordnungswidrigkeit und müsse 60 Euro zahlen.

Die Polizei beruft sich dabei auf Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung. Sicht und Gehör des Fahrers dürften demnach während der Fahrt nicht beeinträchtigt sein. Sei das Sichtfeld eingeschränkt, könne dies das Unfallrisiko erhöhen.

Der Paragraf werde auch mit der Einführung der Maskenpflicht weiter bestehen. „Vielleicht wird der Paragraf jetzt öfter zum Tragen kommen“, vermutet Schaake. Ob jemand mit der Teilvermummung eine bestimmte Absicht verfolge, das werde im persönlichen Gespräch deutlich.

Maskenpflicht wegen Corona in Kassel - Bislang keine Straftaten mit Mundschutz

Vom Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung zu trennen, ist das Begehen von Straftaten. Solche, wie etwa der Banküberfall eines mit Mund-Nasen-Schutz maskierten Täters in Wien, seien in Nordhessen nicht bekannt.

Zwar gebe es Täterbeschreibungen, in denen jemand eine Maske trug. „Aber da haben wir keine Hinweise, dass die Maske einer absichtlichen Vermummung dienen sollte“, sagt die Polizeisprecherin. Die Polizei sei sich natürlich im Klaren darüber, dass auch die Möglichkeit des Missbrauchs einer zum Schutz vor dem Coronavirus gedachten Maske bestehe, betont Ulrike Schaake abschließend.

Die Stadt Kassel gab auf HNA-Anfrage bislang keine Stellungnahme zum Umgang mit der Maskenpflicht ab. Das Innenministerium ließ eine Anfrage zum Thema bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Von Anna Lischper

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