Bars und Restaurants geschlossen

„Erst Hanau, jetzt Corona“: Shisha-Bars in Kassel leiden stark unter aktuellen Krisen

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Sie wollen wieder öffnen: Akam Kheskawi (Papagayoo, von links), Farid Dastborzo (Scalis Bar Lounge) und Omar Remmo (Sultans Shisha Lounge).

Bars, Clubs und Discos sind in Kassel wegen des Coronavirus geschlossen. Auch die Shisha-Bars sind zu. Für die Betreiber kommt eine Krise nach der anderen.

  • Das Coronavirus wirkt sich stark auf den Alltag in Kassel aus.
  • Bars und Restaurants sind geschlossen.
  • Auch Shisha-Bars sind von der Corona-Krise stark betroffen.

Zur Begrüßung gibt es keinen Handschlag, sondern einen Spritzer aus der Desinfektionsflasche für die Hände. In der sonst geselligen Sultans-Shisha-Lounge, wo man dicht beisammen sitzt, gemeinsam raucht und redet, sitzen jetzt alle weit voneinander entfernt. 

Zwei Meter Mindestabstand fürs Gespräch. Die Shisha-Bar von Franssis Yochann Gorgis ist schon seit Wochen zu, wegen Corona. „Wir leiden unter dem Versammlungsverbot“, sagt Gorgis’ Mitarbeiter Omar Remmo.

Kassel: Corona-Krise wird für Shisha-Bars zum Problem - Auch Anschlag in Hanau sorgt für Besucherrückgang

Für die Shisha-Bar-Betreiber herrsche allerdings schon länger Ausnahmezustand: Bereits die Vorfälle vom 19. Februar, als Tobias R. in Hanau neun Menschen in und vor Shisha-Bars erschoss, hätten ihnen zugesetzt.

„Die Leute haben sich nicht mehr getraut, zu uns zu kommen“, sagt Farid Dastborzo, Mitbetreiber der Scalis Bar Lounge an der Treppenstraße in Kassel. Dadurch sei das Geschäft eingebrochen. „In den Tagen nach Hanau ist etwa die Hälfte unserer Kunden weggeblieben“, ergänzt Remmo. „Alle hatten einfach Angst.“

Corona habe den Trend für die Bars – laut einem Stadtsprecher sind es 21 inKassel – noch verschlimmert. Das Versammlungsverbot toppe nun alles. „Erst Hanau, jetzt Corona“, sagt Dastborzo. Eine Krise jage die nächste.

Corona in Kassel: Verbot geht Shisha-Bars an die Substanz

Sie könnten verstehen, dass es strenge Gesetze gebe, um die Corona-Pandemie einzudämmen. „Daran wollen wir uns auch halten.“ Doch das Verbot gehe ihnen an die Substanz. „Wo soll das Geld für die Miete herkommen, wenn wir keine Einnahmen haben?“ Gleichzeitig müssten sie ihre Familien ernähren und ebenso an ihre Mitarbeiter denken. 

Angesichts der Doppelkrise fürchten die Betreiber, dass sie und viele ihrer Kollegen nicht so lange überleben können, bis die versprochenen finanziellen Hilfen bei ihnen ankommen. „Bis dahin sind bestimmt einige pleite.“ Das sei ein großes Problem, schließlich belebten sie mit ihren Shisha-Bars die Stadt und sorgten dafür, dass vor allem junge Menschen nicht auf „dumme Gedanken“ kommen. „Bei uns sitzen sie zusammen und rauchen, unterhalten sich, entspannen“, sagt Dastborzo.

Deshalb wünschen sie sich schnelle Hilfe. „Wir möchten helfen, die Probleme zu lösen, erwarten aber im Gegenzug auch Hilfe.“ Wenn die Auflockerung beschlossen werde, könnten sie strengere Regeln befolgen, wie Mindestabstände, Handschuhe und Mundschutzmasken fürs Personal. Hauptsache, die Shishas können bald wieder qualmen.

Von Moritz Gorny

Lesen Sie alle News zum Coronavirus in Kassel in unserem Ticker. 

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