Corona-Krise: Blutspenden ist weiter möglich - und wichtig

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Ist weiter möglich: Blut zu spenden. Dafür gibt es verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. 

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat an Blutspender appelliert, nicht aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus auf das Spenden zu verzichten. In Kassel bleibt dieser Appell nicht unerhört.

„Wir erfahren derzeit eine enorme Unterstützung in der Bevölkerung“, sagt Eberhard Weck, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes Hessen-Baden-Württemberg. In Krisenzeiten sei die Solidarität besonders hoch. Das habe man nach dem ICE-Unglück in Eschede und auch nach dem 11. September erfahren.

Diesmal aber paart sich der Wunsch zu helfen mit der Frage, ob das Spenden angesichts des grassierenden Virus überhaupt möglich und auch sicher ist. Eberhard Weck beruhigt: „Wir schützen Spender so gut es geht.“ Schon im Eingangsbereich des Kasseler Instituts an der Mönchebergstraße werden Spendenwillige angehalten, sich die Hände zu desinfizieren. In einem ersten Check werde geklärt: 1) Ob man in den letzten vier Wochen in einem Risikogebiet war. 2) Ob man Kontakt mit einer an dem Coronavirus erkrankten Person oder einer, deren Ergebnis noch ausstehe, Kontakt hatte. 3) Ob man gesund ist. Im Anschluss wird bei allen Spendenwilligen Fieber gemessen. Kontaktlos, erläutert Weck. Erst nach dieser ersten Kontrolle erfolge das eigentliche sonst übliche Anmelde-Prozedere. Wartende müssten mindestens 1,5 Meter Abstand zueinanderhalten. Die Liegen der Spender sind weiter voneinander entfernt als üblich. „Es ist sicherer zum Blutspenden zu gehen als zum Supermarkt, wo jeder rein darf“, resümiert Weck.

Hessenweit werden am Tag 900 Liter Blut benötigt. 70 Prozent entfallen auf chronisch Kranke, rund 20 Prozent helfen Krebspatienten. Das Kasseler Institut versorgt mehr als 70 Kliniken und Praxen in ganz Nordhessen. Noch sei das Spendenaufkommen gut, sagt Weck. Der Spagat sei aber, diese Bereitschaft in die kommenden Wochen zu tragen. Viele geplante Aktionen wie die von Firmen wurden storniert; die Ortstermine könnten aber stattfinden, sagt Weck: „Das Versammlungsverbot gilt nicht für die Blutspende.“ In diesem Sinne: Ruhig Blut.

Informationen und eine Übersicht über Termine und Zeiten gibt es auf blutspende.de; die kostenlose Hotline ist unter Tel. 0800/1194911 erreichbar.

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