Direkt vor Ort und bei Facebook

Corona-Krise in der Region Kassel: Hier finden Hilfesuchende und Helfer zusammen

+

Immer mehr Menschen dürfen wegen der Corona-Pandemie ihre Wohnungen nicht verlassen – entweder, weil sie unter Quarantäne stehen oder weil sie zu einer Risikogruppe gehören. Hier finden sie Hilfe.

Alltagsdinge wie Einkäufe und mit dem Hund Gassi gehen werden zu einer Herausforderung. In den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter ist vor diesem Hintergrund eine riesige Hilfswelle angelaufen. In Gruppen bieten zahlreiche Menschen Hilfe an – und zwar ihnen fremden Menschen. Auch die HNA hat bei Facebook eine Gruppe gegründet, in der sich Helfer und Hilfesuchende austauschen können. Mit einer tollen Resonanz: Über 1200 Mitglieder hat die Gruppe bereits. 

Diese können ihre Hilfe entweder in einem eigenen Post anbieten oder sich in einer Liste eintragen, die nach Stadtteilen und Orten sortiert ist. Und auch aktuelle Informationen zum Thema Corona-Entwicklung in Stadt und Kreis Kassel werden in der Gruppe veröffentlicht.

Wichtig bei alldem ist, Vorsicht walten zu lassen. Denn so gut die Angebote auch gemeint sind, es wird auch schwarze Schafe unter all den Helfern geben. Gleichzeitig sollen sich Helfer und Hilfesuchende auch immer bewusst sein, dass das Wichtigste ist, Abstand zu halten, damit durch die Solidarität untereinander das Virus nicht unnötigerweise weitergegeben wird. Möglichst lokale Hilfe ist also ratsam (siehe Tipps unten).

Corona-Krise: Hier finden sich Hilfesuchende und Helfer

Das gilt auch für die Hilfe außerhalb der sozialen Netzwerke. Das Freiwilligenzentrum Region Kassel koordiniert daher nun das freiwillige Engagement während der Corona-Pandemie in Kassel.

Das Freiwilligenzentrum hat dafür gemeinsam mit der Stadt Kassel die Anlaufstelle "Achtsam und Engagiert" eingerichtet. Sie steht Menschen zur Verfügung, die sich engagieren möchten oder Hilfe benötigen. Zudem koordiniert sie Angebote und Aktivitäten von verschiedenen Einrichtungen, Institutionen und Trägern und stimmt diese aufeinander ab.   

Hilfsbereite Personen sollen auf freiwillig-in-kassel.de in den nächsten Tagen viele nützliche Informationen und Tipps abrufen können, wie man innerhalb der Nachbarschaft oder im Freundes- oder Bekanntenkreis jene unterstützen kann, die momentan Hilfe benötigen. Dabei sei es besonders wichtig, dass Engagierte besonnen vorgehen, um sich und andere nicht zu gefährden, so die Stadt Kassel. Bei allem Engagement seien die Verhaltens-und Hygieneregeln des Gesundheitsamts zu beachten sowie soziale Kontakte weitgehend zu vermeiden und Distanz zu halten.   

Wer eine Nachbarschaftshilfe organisieren oder als Einzelperson helfen will, kann sich per E-Mail an info@freiwilligenzentrumkassel.de wenden.

Piano e.V. bringt Hilfen rund um die Stadtteiltreffs in Kassel zusammen

Piano e.V. bringt laut "Freiwillig in Kassel" rund um die Stadtteiltreffs in Mitte, am Rothenberg, am Mattenberg, im Forstfeld und in Nord/Hegelsberg/Phillipinenhof interessierte Freiwillige mit Unterstützungssuchenden zusammen. Kontakt: Telefonnummer 0561/ 93004288 oder info@piano-kassel.de.

Aktion "Hessen helfen": Plattform für Hilfsaktionen in der Corona-Krise

Auf der Plattform "Hessen Helfen" können sich Menschen, die helfen wollen und Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, finden. Von Nachbarschaftshilfe bis zur Unterstützung der Landwirtschaft.

Hier geht's zur Aktion hessen-helfen.de

Nachbarschaftshilfe während der Corona-Krise: Diese Tipps gibt die Polizei

Lob kommt von der Polizei für die Nachbarschaftshilfen, die sich derzeit in Stadt und Kreis Kassel sowie in den sozialen Netzwerken zusammenfinden. Folgende Tipps gibt Pressesprecherin Ulrike Schaake, um dabei Risiken zu minimieren:

  • Nicht blindlings vertrauen: In vielen Fällen kennt ein Hilfesuchender die Helfer nicht. „Daher ist es wichtig, vorsichtig zu sein“, sagt Schaake. Zwar gebe es in der Region noch keine Fälle von Betrügereien in Zusammenhang mit Corona, deutschlandweit aber schon. „Die Kriminellen stellen sich unheimlich schnell auf eine neue Situation ein.“
  • Jemanden aus dem Umfeld um Hilfe fragen: Generell sei es besser, jemanden um Hilfe zu fragen oder um Unterstützung bei der Vermittlung von Hilfe zu bitten, den man kenne – also Familie, Freunde, Kollegen oder Nachbarn, die man regelmäßig sehe, so Schaake. Nur wenn es unter diesen Personen niemanden gebe, könne man den Kreis ausweiten. Dann sollte man jedoch jemanden, den man kennt, über den Kontakt mit dem Fremden informieren.
  • Keine fremden Leute in die Wohnung lassen: Das gilt nicht nur in Corona-Zeiten, nun aber doppelt. Denn nun geht es nicht nur darum, dass ein Fremder Wertgegenstände mitnehmen könnte, sondern auch darum, eine Ansteckung zu vermeiden. Darum sollten Absprachen telefonisch oder mit genug Distanz außerhalb der Wohnung getroffen und Einkäufe vor der Tür abgestellt werden.
  • Keine größeren Geldbeträge übergeben: Gerade wenn man einen Helfer nicht oder kaum kennt, sollte man nur Einkäufe für kleinere Beträge vereinbaren. Erst wenn man den Helfer besser kenne, könne man die Beträge erhöhen.
  • Nicht auf Fakenews hereinfallen: Derzeit kursieren Gerüchte, wonach Menschen ihr Geld bei der Bank abheben und mit nach Hause nehmen, um sich auch in den nächsten Wochen mit Lebensmitteln versorgen zu können. „Diese Gerüchte stimmen nicht“, sagt Schaake. Sie rät davon ab, zu viel Geld zuhause zu haben, da Betrüger das herausfinden können.
  • Ungutes Gefühl? Polizei anrufen: „Wir empfehlen, beim leisesten Verdacht einer Betrügerei die Polizei anzurufen“, sagt Schaake. Die Beamten kämen lieber einmal zu viel.

Nachbarschaftshilfe während Corona: Hinweise für Hilfseinsätze

  • Generell gilt es in diesen Tagen, den Kontakt zwischen Menschen so stark wie möglich zu reduzieren. Das heißt auch, dass zu viel Aktionismus Schaden anrichten könnte - wenn ein infizierter Mensch in vielen Bereichen hilft, besteht die Gefahr, dass er/sie die Krankheit schneller weitergibt. Daher:

1. Helfen Sie vor allem lokal, das heißt z. B. Nachbarn.

2. Helfen Sie wenigen, aber das konstant. Wenn Sie z. B. babysitten oder einen Hund ausführen wollen, suchen Sie sich eine Familie/Person und helfen Sie nur dieser.

3. Unbedingt den Infektionsschutz beachten und Abstand halten.

Probieren Sie also nicht möglichst vielen zu helfen, sondern reduzieren Sie die Kontakte auf ein Minimum und helfen sie konsistent. Weniger ist mehr.

  • Risikogruppen: Bevor Sie helfen, überlegen Sie, ob Sie nicht selbst (wegen Ihres Alters oder einer Erkrankung) zur Risikogruppe gehören.
  • Kontaktlos bleiben, wenn es um Quarantäne geht: Telefon, Mails, Soziale Medien für die Organisation nutzen. Und: Einkäufe etc. VOR der Tür abstellen (und dann anrufen, um Bescheid zu sagen).
  • Art der Quarantäne: Vorab klären, ob jemand behördlich in Quarantäne ist - oder freiwillig (weil Risikogruppe). Risiko immer abschätzen und gegebenenfalls Fragen klären (beim Gesundheitsamt, bei Ärzten, ... möglich).
  • Das Helfen sollte auf freiwilliger Basis stattfinden. Es muss also nicht bezahlt werden.
  • Absichern: Einem Familienmitglied, Freund, Kollegen, Nachbarn etc. sagen, wo man hingeht bzw. wer kommt. Bei einem unguten Gefühl zu zweit gehen - oder absagen.
  • Beobachtungen gegebenenfalls melden (z. B. wenn es einer Person nicht gut geht). Es ist nicht die Aufgabe des Helfers einzuschreiten, sondern Hilfe zu holen.
  • Sich selbst nicht in Stress, Gefahr o.ä. bringen. Selbstfürsorge ist sehr wichtig, wenn man anderen hilft.

An den Datenschutz denken

  • Jede Unterstützung erfordert den Austausch von Informationen und personenbezogenen Daten, die nicht nur wegen der Datenschutzgrundverordnung einen sensiblen und verantwortungsvollen Umgang erfordern.
  • Geben Sie Daten, die sie bekommen haben, niemals weiter, ohne um Erlaubnis zu fragen. 
  • Vernichten Sie Kontaktdaten mit Beendigung der Hilfe. 
  • Gehen Sie vorsichtig mit Ihren persönlichen Daten um. Posten Sie in der Gruppe keine Telefonnummern, Adressen etc.

Bei Corona-Verdacht: Das ist zu tun

Wenn Sie in Sorge sind, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben könnten:

In zwei Fällen sollten Sie Ihre Erkältungssymptome auf das Coronavirus untersuchen lassen: Zum einen, wenn Sie Kontakt zu jemandem hatten, bei dem das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde. Oder zum anderen, wenn Sie sich vor Kurzem in einem der Risikogebiete aufgehalten haben. Trifft mindestens einer dieser beiden Fälle auf Sie zu:

  • Fahren Sie NICHT in ein Krankenhaus, eine Notfallpraxis oder eine Arztpraxis!
  • Rufen Sie stattdessen in ihrer Arztpraxis oder beim ärztlichen Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen unter der Telefonnummer 116 117 an.
  • Schwer Erkrankte mit Luftnot, die eine stationäre Aufnahme benötigen, wenden sich an die Notrufnummer 112.

Corona-Virus: So können Sie sich und andere schützen

Grundsätzlich können Sie selbst viel tun, um sich und andere zu schützen: und zwar vor dem Coronavirus ebenso wie vor anderen Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Denn: Auch Coronaviren werden in der Regel über Tröpfchen aus den Atemwegen übertragen. Gelangen diese an die Hände, kann auch eine Übertragung erfolgen, wenn Sie beispielsweise Ihr Gesicht berühren. Deshalb ist eine gute Händehygiene ein wichtiger Teil der Vorbeugung.

  • Waschen Sie also Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife.
  • Vermeiden Sie es, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.
  • Husten oder niesen Sie in ein Papiertaschentuch und werfen Sie dieses danach in einen Abfalleimer mit Deckel. Oder niesen und husten Sie in die Armbeuge.
  • Halten Sie Abstand zu kranken Personen oder meiden Sie den Kontakt nach Möglichkeit ganz.

Corona-Virus: Nützliche Links

Corona-Krise: Nachbarn helfen, die kein Internet haben

Sie können einen Aushang mit Hilfsangebot im Treppenhaus Ihrer Wohnung aufhängen. Eine Vorlage finden Sie in dieser HNA-Facebookgruppe.

Liefer- und Abholdienste während der Coronakrise: Diese Anbieter gibt es in Stadt und Kreis Kassel

Wegen Corona mussten zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Dienstleister schließen. Aber Not macht erfinderisch – und so bieten viele nun Abholmöglichkeiten oder Lieferdienste an. Hier gibt es eine Übersicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.